Von der Tanzfläche zum Turniersieg

Ohne Gegentor ins Finale … dann mit spannendem Spiel zum Vizetitel

B-Mädels beim 9. Hunte-Cup in Oldenburg

Zum Abschluss einer tollen Hallensaison hatte unser aller Lieblingscoach Fabi für unsere B-Mädels ein tolles Turnier beim GVO in Oldenburg organisiert und es lief so riiiichtig gut.
Erst zeigten die Oldenburger uns, was für legendäre Gastgeber sie sind und holten uns vom Bahnhof ab. Dann gab es in der riesigen Halle eine suuuper bequeme Matte für jedes Team. Dazu
noch das leckere Büffet – was will man mehr?!

Los ging’s für uns gleich mit dem vermeintlich stärksten Gruppengegner: den Mädels von Phoenix Lübeck I. Kurz nach Anpfiff holte Frieda die erste kurze Ecke für Rolle Rolle, die wurde mustergültig abgelaufen. Mit dem direkten Gegenzug kam Phoenix zu einer guten Chance: erst parierte Mathilda, dann klärte Lotta. Jetzt war die Partie offen und fand lange zwischen den Schusskreisen statt. Über eine Serie von Strafecken zog Lübeck den Schraubstock fester. Aber wir hatten ja Mati im Kasten: Tatze, Schiene, Kicker, Körper … sie war immer da, wo die Kugel war und mit Yella, Enna und Lotta waren immer gute Bretter zur Stelle, um den Ball zu klären. Nach fünf Ecken wurde es wieder ausgeglichener. Wir hatten noch ein-zwei Chancen, da fehlte aber noch Schmackes. … eine letzte Ecke von Mathilda pariert – fertig war der torlose Auftakt.

An der Einstellung der Truppe gab‘s also nix zu meckern, jetzt fehlten nur noch die durchdachten Pässe, das konsequente Verschieben aller (in beide Richtungen) und der mutige Torschuss … man muss sich ja Steigerungsmöglichkeiten lassen in so einem Turnier. Gegen Eimsbüttel sollte das in der zweiten Begegnung schon viel besser laufen. So war der Plan.
Nach einer langen Ecke sorgte Thea mit einem Rumms an die Toraussenseite schonmal fürs erste Ausrufezeichen. In einer wilden Geschichte mit wenigen klaren Pässen nahm Yella die Sache in die Hand, stibitzte der Gegnerin an der Mittellinie den Ball und netzte nach flottem Solo zum 1:0 ein. Toni und Frieda testeten in der Folge noch einmal die Festigkeit des Tores von außen, Elli konnte durch schnelles Rauskommen aus unserem Kasten die einzige vielversprechende Eimsbütteler Chance vereiteln. Das 2:0 war dann so ein Bilderbuchspielzug, wie er selbst von Fabi nicht besser geplant gewesen sein konnte: nach Pass aus dem Aufbau trug Frieda den Ball bis zur Grundlinie, spielte den klugen Rückpass vors Tor und Thea blockte sauber über die Torlinie.

Damit waren wir bereits sicher im Halbfinale, brauchten im letzten Gruppenspiel aber einen Sieg, um noch Gruppenplatz Eins zu erobern. Auf der anderen Seite des Parketts standen die Mädels aus Bemerode. Es war noch keine Minute von der Uhr gelaufen, da lochte Frieda zur vermeintlichen Führung ein, der Schiri hatte aber irgendwas gesehen und uns den Vorteil abgepfiffen. Schwamm drüber und weiter gespielt. Nachdem wir mit hoch stehender Defensive zweimal ins offene Messer gelaufen waren, konnten wir uns bei Matilda bedanken, dass es immer noch 0:0 stand. Kurz darauf wollte Thea hart aufs Tor brettern, verstoppte den Ball aber leicht (und irritierte damit total die Keeperin) – Frieda setzte nach und stopfte den Nachschuss humorlos über die Linie … und diesmal zählte es auch.
Auch beim nächsten Treffer hatte Thea ihre Hände im Spiel: mit schönem Zieher nahm sie die Bemeroder Defensive auseinander, schlenzte aufs Tor, wo Toni den Nachschuss im Gehäuse unterbringen konnte. Um ein Haar hätte Thea danach das Tor der Partie erzielt (eine lässige Rückhand durch die Hosenträger des Goalies) … aber da war vorher wohl ein hoher Pass gespielt worden. Wenig später fiel das 3:0 dann doch als Frieda einen blitzsauberen Konter über Rechts vollendete. Jetzt waren die Mädels auf den Geschmack gekommen. Zunächst zog Lotta aus dem Rückaum bis zum Schusskreis und weil partout niemand sie angreifen wollte, schoss sie einfach mal aufs Tor … traf den Pfosten und Toni staubte zum 4:0 ab. Kurz vor dem Abpfiff fasste sich auch Hanna ein Herz und ballerte aufs Gehäuse, dieses Mal rückte Lotta mustergültig nach und konnte im Rebound ihr erstes Tor erzielen. Faaaaantastische Leistung, Mädels!
Die Nudeln zum Abendbrot waren absolut verdient.

Die Elternvariante des weiteren Abends liest sich in etwa so: die Mädels haben sich brav den Abendfilm angeschaut, sind gegen Zehn in ihren Schlafsäcken verschwunden, wie kleine Engelchen sofort eingeschlafen und bis morgens gegen Sieben nicht wieder gesehen und gehört worden. 😏

Wer am Samstag gut spielt, hat bei Turnieren am Sonntag mehr Zeit. Unser Halbfinale gegen Phoenix Lübeck I stieg erst gegen 11 Uhr – Zeit genug, um wach zu werden, und zu frühstücken
und vor der sonnigen Halle noch eine Tüte Sauerstoff zu tanken. Dann wurde es ernst, aber die Truppe war super motiviert (sogar eine eigene Teambesprechung ohne Trainer war durchgezogen worden). Vom Anpfiff weg übernahm Rotation die Regie: eine durch Thea rausgeholte erste Strafecke landete noch im Toraus. Der zweite Versuch durch Yella landete satt an der Latte.
Eine schnörkeliges Pass-Stafette von Toni zu Yella zu Thea brachte das 1:0. Und die Mädels ließen nicht locker. Ein Steilpass von Toni erreichte Yella in gegnerischem Revier, ihr Abschluss brachte die nächste Ecke. Die wurde von Lübeck gut abgelaufen. Dann wurde es auch an unserem Ende niemals brenzlig (wir hatten uns wieder auf der rechten Seite überlaufen lassen), aber Elli hatte den Braten gerochen und war als Erste am Ball. Ihre Klärung leitete den direkten Konter ein: über Thea kam die Kugel zu Toni und die hämmerte zum 2:0 ins lange Eck.
Der Bann war endgültig gebrochen. In voll besetztem Schusskreis behielt Hanna den Überblick und erzielte quasi von der „Torschwelle“ aus das 3:0 und ich war mit meinem Notizen noch nicht fertig, da klingelte es erneut. Antje wollte auch mitreden und schickte eine Strahl von einem Schuss in Gehäuse. Toni hätte fast noch ein fünftes Tor erzielt, ihr harter Schuss wurde noch abgefälscht und knallte an den Pfosten. das war‘s dann auch – Abpfiff, Jubel, Finaaaale!

Fast drei Stunden warten, dann wieder Warm-Up bei frühlingshaften Temperaturen- dann war es soweit. Finale ultimo und in der Halle konnte man sein eigenes Wort nicht mehr verstehen: die Stimmung war am Siedepunkt. Ungelogen, so ´ne mega Stimmung gibt‘s sonst nur bei den Eisbären und Rotation hatte sich einige große und kleine Fans im Hallenrund erspielt. Kein Wunder also, dass auch auf dem Parkett die Nerven flatterten … bei beiden Teams. Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte Rotation eine erste Strafecke: die Lübecker Keeperin kam aggressiv raus, wir spielten außen rum und irgendwie war die Chance dann wieder vorbei.
Auf dem linken Flügel zockte sich Yella per Doppelzieher in den Phoenix-Schusskreis und erkämpfte so die nächste Strafecke. Die wurde abgelaufen und zunächst wurde eine Folgeecke angezeigt, dann änderten die Schiris ihre Meinung noch, da der Schuss wohl von außerhalb kam. Wenig später kam Hanna allein vor dem Tor an den Ball, wurde aber ebenfalls zurückgepfiffen … der Pass in den Kreis war direkt gespielt worden. Kurz vor dem Spielende gab es dann noch die erste Strafecke für Phoenix – die Spannung war nicht mehr zum Aushalten. Matilda warf sich in den Ball und Enna klärte.

Dramaturgisch gesehen natürlich ideal – fürs Nervensystem aller Anwesenden aber eher weniger … es kam zu Penalties. Lübeck durfte zuerst ran, die Spielerin machte einen flotten Zieher und zirkelte zum 0:1 ins lange Eck zum Jubel bei Lübeck, kollektives Trösten unserer Keeperin durch alle Feldspieler bei Rolle Rolle. Yella versuchte für uns zu antworten, kam gut um die Torhüterin, ihr Schuss sauste aber um die verflixten Millimeter am Tor vorbei.
Runde Zwo begann, Lübeck wollte ausbauen, Matilda war mit einer klasse Fußparade zur Stelle. Für uns ging Toni in die Spur, ihr Versuch die Keeperin zu Tunneln misslang (die muss den Braten irgendwie gerochen haben). Es blieb bei der knappen Führung. Die dritte Lübeckerin machte auch den Zieher, fiel dabei zwar hin, erwischte aber den Ball noch knaaaaapp vor der Linie und netzte zum uneinholbaren 0:2 ein.

Puuuuh – erstmal Durchatmen und dann schnell die Mädels getröstet!!!
Dennnn, O-Ton Fabi: das war ein unfassbar starkes Turnier, mit dem einzigen Team komplett jüngeren Jahrgangs uuuuund … haben wir euch eigentlich schon erzählt, dass da mehrere Mädels aus der Landesauswahl Schleswig-Holstein im Lübecker Team gespielt haben?! Wir sind unsagbar stolz auf diese Truppe und nachdem den Mädels genau das auch mehrfach versichert haben und wir unseren verdienten Pokal abgeholt hatten, wurde auch wieder im Rotationer Rudel gelächelt.

Zur Fahrt zurück nach Berlin schweigen wir an dieser Stelle, der Turnierbericht entstand jedenfalls nicht im geplanten ICE, sondern in der spontan geenterten Regionalbahn und unsere Fahrt von Wolfsburg nach Berlin lief über Stendal und Magdeburg … .

Rolle Rolle allerseits!