Hockey gegen Rassismus

Nachtrag zur wU12 in Celle

Rolle rolle gelingt das perfekte Turnier … nur mit dem Transport hapert es hier und da

Draußen wird es zunehmend ungemütlicher, also bringen wir Kelle und Kugel wieder unters Dach und hockeln auf Parkett durch Herbst und Winter. Der klassische Einstieg dazu sind die allseits beliebten Vorbereitungsturniere. Nach unserem Rotationer B-Cup Anfang November ging es nun zusammen mit unseren B-Jungs auf nach Celle. Vom fantastischen Ausgang jener Fahrt wurde an dieser Stelle schon kurz berichtet. Hier nun die ausführlichere Version aus Sicht der Mädels:

Los gings mit einer recht entspannten Anreise, auch weil wir per „Vitamin-B-Taxi“ zur Halle chauffiert wurden: Lotta und Mathilda hatten Family-Connections und hilfsbereite Eltern und Großeltern am Steuer. Danke dafür!

Der erste Gegner hieß dann GTHGC, kurz Groß-Flottbek. Unsere Mädels kamen nicht gleich ins Spiel und die Sache war anfangs eher wild und ungeordnet, aber dennoch dominierte Rotation. Drei Strafecken zum Warmschießen brauchten wir, um mit der vierten den ersten Schuss auf den Kasten zu setzen. Da fehlte noch die nötige Härte, um die Keeperin vor Probleme zu stellen. Der nächste Abschluss von Yella war dann schon sehr viel knapper und dann knackte ein Steilpass von Helene die Hamburger Abwehr. Yella hatte vorm Tor alle Zeit der Welt und spitzelte die Kugel zum 1:0 ins Eck. Über Toni und May hielten wir den Druck auf den Flottbeker Kasten hoch. Nach einer Doppelparade im Anschluss an eine kurze Ecke kam der Ball zu Helene am Schusskreisrand. Sie wechselte kurz die Spur und zirkelte einen schönen Schlenzer zum 2:0-Endstand ins Dreiangel.

Gegen die Mädels vom Bremer HC (wie wir mit ihrer erstem Mannschaft am Start) war es dann schon eine andere Nummer. Das Tempo war deutlich höher und unsere Defensive hatte mehr zu tun. Dennoch gelang es, den Gegner meist aus unserem Kreis rauszuhalten und vorne hielten vor allem Yella und Frieda die Bremerinnen auf Trab.

Zunächst stibitzte Frieda einen Ball im Bremer Aufbau und dann ging es schnell. Im Zusammenspiel mit Yella fiel Tor Numero Uno. Das zweite Tor legte Yella auf, Frieda testete erst die Schienen der Keeperin und vollendete per Nachschuss ins lange Eck. Die dritte Bude machte Yella direkt nach einer Strafecke. Ein klasse Bilderbuchlauf in die Hundekurve mit knackigem Querpass von Toni bescherte Frieda die perfekte Vorlage zum 4:0. Das sah schon viel mehr nach Hockey aus.

Zeit zum Experimentieren (auch dafür sind sie ja da, diese Turniere) und so probierten wir es gegen den Uhlenhorster HC mit einer Raumdeckung. Das hat in Puncto Stellungsspiel noch nicht so ganz geklappt, aber ein klarer Sieg wurde es dennoch. Mit Thea, Frieda, Yella, May und Toni (letztere Zwei jeweils mit Doppelpack) durften sich gleich 5 Spielerinnen auf der Trefferliste verewigen. Das schönste Tor (so durch die Trainerbrille gesehen) war sicher das 5:0, weil es ein Spielzug wie aus einem Guss war: Zuckerpass von Helene auf Frieda, Seitenwechsel zu Yella, Keeper ausgetanzt – Bumm!

Das Abendbrot (Burger und Pizza – klassisches Turnieressen mit seriöser Videoanalyse, gefolgt von weniger seriösem Filmchen) war also verdient.

Nächster Tag nach dem Frühstück: Wenn der Chauffeur des Elterntaxis verschläft, wird einem schnell klar, dass es mit dem frühsonntäglichen Transport in Celle eeeetwas kompliziert ist. Man braucht seine Zeit … und die hatten wir eigentlich nicht. Aber Lottas Papa hat mächtig auf die Tube gedrückt und wir haben dazu den einzigen Taxifahrer ausfindig gemacht, der gegen 8 Uhr zu bekommen war … so waren dann kurz vor dem Anpfiff tatsächlich alle Rotationistas auf der Platte – puh!

Gegen die Gastgeberinnen war es erneut eine Direktabnahme von Frieda, die uns auf die Siegerstraße brachte. Kurz darauf konnte Yella eine Ecke gegen uns ablaufen. Ein Konter über Thea (inklusive Hundekurve) legte den Grundstein für Friedas nächsten Treffer zum 2:0. Dann war es wieder einer dieser knackigen Bälle aus unserer Defensive, der Yella vorm gegnerischen Keeper frei spielte. Der Zieher brachte das dritte Tor. Und weil das so gut geklappt hatte, versuchten die Mädels es gleich nochmal. Toni (schöner Seitenwechsel) und Lotta (Ball über die Bande) setzten erneut Frieda in Szene, deren Schuss wurde auf Kosten einer Strafecke pariert. Tonis Schuss wurde ebenfalls gehalten, aber Lotta netzte den Nachschuss nach Zieher zum 4:0 über die Linie.

Den Abschluss der Gruppenspiele machte die Partie gegen Osternienburg: Rotationer Raumdeckung – die Zweite. Die Mädels konnten guten Druck erzeugen, nur die Abschlüsse fehlten noch. Nach einem schönen Diagonallauf von Lotta und Querpass zu Yella fehlten nur Zentimeter zum ersten Treffer. Unsere dritte Strafecke brach den Bann, Toni setzte die Kugel mit Schmackes unter die Latte. Praktisch vom sächsischen Anstoß weg folgte das nächste Tor: Frieda wieder mit Ballgewinn und Zug zum Tor, Toni lief mit, Querball vor der Torhüterin und drin war das Ding.

Damit war das Halbfinale gesichert und Mathilda zwischen unseren Pfosten stand weiter mit weißer Weste da. Es warteten die Mädels vom Delmenhorster HC. Angefeuert von unserer mU12 (die Mädels haben sich später natürlich ebenso lautstark „fankurvig“ bei den Jungs revanchiert) sorgte früher Rotationer Druck für eine frühe kurze Ecke. Toni zimmerte den Ball humorlos in die Maschen. Danach musste/durfte Mathilda mitspielen und war auf Zack, als sie gebraucht wurde. Eine zweite Ecke wurde von uns knapp neben das Gehäuse geblockt, mit der dritten sorgte Toni erneut knackig für das 2:0 (wie zuvor war eine Delmenhorsterin noch dran, aber die Kugel ließ sich nicht umstimmen). Dann fiel wieder so ein schönes Kombinationstor: Frieda spielte den Ball über die Bande zu Yella, die passte hart vor das Tor und May blockte zum 3:0 über die Linie. Eine schönes Eckentor von Helene wurde noch abgepfiffen (hab nicht gesehen warum), aber egal.

Im Finale schloss sich für uns der Kreis – wir standen erneut den Groß-Flottbekerinnen gegenüber (die über ein Penalty-Shootout ins Finale eingezogen waren). Mit der Auftaktpartie war diese Spiel nicht zu vergleichen: beide Teams hatten sich von Spiel zu Spiel gesteigert und die Stimmung in der Halle war absolut finalwürdig.

Rotation hatte zwar mehr vom Spiel, es brauchte aber wieder einen Ballklau durch Frieda, um die Sache ins Rollen zu bringen. Wieder zog sie Richtung Pfosten, spielte per Rückpass Yella frei und die netzte zur Führung ein. Dann brannte es lichterloh vor unserem Tor: Mathilda parierte eine Strafecke, Toni fing den Nachschuss auf der Linie ab. Die gelungen Antwort war erst ein doppelter Torschuss am anderen Ende (stark gehalten), dann schneller Neuaufbau, Frieda kam zentral an die Kugel und traf zum 2:0. Eine weitere Delmenhorster Parade und ein paar starke Defensivaktionen von Sophie und Helene später fiel das vielleicht emotionalste Tor für uns: Helene legte von hinten rechts auch Yella, die leitete direkt weiter zu May, harter Pass zum Tor und Mati besorgte den 3:0-Endstand. Sah nicht nur schön aus, es war auch die verdiente Belohnung für Matildas Einsatz (immerhin war sie kurzfristigst für eine erkrankte Spielerin eingesprungen). Das Finale endete mit einem Flottbeker Kracher an den Pfosten, aber der Turnier-Shutout für Mathi und den Rest der Verteidigung hielt.

Tolles Turnier und vor allem tolle Entwicklung über die zwei Tage hinweg, Mädels! Ich freu mich auf unsere Hallensaison.

… und dann war da noch die Heimreise mit der Bahn. Tjajaja, was soll man sagen?! Der Zug der Jungs in Hannover fiel komplett aus, unserer hatte Verspätung und 7 Waggons weniger als geplant.

Ratet mal, wer Plätze in Wagen 33 gebucht hatte!

Am Ende fuhren beide Teams jeweils eine Bahn später und saßen/standen in den überfüllten Zügen im Gang. Aber zum Glück ist es ja keine Weltreise bis Berlin, mit dem Pokal im Rucksack reist es sich eh ganz gut und am Ende war es doch ein echt schönes Wochenende im Rotationer Rudel.

… und dann war da noch das: 😉