6.408 REWE Vereinsscheine gesammelt

Hockeymaße - Yard, Inch und Unzen

Hockeymaße sind krumm – warum?

Mir fallen immer wieder Geschichten rund um den Hockeysport ein, die mein -und ich hoffe auch euer- Interesse wecken. Hockey ist für mich mehr als nur die „physische „Ausübung dieser anspruchsvollen Sportart, sondern ist für mich auch ein Stück Kulturgeschichte des (Hockey) Sports. Diese Kulturgeschichte erschließt sich mir immer dann, wenn ich einen Blick zurück in die Hockeygeschichte werfe. Früher wurde Hockey auf Naturrasenplätzen, oder schlimmer noch auf Schlackeplätzen, gespielt. Das hatte zur Folge, dass die Platzmarkierungen regelmäßig gekreidet werden mussten, da die gekreideten Linien sehr schnell, insbesondere auch bei Regen, nicht mehr erkennbar waren. (Regelmäßig hieß wöchentlich und in der Regel vor dem ersten Wochenendpunktspiel. Das fiel dann auch in den Aufgabenbereich des Trainers oder Betreuers. Gekreidet wurde mit einem Kreidewagen:

Voraussetzung war natürlich, dass man die Hockeymaße kannte. Damit wird sich heute kaum noch jemand beschäftigen, da die Spielfeldmarkierungen fest in den Kunstrasen integriert sind. Ich rufe die Maße eines Hockeyfeldes in Erinnerung:

… und schon sind wir bei der „Kulturgeschichte“ des Hockeysports. Wo kommen nur die krummen Maße her? Das Mutterland des „modernen“ Hockey ist England und in England des 19. Jahrhunderts wurde in Yard, Inch und Unzen gemessen. So ist z.B. 7-m Punkt ist genau genommen ein 7 Yard Punkt und 7 Yard sind eben nur 6,40 m. Damit ist der historische Ursprung der krummen Hockeymaße also geklärt. Wer das noch etwas detaillierter wissen will, den verweise ich auf nachstehende Ausführungen, die ich früher schon mal zu Papier gebracht habe:

Wer sich etwas näher mit dem Hockeysport beschäftigt wird irgendwann auf die Frage stoßen, warum im Hockey so “krumme Maße” verwendet werden.  Die Spielfeldlänge beträgt  91,40 m, der Radius des Schusskreises beträgt 14,63 m, der 7-m Punkt ist 6,40 von der Torlinie entfernt, die Breite eines Feldtores beträgt 3,66 m, das Höchstgewicht eines Hockeyschlägers beträgt 737 g , ein Hockeyschläger darf an keiner Stelle breiter sein als 5,1 cm, die gebräuchlichen Hockeyschlägerlängen liegen zwischen 68,5 und 106,68 cm usw. usw.  Woher nur kommen diese krummen Maße?  Das hat damit zu tun, dass England das Mutterland des modernen Hockeys ist und dort in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das moderne Hockeyregelwerk entwickelt wurde. Dem lagen dann die in England gebräuchlichen Maße zugrunde, nämlich Yard als Längenmaß (1 Yard = 0,9144m) oder Zoll (englische Bezeichnung Inches (1 Zoll bzw.Inch = 2,54 cm) ,  Unzen als Gewichtsmaß ( 1Unze  = 28,3495231g). Jetzt werden aus den krummen Maßen ganz schnell ganzzahlige Maße; nämlich: Spielfeldlänge: 100 Yard, Schusskreisradius: 16 Yard,  6,-40 m Punkt = 7 Yard Punkt, Breite des Feldtores:  4 Yard, zulässige Höchstgewicht eines Hockeyschlägers:  26 Unzen, max. zulässige Breite eines Hockeyschlägers:  2 Zoll/ Inch, gebräuchliche Hockeyschlägerlängen zwischen 27 und 42 Inch.  Ich selber habe in aller Regel mit einem Hockeschläger  gespielt, der 36 Inch lang war und 22 Unzen Gewicht hatte. Interessant dabei ist, dass man sich dabei so ganz nebenbei mit der Geschichte von Maßeinheiten beschäftigen kann.

PS 1) Im Titelfoto ist ein weiteres Hockeymaß angegeben. Ein Hockeyschläger darf an keiner Stelle (weder Schaft noch Kufe) einen größeren Durchmesser als 5,1 cm haben. Geprüft wird das (bei internationalen Meisterschaften) mit dem abgebildeten Hockeyring.

PS 2) … übrigens:  Ich nutze die Gelegenheit zu folgendem Angebot. Da in den Schulen nach meiner Kenntnis gelegentlich Projektarbeiten anzufertigen sind, würde ich mich für Konsultationen anbieten, falls solche Projektarbeiten zum Thema Hockey geschrieben werden. Wäre das nicht etwas? Euer Hobby ist Hockey und warum sollte das nicht auch mal in einer schulischen Projektarbeit vorgestellt werden? In der Rubrik Zeitreisen in unserer Homepage findet ihr sicher viele thematische Anregungen, ggf. auch für studentische Arbeiten von „Sportstudenten“.