Hockey gegen Rassismus

wU12 Meisterschaft

Keine Punkte, aber eine bärenstarke Leistung und Kampfmoral ohne Ende

Unsere Meistermädels unterliegen den Wespen mit 3:5

Unsere wU12 startet mit einem bunten Mix aus älterem und jüngerem Jahrgang in diese Meisterschaftssaison, der echt Potential hat … also, wenn alle da sind.
Zum Auftakt konnte man mit einem 8:0 gegen den BSC 1 überzeugen. Am 14.5. stand dann schon die Partie gegen das vermutlich stärkste Berliner Team auf dem Programm – die Zehlendorfer Wespen. Verletzungen und konkurrierende Termine führten dazu, dass so einige Schlüsselspielerennen fehlten und wir mit nur einer Wechslerin auflaufen konnten. Was aber unsere 10 Rotationistas vor Ort dann abgeliefert haben – alle Achtung!

„Team Fabi“ hatte ein 4:3:1 aus der Taktikkiste geholt, um den kombinationsstarken Wespen das Leben schwer zu machen. Das hatten unsere Mädels so noch nie gespielt – haben sie aber über weite Teile des Spiels klasse umgesetzt. Viel Kampf um den Ball fand im Mittelfeld statt und nach dem Ballgewinn einer Mannschaft ginge es dann oft sehr flott in Richtung Tor. Die erste Möglichkeit gehörte Rotation: Lotta leitete eine Konter ein, Antje schloss ab und nach der Parade wäre Thea um ein Haar für den Nachschuss zur Stelle gewesen … der Ball landete leider in ihrem Rücken und so konnte sie ihn nicht verwerten.
Dann landete die Kugel nach einem Bogenball der Wespen im Netz (da waren außer der Schützin irgendwie alle im Zuschauermodus gelandet) … zu unserem Glück kam der Schuss allerdings von außerhalb des Schusskreises. Irgendwie war das aber dennoch eine Art Weckruf für die Himmelblauen, die ihre Passfrequenz deutlich hochfuhren … bis dahin saß allerdings der finale Pass in die Spitze noch nicht.
Nachdem Thea sich im rechten Halbfeld den Ball zurecht gelegt hatte und durchgestartet war, konnte Lotta nach mustergültigem Querpass im Kreis die vielbejubelte 1:0-Führung durch die Hosenträger der Wespen-Keeperin erzielen. Auch die nächste Rotationer Chance entstand auf der rechten Seite: Matilda setzte Antja im Kreis in Szene, ihr Schuss zischte wenige Zentimeter links am Tor vorbei. So ging es in die Viertelpause.
Nach dem Wiederanpfiff drückten die Wespen mächtig aufs Gaspedal. Bezeichnend für unsere Mädels war, dass wir uns oft in Schwierigkeiten brachten, weil wir zu offensiv agierten und dann zu große Räume entstanden – von Respekt vor eventuell zu großen Gegnern also keine Spur. Merle hatte nun deutlich mehr zu tun und konnte eine doppelte Chance abwehren, bevor der zweite Nachschuss neben dem Kasten landete. Nach ein paar parierten Granaten war es dann ausgerechnet ein nicht voll getroffener Abschluss der Wespen von links, der sich unter Merles Sohle hindurch zum Ausgleich ins Tor mogelte. Eine weitere gute Chance der Gegnerinnen segelte noch am Gehäuse vorbei, dann war Halbzeit.

Mit unserem engen Kader und der läuferisch echt anspruchsvollen Taktik waren wir Trainer gespannt, wie lange unsere Mädels das hohe Tempo der Wespen würden mithalten können – die Stimmung auf und neben dem Platz war jedenfalls bestens. Es ging im nächsten Viertel ausgeglichen weiter … bis wir uns die erste Verletzung fingen – May hatte einen Schläger an den Oberschenkel bekommen und musste mit dem landläufig so verniedlichend „Pferdekuss“ genannten Schmerz klar kommen … wir waren also erstmal ohne Wechselspielerin unterwegs. In diese Phase fiel die 1:2-Führung der Wespen, weil wir zwar super verschoben, aber eine Stürmerin am langen Pfosten dabei komplett aus den Augen verloren. Es dauerte allerdings keine zwei Minuten, da steckte irgendwer (vermutlich Lotta oder Yella) eine Pass über links auf Toni durch, die zündete den Turbo und stürmte unwiderstehlich in des Gegners Kreis, zog aus der Bewegung ab und sorgte für das frenetisch bejubelte 2:2.
Etwas später konnte Frieda einen Konter ins Rollen bringen und selbst aufs Tor zimmern, Philippa war vorbildlich mitgelaufen und setzte den 2. Nachschuss per Rückhand aus spitzem Winkel in die Maschen. Faaaaaantastisch – wir führten tatsächlich mit 3:2 und beim Blick in all die roten Gesichter hätte die gesamte orange-blaue Fankurve alles gegeben, um die Schiris zum sofortigen Abpfiff nach diesem dritten Viertel zu bewegen.

Nun macht aber der Name „Viertel!“ nur Sinn, wenn man auch vier davon spielt – unsere Mädels mussten also noch einmal 15 Minuten ackern. May versuchte es nochmal, lief aber nicht wirklich rund. Thea bekam kurz nach Wiederanpfiff einen Schläger schmerzhaft auf die Lippe … auch sie stürzte sich nach dem Ausreizen des Kühlakkus wieder ins Geschehen. Als noch gut 10 Minuten auf der Uhr waren, fingen wir uns die erste Strafecke – im Nachschuss zappelte der Ball zum 3:3 im Netz. Die nächste Ecke konnten wir ablaufen und entschärfen.
Den neuerlichen 1-Tore-Rückstand (inzwischen hatte Toni mehrere Schläge aufs Knie einstecken müssen und May lief nur noch mit halber Kraft, Yella hatte auch mit Blessuren zu Kämpfen) kassierten wir nach einem Ballverlust auf der Außenspur: die Wespenstürmerin tankte sich fast bis zum Pfosten vor, legte den Ball dann zurück und aus dem Gewühl vor unserem Tor fiel das 3:4. Inzwischen hatten wir alle Kühlakkus aufgebraucht und alle Mädels auf dem Platz waren echt knülle. Praktisch mit dem Abpfiff sorgten die Wespen noch für den 3:5-Endstand (da fehlte einfach die Kraft für konsequentes Decken) – das war´s dann.

Alle erwachsenen Rotationer am Spielfeldrand hätten unseren Mädels wenigsten einen Punkt soooo sehr gegönnt! Nichtsdestotrotz halten wir hier mal fest: der Sieg war verdient, die Mädels aus Zehlendorf haben eine echt schöne Spielanlage, sind technisch wirklich auf Zack und legen ein enormes Tempo vor.
Aaaaber von Rolle rolle war das (Verletzungen, Personalmangel und zwei Handvoll Auswahlspielerinnen auf gegnerischer Seite zum Trotz) eine technisch, taktisch und vor allem kämpferisch absolut phänomenale Vorstellung. In der Form und Einstellung sind im Prinzip alle Teams der Liga schlagbar … müssen wir nur noch so auf die Platte bringen. Ich bin da absolut optimistisch (und fürs nächste Spiel schonmal ein paar Kühlakkus zur Seite in der Hoffnung, dass wir unser Verletzungssolle fürs Erste schon abgeleistet haben).

Hut ab vor: Antje, Frieda, Lotta, May, Mati, Merle (TW), Philippa, Thea, Toni & Yella