Rosas erstes Tor für die U16 Nationalmannschaft

Naturrasen - wie war das früher

Von der Halle gleich raus aufs Feld – bei Naturrasen war das nicht möglich

Die Hallensaison geht zu Ende und das „Draußentraining“ wartet auf den Start. Auf los wird es los gehen. Der Kunstrasen macht es möglich. Das war nicht immer so und dieser Komfort faktisch ohne Unterbrechung von der Halle aufs Feld zu wechseln, sollten wir bewusst wahrnahmen. Das war vor noch nicht allzu langer Zeit keine Selbstverständlichkeit. Erst der Kunstrasen machte einen zeitlosen Übergang von der Halle aufs Feld möglich. Unser Kunstrasen in der „Ella“ wurde am 3. Oktober 2016 eingeweiht. Bis dahin spielten wir „Naturrasenhockey“.  Naturrasen bedurfte sehr aufwendiger Pflegearbeiten und war in der Regel (witterungsabhängig) frühestens Ende April bespielbar. Bis dahin waren Pflegearbeiten durchzuführen. Was waren das für Arbeiten? Durch Wintereinwirkungen lockerte sich der Boden und es kam zu Frostanhebungen. Die Rasenfläche wurde uneben und musste bei frostfreiem Wetter mit einer 1-t Walze gewalzt werden. Anschließend wurden 150 kg Piaphoskan Grunddüngung per Hand aufgetragen und zum Ausgleich von Winterschäden mussten 3 t Sand mit einer Körnung von 3 bis 4 mm und anschließend 3 t Muttererde aufgetragen werden. Danach wurden 50 kg Grassamen ausgesät werden. Der erste Rasenschnitt konnte dann erfolgen, wenn der Rasen eine Höhe von 3 bis 4 cm erreicht hatte. Das berichtete mir 1989 unser damaliger Platzwart, den ich dazu für den Hockeyspiegel (monatlich erscheinende Hockeyzeitung in der DDR) interviewt hatte.  (Das ausführliche Interview findet ihr im Anhang). Was sollte man noch über den Naturrasen wissen. Ein Naturrasen ist lange nicht so belastbar wie ein Kunstrasen. Ein Kunstrasen kann faktisch rund um die Uhr ausgelastet werden. Bei einem Naturrasen ging man von einer wöchentlichen Belastbarkeit von maximal 25 Wochenstunden aus. Das bedeutete unter der Woche eine tägliche Trainingsbelastung von 3 bis 4 Stunden und am Wochenende vier Spiele. Mehr war nicht drin.

Da die Schusskreise besonders belastet sind, wurden diese häufig für Trainingszwecke gesperrt.

(… und nicht vergessen: Ein Naturrasenplatz musste wöchentlich gekreidet werden; d.h. die Spielfeldmarkierungen mussten wöchentlich neu aufgetragen werden. Das aber ist wieder ein besonderes Kapitel, denn Kreide oder der Kreidewagen waren nicht immer verfügbar.)

Das sollte man wissen, wenn heute auf der Komfortzone Kunstrasen trainiert und gespielt wird.