Hockey gegen Rassismus

Unser neuer Trainer der 1. Damen

Wir stellen vor – Interview mit Elmar Gierke

„Jojo“ unser bisheriger Trainer der 1. Damen musste unser Trainerteam leider aus beruflichen Gründen verlassen. Danke Jojo für dein Engagement und alles Gute für deine berufliche Zukunft. Zu Beginn der Feldsaison 2023 ist Elmar Gierke neuer Cheftrainer unserer 1. Damen. Trainer und Team haben mit dem 4:0 Auftaktsieg in der Rückrunde gegen TSV Leuna einen blendenden Start hingelegt. Das ist für mich ein guter Anlass, um Elmar mit dem nachfolgenden Interview vorzustellen. In dem Interview berichtet Elmar, dass er kürzlich seinen C-Trainerlizenzschein erworben hat. Ich nutzte die Gelegenheit, um herzlich zu gratulieren.

Hallo Elmar, Du bist der neue Trainer unserer 1. Damenmannschaft. Mit euerm heutigen (23.04.2023) 4:0 Sieg zum Auftakt der Rückrunde gegen den TSV Leuna habt ihr einen Superstart hingelegt. Gratulation. So kann es weitergehen und das macht neugierig auf dich. Wer also ist der neue Trainer unserer 1. Damenmannschaft?

1. Damen – Feld 23

Erzähl mir, erzähl uns bitte etwas über dich und deinen Hockeywerdegang:

Ich habe mit fünf Jahren angefangen Hockey zu spielen. Allerdings haben wir uns da noch Stöcker gesucht, die einem Schläger einigermaßen geähnelt haben. Dann haben wir mit einem Tennisball auf dem Steinboden in unserer Wohnsiedlung gezockt. Kurz darauf bin ich dann in den Hockeyverein eingetreten. Felix, unser Rotation-Herrentrainer, und sein Zwillingsbruder Martin, haben uns damals alle zum Hockey gebracht. Sie haben immer vorgelebt, dass jede und jeder mitmachen darf. Um ein gutes Spiel auf die Beine zu stellen, war es wichtig, möglichst viele dafür zu begeistern und neuen Mitspieler*innen zu zeigen, wie Hockey funktioniert. Das hat mich als Hockeyspieler, Trainer und auch als Mensch sehr geprägt. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an dich, Felix.

Wie bist du zu uns, zu Rotation gekommen?

Auch hier war Felix der entscheidende Mann. Nach zwei OPs an den Füßen und einer langen Zeit, die ich mit Krücken unterwegs war, habe ich für mich festgestellt, dass ich meine Zeit als Hockeyspieler noch nicht beenden konnte bzw. wollte. Da lag es für mich nahe mich bei Felix zu melden und es bei Rotation zu versuchen. Ich habe es zwar nicht geschafft, so Hockey zu spielen, wie ich mir das für mich und mein Team gewünscht hätte, aber ich hatte eine gute Zeit. Ich habe mich bei Rotation von Anfang an wohlgefühlt.

Welche Mannschaften hast du schon bei uns trainiert und trainierst du aktuell außer den 1. Damen noch weitere Mannschaften?

Ich trainiere momentan neben den Damen noch die wU10. Übergangsweise habe ich gerade noch die wU18 übernommen. Davor habe ich mich als Co-Trainer bei den 1. Herren engagiert.

Was fasziniert dich an der Trainertätigkeit?

Ich liebe Hockey! Schon als Kind habe ich davon geträumt damit mein Geld zu verdienen. Damals erschien mir das noch unmöglich. Es erfüllt mich immer wieder mit großer Freude, wenn ich meine Begeisterung für diesen Sport weitergeben kann. Trainer-Sein erfordert soziale und fachliche Kompetenz, erfordert also auch viel Wissen.

Wie arbeitet ihr da im Trainerteam zusammen?

Ich bin unglaublich dankbar, dass ich mit Stefan einen so brillanten Co-Trainer an meiner Seite habe. Er bringt auf unterschiedliche Weise so viel mit ein. Auch André ist als Athletiktrainer super nah bei der Mannschaft. Seine Leidenschaft und Hingabe für das Team sind sehr mitreißend. Die Spielerinnen wissen, dass er für sie da ist und sie mit allen Problemen zu ihm kommen können. Ich erlebe aber auch eine großartige Unterstützung über das 1. Damen-Trainerteam hinaus. Paul hat mich zum Beispiel schon bei einigen Trainingseinheiten unterstützt. Er bringt ein sehr großes Fachwissen und darüber hinaus jede Menge Ausstrahlung mit. Ohne diesen Rückhalt, könnte ich meine Idee, mit einem sehr großen Kader zu trainieren, gar nicht in dem Maße umsetzen. Dass wir mit Daniel einen so engagierten 2. Damen-Trainer haben, ist dabei natürlich auch Gold wert.

Du bist dabei, deine C-Trainerlizenz zu erwerben. Welche „Bausteine“ der Lizenzausbildung hast du bereits absolviert und wo war die Ausbildung?

Ich hatte das Glück, dass kurz nach dem Basis-Lehrgang auch gleich der Hauptlehrgang angeboten wurde. So bin ich mit der C-Breitensport-Lizenz fertig. Der nächste Schritt für mich wäre dann der C-Leistungssport-Trainerschein. Ich habe den Lizenz-Lehrgang beim brandenburgischen Landestrainer, Oliver Heun, gemacht. Ich habe noch viel mitnehmen können und den Austausch mit ihm sehr genossen. Besonders schön fand ich, dass beim Lehrgang einige Rotation-Trainer*innen dabei waren. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Ausbildung von Nachwuchs-Übungsleitern.

Welchen Blick hast du auf diese Aufgabe?

Auch ich stand schon als 13-jähriger als Nachwuchs-Trainer auf dem Platz. Damals war für mich allerdings noch am interessantesten, zwischendurch ein paar Bälle aufs Tor schießen zu können. Ich glaube, dass es total wichtig ist, den Nachwuchs bei der Entwicklung zu Trainer*innen gezielt zu unterstützen. Dabei fällt mir auf, dass mir das bisher noch nicht zufriedenstellend gelungen ist. Beim Training mit 50 Mädchen ist es mir häufig durch die Lappen gegangen, meine Co-Trainerinnen sinnvoll und entwicklungsfördernd einzubinden. Sie mussten dann einfach mitschwimmen. Vermutlich würde es (mir) helfen, ein Ausbildungskonzept zu erarbeiten, um dieses wichtige Thema im Fokus zu behalten.

Wenn man – wie du – schon in mehreren Hockeyvereinen war, kann man vergleichen. Was gefällt dir bei Rotation besonders? Was sollten wir in Angriff nehmen, um besser zu werden?

Ich finde es sehr beeindruckend, wie sich Rotation in den letzten Jahren entwickelt hat. Es ist eine nicht zu unterschätzende Herausforderung in so kurzer Zeit so schnell zu wachsen. Dabei habe ich einige kennengelernt, die für den Verein bis an ihre Grenzen gehen. Meiner Meinung nach sollte die Arbeit und die Verantwortung dringend noch konsequenter auf möglichst viele Schultern verteilt werden, genauso wie ich das bei den Damen forciere. Dabei gilt es, die Zusammenarbeit gut zu koordinieren und die Strukturen schrittweise zu verbessern. Eine super Möglichkeit sich einzubringen, ist übrigens unser Förderverein. Dabei geht es nicht nur um finanzielle Unterstützung. In Arbeitsgruppen setzen sich viele schlaue Köpfe aus unterschiedlichen Bereichen zusammen und versuchen den Verein Schritt für Schritt noch besser und lebendiger zu machen. Vielleicht wäre das ja auch etwas für euch? Ich würde mir auch wünschen, dass sich die Heimspiele der Damen und der Herren zu einem Vereins-Event entwickeln würden. Alle kämen zusammen mit Essen und Getränken, vielleicht sogar ein bisschen Rahmenprogramm drumherum. Ich würde mich sehr freuen, euch schon am nächsten Sonntag im Jahn-Sportpark zu sehen. Ich bringe auch einen Kuchen mit…