20. Erfurter Puffbohnenturnier — oder:

Immer ein Team 🧡💙

Was uns von Erfurt am meisten in Erinnerung bleiben wird, ist nicht der zweite Platz beim 20. Puffbohnenturnier, auch wenn das ein toller Erfolg war! Es ist das, was zwischen den Spielen passiert ist. In der Wohnung am Hauptbahnhof. Beim gemeinsamen Frühstückemachen am Sonntagmorgen. Beim Aufräumen, ohne dass irgendwer was sagen musste. Beim Anfeuern der Kameraden, wenn man selbst gerade auf der Bank saß. Auf dem Feld, wo zehn Jungs füreinander rannten und kämpften, als wäre das die selbstverständlichste Sache der Welt.

Vielleicht ist es das ja inzwischen auch. 🙌

Samstag, 25. April

Auftakt gegen den TSV Heiligenstadt, und die Jungs ließen keinen Zweifel daran, wer hier in den Hockey-Modus gefunden hatte: 3:0 nach Schlusspfiff. Hinten dicht, vorne effizient, alles unter Kontrolle.

Im zweiten Spiel dann das Highlight des Tages. Gegner: MTV Braunschweig. Eine Mannschaft, die in den anderen Spielen reihenweise Tore gemacht hat (5:0 gegen Heiligenstadt, 5:0 gegen Wiesbaden), und am Ende auch verdient das Turnier gewinnen sollte. Gegen unsere Jungs aber: 1:1. Ein einziges Tor in der gesamten Spielzeit, hinten alles dicht, vorne hellwach. Wer das gesehen hat, wusste: hier ist eine Mannschaft, die sich was vorgenommen hat.

Im dritten Spiel dann der CHC Köthen 02 als Gegner. Auch hier: kontrolliert, abgeklärt, mit dem nötigen Biss. Am Ende ein klarer Sieg, und die Jungs gingen mit zwei Siegen, einem Remis und nur mit einem einzigen Gegentor in den Samstagabend.

In der Wohnung dann erstmal Beine hochlegen. Kurze Lagebesprechung: noch fit für Essen draußen? Mehrheitlich ja, also los. Pizza, Pasta, viel Quatsch am Tisch. Und am Ende schliefen alle wie die Murmeltiere.

Sonntag, 26. April

Frühstück am Sonntag in der Wohnung, alle packten mit an. Brötchen aufschneiden, Käse und Wurst auflegen, Cornflakes verteilen, Tisch decken. Hinterher wurde abgeräumt, ohne dass groß diskutiert werden musste. Klingt nach Kleinigkeit, ist aber genau die Sorte Kleinigkeit, die zeigt, wo eine Mannschaft steht.

Und dann ging es um 10:45 schon los, gegen SSC Jena, immerhin der Drittplatzierte des Turniers. Ein einziges Tor reichte den Jenaern, und so musste sich Rotation 0:1 geschlagen geben. Die einzige Niederlage des Wochenendes, ärgerlich knapp, und wie sich später herausstellte, der entscheidende Punkt zum ersten Platz. Aber Köpfe runter? Nur kurz, dann wieder Fokus!

Spiel zwei am Sonntag gegen den DHC Wiesbaden: 2:0. Wieder kein Gegentor. Spiel drei gegen die Gastgeber Erfurter HC/SSV Vimaria Weimar: 2:0. Auch hier wieder die Null. Und das, obwohl bei diesem Turnier statt Ecken Penalties geschossen wurden, also jede Strafecke direkt zur Eins-gegen-Eins-Situation für unseren Keeper wurde. Der war an dem Wochenende einfach hellwach. An ihm kam kaum jemand vorbei. Ohne diese Leistung im Tor wäre die Bilanz ganz anders ausgefallen. 🧤

Endstand: Platz 2.

Sechs Spiele, vier Siege, ein Remis, eine Niederlage. 12 Tore geschossen, 2 Gegentore. Zwei. In sechs Spielen. Vier Spiele komplett zu null. Das ist die beste Defensivleistung des gesamten Turniers, über alle sieben Mannschaften hinweg. Nur ein einziger Punkt fehlte zum ersten Platz, und der hätte am Sonntagmorgen in Jena gelegen. Aber so ist Hockey: manchmal entscheidet ein Tor in 84 Minuten Spielzeit über Gold und Silber.

Was bleibt

Silber bei einem überregionalen Turnier mit Gegnern aus Erfurt, Jena, Braunschweig, Hamburg, Hannover, München, Mannheim und vielen mehr, das ist sportlich richtig stark. Aber das Sportliche ist nur die halbe Geschichte.

Die andere Hälfte ist diese Mannschaft. Kein Dissen, kein Genöle, keine Cliquenbildung. Stattdessen: echte Gemeinschaft, auf dem Feld und daneben. Wenn einer einen Ball verlor, war der Nächste schon da. Wenn einer in der Wohnung was brauchte, half der Nächste mit. Es war einfach immer ein Team. Über die zwei Tage hinweg, von der ersten Tram am Samstagmorgen bis zur Heimfahrt am Sonntagabend.

Und das ist auch ein Verdienst von Trainer Moritz. Er hat die Jungs durch die Höhen und Tiefen dieser zwei Tage gebracht, hat Fokus reingebracht, wenn die Konzentration mal abrutschte, hat motiviert nach der Niederlage gegen Jena, hat die Jungs nach den Siegen geerdet. Trainerarbeit ist viel mehr als Aufstellung schreiben und Pässe trainieren, sie ist genau das: Menschen führen. Und Moritz hat das in Erfurt an beiden Tagen vorgemacht. Danke dafür. 🙏

Danke

An den Erfurter Hockey Club und Uwe Balles für die hervorragend organisierte 20. Auflage des Puffbohnenturniers. An die Eltern, die innerhalb weniger Tage Tickets, Wohnung, Verpflegung und Spende auf die Beine gestellt haben. An die Jungs selbst: ihr wart eine echte Mannschaft, vom ersten Pfiff bis zur letzten Tram.

Übrigens: statt eines klassischen Gastgeschenks haben unsere Jungs in diesem Jahr 50 € an Special Hockey gespendet, eine Initiative, die der Erfurter HC während des Turniers ohnehin unterstützt. Auch das eine schöne Geste, von der wir gerne berichten. 🧡

Rolle rolle! 🧡💙