Wenn 22 Hockeymädchen des Jahrgangs 2016 gemeinsam auf Reisen gehen, ist eines garantiert: Es wird nicht leise.
Ziel der Reise war der 15. NANA Cup bei Hannover 78, dem Home of der Bummellakka. Noch bevor der erste Ball gespielt wurde, wartete die erste große Herausforderung des Wochenendes: viel zu frühes Aufstehen. Während andere Familien ausschliefen, machte sich die wU10 von Rotation Prenzlauer Berg auf den Weg nach Hannover. Bereits beim Einstieg in den Zug wurde klar: Dieser Wagen wird heute kein Ort der Stille. Leider stellte sich kurz darauf heraus: Wir sitzen im Ruhebereich. Die Reaktionen der Mitreisenden ließen nicht lange auf sich warten. Einige schauten irritiert, andere entschieden sich vorsichtshalber direkt für einen anderen Wagen. Die Mädchen selbst? Müde, aufgeregt, laut und voller Vorfreude. Also genau richtig. Und wie es sich für ein richtiges Hockeyturnier gehört, begann das Wochenende nicht mit Taktik, sondern mit dem traditionellen Friseur auf Rollen. Zwischen Taschen und Brotdosen entstand der Rotationslook: zwei geflochtene Zöpfe. Kampfbereit, turniertauglich und inzwischen fast schon Markenzeichen.
Der NANA- Cup, ein Turnier mit besonderer Atmosphäre und einer besonderen Trophäe: der berühmten NANA, handgemalt und jedes Jahr ein Unikat. Vier Stück gab es zu gewinnen. Der Hockeygott zeigte sich am Samstag großzügig: Sonne, perfekte Temperaturen und bestes Hockeywetter. Am Sonntag dann klassisches Turnierwetter mit Nieselregen, Wind und grauem Himmel. Dazu natürlich die üblichen Begleiter eines Hockeywochenendes: Schürfwunden, blaue Flecken, Tränen und ein gefühlt rekordverdächtiger Verbrauch an Kühlpads. Ein Kühlpad, eine Umarmung und weiter ging es.
Sportlich trat Rotation mit zwei Teams an.
Die wU10 LK1 spielte eine starke Gruppenphase und belegte nach drei Spielen Platz 3 mit drei Punkten und einem Torverhältnis von 0. Das Ergebnis spiegelte die Leistung allerdings nur bedingt wider. Die Mädchen dominierten viele Situationen, spielten mutig nach vorne und kontrollierten oft das Spiel. Nur die Kugel wollte einfach nicht ins Tor. Im Viertelfinale platzte dann endlich der Knoten: 2 zu 0 gegen THK Rissen. Am Sonntag schien es, als hätten sich die Mädels alle Tore vom Samstag aufgehoben. Im Spiel um Platz 5 war plötzlich alles da: Tempo, Mut und Abschlussstärke. Es regnete Tore und Rotation gewann deutlich mit 7 zu 0 gegen Düsseldorfer SC 99. Platz 5 für die LK1.
Auch die wU10 LK2 zeigte ein starkes Turnier. In einer engen Gruppe erreichte das Team ebenfalls Platz 3 mit drei Punkten und ausgeglichenem Torverhältnis. Jede Partie wurde angenommen, jeder Ball umkämpft. Besonders beim Sieg gegen Gastgeber Hannover 78 Blau hatte man das Gefühl: Jetzt ist etwas in Bewegung. Im Viertelfinale wartete allerdings Hannover 78 Weiß. Trotz großem Einsatz musste sich Rotation mit 0 zu 3 geschlagen geben. Aber aufgeben? Keine Option. In den Platzierungsspielen kämpften die Mädchen bis zum Schluss und teilten sich am Ende den 7. Platz. Die begehrten NANA Pokale gingen schließlich in der LK1 an Club zur Vahr und in der LK2 an die starken Mädchen des Bremer HC.
Doch das Wichtigste an diesem Wochenende hatte am Ende nichts mit Platzierungen zu tun. Im Verlauf des Turniers kam es zu einer unangenehmen Situation mit einem Co Trainer eines anderen Vereins. Unsere Mädchen reagierten beeindruckend: Sie hielten zusammen, standen für sich ein und holten Unterstützung durch Erwachsene. Sie zeigten etwas, das nicht trainiert werden kann: Mut, Haltung und Zusammenhalt.
Ob LK1 oder LK2, in diesem Moment war wieder klar: Es gibt keine zwei Mannschaften. Es gibt einen Jahrgang. Eine Rotation. Auf der Rückfahrt, inzwischen etwas ruhiger als auf der Hinfahrt, wurde deshalb noch einmal gemeinsam gesprochen über die Auseinandersetzung der Mädels mit dem anderen Verein. Trainer Juli und Georg erinnerten die Mädchen daran, dass Hockey mehr ist als Tore und Ergebnisse. Hockey bedeutet Respekt, Fairness, Verantwortung und anständiges Verhalten auf und neben dem Platz. Denn man muss nicht immer gewinnen und aufs Treppchen, um etwas mitzunehmen. Und genau das haben die 22 Mädchen an diesem Wochenende getan.
Zum Schluss möchten wir uns herzlich bei Hannover 78 unseren Gastgebern bedanken. Für die tolle Organisation, die besondere Turnieratmosphäre, viele spannende Spiele und ein Wochenende, das unseren Mädchen sicher lange in Erinnerung bleiben wird.








