Rosas erstes Tor für die U16 Nationalmannschaft

wU12 ist Berliner Meister

Eine Endrunde für die Annalen: Zündung – schwergängige Kupplung – Gang rein – Gaaaaas!

Ein Tag ist rum – Zeit zum Verdauen dieses unglaublichen Wochenendes … aber die Bilder im Kopf schwirren immer noch munter beschwipst auf der geistigen Leinwand durcheinander. Mal sehen, ob ich da etwas Ordnung hineinbekomme (Macht´s euch bequem, trink ´nen Tee … das könnte länger dauern) 😉.

Was braucht es zum Gewinn einer Berliner Meisterschaft (können wir euch jetzt nämlich sagen)?

Ein guter Anfang sind „brennende“ Spielerinnen, die (im Fall von Lotta und Thea trotz schmerzhafter Blessuren aus den letzten Punktspielen) um nix auf der Welt diese Endrunde verpassen wollten. Super engagierte Fans sind ein Plus (von Geschwistern über Eltern bis hin zu Mitspielerinnen aus unserem wU12-Rudel) … eine durchgehend positive rotationig-lautstarke Fanwand ganz ohne technische Hilfsmittel, Profis am Werk! Das richtige Maskottchen ist wichtig … besser sind natürlich mehrere möglichst plüschige Freunde.

Am wichtigsten aber (und da haben wir unseres Erachtens alle anderen Teams übertrumpft) ist dieses absolute „Musketier-Gefühl“, dieses gelebte Team auf und neben dem Platz. Sei es der selbstorganisierte Pizza-Abend mit emotionalen Extras, spontan im Auto verfasste Motivationsbriefchen, das nahezu diskussionslose „Weiter im Text“ auch bei fragwürdigen Schiri-Entscheidungen oder einfach nur die bedingungslose Unterstützung füreinander. Respekt, Kompliment, Chapeau Ladies!!!! (Danke dafür sagen Fabi, Nora, Tina)

… hier die lange Version der Ereignisse:

Zum samstäglichen Auftakt stand man der Potsdamer Hockeyunion gegenüber und da legte unsere Mädels los wie die Feuerwehr. Gleich die erste Strafecke brachte mit sattem Schuss von Toni ins rechte Dreiangel das 1:0. Keine Zifferblattumrundung später setzte Toni zu einem ihrer energischen Tempoläufe die Bande entlang an, legte knackig quer vors Tor und Frieda katapultierte den Ball direkt und unhaltbar ins lange Eck. Das 3:0 (diesmal halbhoch links) war erneut eine „Ecken-Rakete“ von Tonis Kelle.

Dann meldete sich Potsdam mit guter Chance zu Wort, Matilda war mit dem Kicker zur Stelle. Wenig später fingen wir uns die erste kurze Ecke, zunächst gut von Yella abgelaufen, kam dann doch noch der Torschuss. Aber trotz abgefälschter Flugbahn hatte Mati alles im Griff.

Nach der Pause ging es zunächst „rotations-drückend“ weiter – eine weitere Strafecke konnte die Potsdamer Keeperin vereiteln. Yella war da knapp vor ihrem ersten Treffer. Lange musste sie aber nicht warten, denn nach schnell ausgeführtem Freischlag durch Frieda hatte „Yeye“ nur noch die Torhüterin vor sich, legte sich die Kugel auf die Rückhand und netzte zum 4:0 ein.

Irgendwann kam PSU zum nicht unverdienten Ehrentreffer, Toni rückte mit einer wunderschön verzögerten Rückhand und ihrem Hattrick die Dinge wieder gerade und damit war das Halbfinale praktisch sicher.

Spiel Numero Zwo fand gegen die Truppe vom BHC statt – sicher stärker einzuschätzen als Potsdam, aber mit guter Leitung dennoch ein schlagbarer Gegner. Irgendwie war uns aber die Pause nicht bekommen, denn diesmal ging uns die Ordnung früh verloren und wir fanden sie nie wirklich wieder. Die Blau-Roten begannen druckvoll und schon nach wenigen Ballwechseln musste Mati per Tatze klären. Wenig später brannte nach fehlender Deckung und offener Mitte die Bude – eine BHCerin tauchte mit Ball allein vor unserem Kasten auf, setzte den Schuss aber knapp neben das Tor. Puuuh! Etwas später ging das nicht so gut für uns aus, diesmal konnte die Stürmerin noch querlegen und ihre Kollegin hatte quasi das ganze Netz offen vor sich – schon stand es 0:1. Gleich die erste Kurze gegen uns brachte das 0:2 durch einen guten Schlenzer in den Winkel … allerding waren wir da sehr zögerlich rausgelaufen.

Da passte es auch ins Bild, dass unsere erste eigene Strafecke abgepfiffen wurde, weil wir überhastet von außerhalb geschossen hatten. Der Kampf war da, aber der Mix aus Schnelligkeit und Überlegtheit stimmte nicht. Viele unserer Pässe landeten im Nirgendwo, noch mehr in gegnerischen Brettern. Ohne Chancen waren wir aber nicht. Ein Konter über Lippi landete in den Schienen der BHC-Keeperin (da war der Pass einen Ticken zu lang) – kurz zuvor hatte Mati wieder pariert. Wieder ein Fehlpass, ein BHC-Konter und erneut war Matilda zur Stelle, bevor Philippa noch einmal an den Schienen der BHCer Torsteherin scheiterte.

Nach der Pause wurde es unübersichtlich: eine kurze Ecke schien mir von Mati gehalten zu werden, der Schiri sah stattdessen May regelwidrig am Ball und wollte Siebenmeter pfeifen – nach kurzer Beratung entschieden sich die beiden Schiedsrichter für eine erneute Strafecke. Die ging dann beim Abwehrversuch an den Körper einer unserer Verteidigerinnen und jetzt wurde es der Schuss vom Punkt. Mati brachte mit starker Parade die Auswechselbank zum Beben. Allerdings änderte sich nix mehr am Spielstand, wir zogen damit als Zweitplatzierte in das sonntägliche Halbfinale gegen TuS Lichterfelde ein.

Neuer Tag, neues Glück und Thea war jetzt mit am Start. Das Halbfinale gegen aggressiv pressende „TuSLis“ war unfassbar laut, temporeich, spannend, emotional (diplomatisch gesagt: beide Trainerbänke haderten mit den Schiris …) – es wurde die vor allem kämpferisch beste Partie der Saison von unseren Mädels!

Los ging es mit einer Strafecke für Weiß-Schwarz, abgegriffen von unserer Defense. Es wurde zum Bild der ersten Halbzeit: TuSLi drückte vehement, wir verteidigten mit Mädchen und Maus und lauerten auf Konter. In dieser Phase zeigten unsere Mädels rundherum eine Verteidigung wie aus einem Guss. Dann eine Schlüsselszene, wie sie – Klischee, aber wahr – recht oft passiert: Strafecke Lichterfelde – Parade Matilda – Helene startet einen überfallartigen Konter und holt die erste Ecke für Rolle rolle … und die schlenzt sie anschließend mustergültig zum 1:0 in die Maschen. Jubel, Jubel – Habzeitpfiff – nochmal sammeln (O-Ton Fabi: „Der Kuchen ist hier noch lange nicht gegessen“)

Bezeichnend, dass es eine starke Defensivaktion brauchte, bevor ein Konter über Lotta zur Chance für Frieda wurde – ihr Direktabnahme zischte Millimeter am Pfosten vorbei. Der Ausgleich fiel nach einer Lichterfelder Strafecke, kurz zuvor hatte die TuSLi-Torhüterin Frieda erfolgreich das 2:0 verwehrt.

Stete Kelle höhlt das Tor (so ging der Spruch doch, oder?) – nach einem „Toni-Spurt“ die Bande entlang und einem Steilpass an den linken Schusskreis war Frieda zu Stelle, nahm sich diesmal die Zeit für zwei Kontakte und netzte zum vielumjubelten 2:1 ein. Noch 6 Minuten bis Buffalo!

Keine sechzig Sekunden später wieder Strafecke auf unserer Seite (Trainerpuls bei 180) und Drama allererster Sahne: Lotte fischt die Kugel von der Linie und leitet gleich den Gegenkonter ein, der dann seinerseits zu einer Ecke für Rotation führt. Die TuSLi-Keeperin pariert, aber ihre Verteidigerin spielt mit drei Punkten, es gibt erneut Strafecke. Diesmal zappelt der Ball zum 3:1 im Netz (und ich hab keine Ahnung mehr, wer die rotationige Absenderin war). Noch drei Minuten bis Buffalo!!

Dann gab´s wieder eine Ecke für TuSLi – es klingt (soweit man das im Hexenkessel am Rohrgarten hören kann) wie ein Pfostenkracher, aber der Schiri pfeift eine Folge-Ecke … Lichterfelde zimmert den Ball über den Innenpfosten zum 3:2-Anschluss in den Kasten. Noch eiiiiine Minuuute!!! Neiiin – sie pfeifen schon wieder zur Strafecke!!! …. Und dann hab ich wohl meinen Schreibblock weggepfeffert … is jedenfalls kein Tor gefallen … Pfiff … Finaaaaaale!!!!

Und nicht nur das – mit dieser krassen Energieleistung war (da zwei Berliner Vertreter teilnehmen werden) auch das Ticket zur Ostdeutschen Meisterschaft in Sack und Tüten – und das vollkommen zu Recht!

Kuchen essen, Hockey schauen, hier und da in den Gängen zocken – sammeln.

Kurz vor dem Abendbrot war dann Zeit für das Finale, mit den Wespen stand der erwartet schwere Gegner auf der anderen Seite. Es war eine ganz andere Partie als zuvor das Semifinale, aber nicht minder spannend. Los ging es mit viel Ballkampf im Mittelfeld, vielleicht mit etwas mehr Spielanteilen durch Rolle rolle, aber noch ohne echte Torchancen. Die erste Ecke gehörte den Wespen – sie landete satt am Gebälk (ich hab „Fortuna“ schon zum Dank ein Marzipanschweinchen “geopfert“). Prompt kommen wir zu unserer ersten guten Gelegenheit über „Hehe“, aber Lippi erwischt die Kugel nur halb und die Keeperin kann klären. In dieser Phase sorgte May im Mittelfeld immer wieder für Zehlendorfer Sorgenfalten. Kurz vor dem Pausen-Ergo setzte sie Antje gut ins Szene, die konnte den Ball nicht richtig kontrollieren und ihr Schuss landete in den Schienen der Wespen-Keeperin.

Nach dem Seitenwechsel musste erst einmal richtig gut verteidigt werden, Lotta und Toni waren gefragt, Matilda fischte gleich zwei Eckenschüsse hintereinander weg. Dann rollte die bewährte Kombo Yella-Frieda gen Wespen-Gehäuse, Yella lief energisch die linke Halbspur entlang, passte rüber zu Frieda, deren Torschuss konnte die Torhüterin noch abwehren – beim blitzschnellen Nachschuss war sie dann chancenlos. Wenige Nervenzusammenbrüche später setzte es die nächste Wespen-Ecke und Matilda war wieder da. Das ging in ähnlicher Weise noch ein paar Szenen so weiter. Ironischerweise fiel der (absolut verdiente) Ausgleich für Zehlendorf dann aber nicht per Standard, sondern aus einem Konter heraus.

War aber noch nicht genug Drama: kurz vor Ende startete May nochmal durch, bediente Philippa im 2 gegen 1 und die schickte den Ball per Direktabnahme postwendend …. Miiiillimeter am Kasten vorbei (das wäre um ein Haar ein spektakuläres – „Kurz-vor-Knapp“-Ding geworden). War aber immer noch nicht Schluss – die Wespen bekamen eine letzte Strafecke (wie bitter wäre das, bitte schön!) – die aber wurde von Rolle rolle abgelaufen.

Es folgte das klassische, nervenaufreibende und irgendwie auch würdige Ende für so ein Finale: der/die/das Penalty Shoot-out.

Die Wespen schießen zuerst: Mati treibt die Stürmerin weit nach außen und taucht ab, die „Wespe“ schafft aber den schnellen Zieher zurück vors Tor und netzt gerade noch rechtzeitig ein. May kontert trocken mit einer flachen Rückhand an der herausstürmenden Keeperin vorbei ins Tor.

Ein Wespendrehschuss durch Matildas Hosenträger bringt die Gastgeberinnen wieder in Führung. Helene schlenzt einen halbhohen Ball per Rückhand zum erneuten Ausgleich.

Rückhandbälle werden zum Mittel der Wahl (sind aber für den Keeper auch verdammt schwer zu verteidigen) – Zehlendorf legt so das 4:3 vor. Toni flitzt in den ersten Schuss, der wird noch pariert, aber sie hat genügend Zeit und Ruhe für einen ausgleichenden Nachschuss.

Damit sind drei Runden rum (fühlt sich mehr an …), es geht im „Sudden Death“ weiter und diesmal beginnt Rotation: May setzt ihren Schuss (na klar, per Rückhand) zum 5:4 in die Maschen. Die Wespen kontern mit einem erneuten Innenpfostentreffer.

Helene legt mit „Spinorama“ um die Keeperin wieder vor. Die Zehlendorferinnen gleichen erneut aus … und zwar genau mit dem Abpfiff.

Toni schiebt den Ball trocken rechts an der Wespentorhüterin vorbei über die Linie (das ist das 7:6) und dann … dann macht sich Mati gaaanz lang und HÄLT DAS DING!!!

Ohne Worte (sind eh alle)!!!!!

Unsere Meisterinnen:

Antje, Frieda, Helene, Lotta, Matilda, May, Philippa, Sophie, Thea, Toni, Yella