Hockey gegen Rassismus

Vom Elternhockey zum Schiri-Obmann

Wir stellen vor – Interview mit Dong-In unserem neuen Schiri-Obmann

Dong-In Han – wer ihn nicht kennt ist selber Schuld. Immer wenn ich -leider inzwischen viel zu selten- zum Hockey komme, ist auch Dong-In da. Ich lernte Dong-In vor über 10 Jahren kennen, als er sich bei den Schlenzelbergern – unserer 1994 gegründeten Elternhockeymannschaft – anmeldete. Seitdem ist Dong-In aus unserem Vereinsleben nicht mehr wegzudenken. Kürzlich wurde er als neuer Schiedsrichterobmann berufen. Ich habe das zum Anlass genommen, um Dong-In zu interviewen. Lest selber. Danke Dong-In für das Interview und danke für dein Engagement.

Hallo Dong-In,

Du bist unser neuer Schiedsrichter-Obmann. Herzlichen Glückwunsch und viel, viel Erfolg in diesem wichtigen Amt. 

Ich nutze die Gelegenheit, um deine Vorgänger zu nennen. Von 2003 bis 2007 war Kay Schikowski Schiri-Obmann. Kay ist seit einer gefühlten Ewigkeit Schiedsrichter für uns. Er hat die Verbandsschiedsrichterlizenz und pfeift heute noch für Rotation.  Von 2007 bis 2010 war Anne Meyer unsere Schiedsrichter-Obfrau und 210/11 nahm Dirk Reinink  dieses Amt wahr. Du übernimmst diese Funktion jetzt von Jörn Wobbe. Jörn Wobbe war von 2012 bis jetzt, also mehr als 10 Jahre „Amtsinhaber“ und wird weiter für unseren Verein als „Verbandsschiedsrichter“ pfeifen. Ich nutze die Gelegenheit, um Jörn ganz herzlich für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement zu danken

Nun zu dir. Wir beide haben uns kennen gelernt als du bei der Schlenzelberger Elternhockeymannschaft anfingst Hockey zu spielen. Ich erinnere mich noch genau, weil ich damals noch die Mannschaft, die mir sehr ans Herz gewachsen war, trainierte.

Wann war das genau? Erzähle bitte kurz etwas über deinen Hockeystart bei den Schlenzelbergern.

Das ist ungefähr 10 Jahre her. Meine Kinder haben mich indirekt zum Hockey gebracht, vorher kannte ich Hockey nur als Mädchensport (das ist nicht negativ gemeint), in meiner Schulzeit in West-Berlin sah ich nur Mädchen mit Hockeyschlägern herumlaufen. Aber ich fand Hockey schon damals sehr interessant, weil ich leidenschaftlicher Baseballspieler war, es gab einige Gemeinsamkeiten zwischen Baseball und Hockey: Schläger schwingen, den Ball hart treffen usw. …. 

Als Vater von 2 Hockeyspielerinnen bist du früher oder später fast jedes Wochenende auf dem Platz und verbringst deine Freizeit, irgendwann dachte ich mir, wenn das so ist, dann könnte ich auch mit Hockey anfangen.

Glücklicherweise wurde ich sehr schnell und freundlich von den Schlenzberger*innen aufgenommen: Ich hatte keine Ahnung wie Hockey gespielt wird, jeder Versuch den Ball anzunehmen oder zu schlagen ging schief, aber sie waren sehr geduldig mit mir ….. und es hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Inzwischen bis du erfolgreicher Hockeyspieler und spielst im Team unserer Alten Herren, die jüngst Berliner Hallenvizemeister wurden. Im Juli 2022 spieltest du in der Berliner Landesauswahl M50 und wurdest mit dieser Seniorenmannschaft Gewinner des traditionsreichen Silberschildes. Wir haben darüber berichtet:  Der Silberschild – Stefan Kloos und Dong-In Han – Hockey SG Rotation Prenzlauer Berg Berlin (rotationhockey.de).

Wie kam es zu dieser unglaublichen Entwicklung vom Elternhockeyanfänger zum Silberschildgewinner?

Ich denke, ich mache nur einen Schritt nach dem anderen. 

Elternhockey->Alten Herren->Silberschild. Dieses Jahr werden wir Ende September in Hamburg unseren Silberschild verteidigen, ich freue mich schon darauf!

Wie bist du dazu gekommen, dich auch als Schiedsrichter zu agieren?

Das klingt jetzt sehr plakativ, aber ich bin der Meinung, dass Schiedsrichter*innen ein wichtiger Bestandteil des Spiels sind, daher fiel es mir nicht schwer, die Pfeife selbst in die Hand zu nehmen. Zwischenzeitlich hatte ich auch schon Hockeyerfahrung bei den Schlenzbergern gesammelt, außerdem war es eine gute Möglichkeit sich in irgendeiner Form im Verein zu engagieren.

Wann hast du deine Schiedsrichterlizenz als „Verbandsschiedsrichter“ erworben?

Seit 2017 bin ich Verbandschiri.

Was fasziniert dich am „Schiedsrichtern“? … und was wünscht du dir als Schiedsrichter von den Spielern?

Schnelle Entscheidungen, Schnelligkeit, Genauigkeit, Besonnenheit, jederzeit den Überblick behalten, freundlich, aber bestimmt… All diese Eigenschaften können den Unterschied zwischen einem guten und einem sehr guten Schiedsrichter ausmachen.

Auch Schiris machen Fehler, deshalb bitte immer freundlich, respektvoll sein.

Was hast du dir als unser neuer „Schiri-Obmann“ vorgenommen? Was sind die Aufgaben, die du als erstes angehen möchtest?

Das Selbstverständnis stärken:

Ich möchte mehr junge Menschen für die Schiedsrichterei begeistern. Sie sollen verstehen, dass Pfeifen Spaß macht und sogar Karriere machen kann.

Ich bin der Meinung, dass jeder das Pfeifen lernen kann, daher möchte ich auch dem einen oder anderen erfahrenen Hockeyspieler*innen diese Möglichkeit anbieten.

Die Außenwahrnehmung ändern:

Schiedsrichter*innen sollten als eine feste Einheit des Hockeyspiels verstanden werden.

Du engagierst dich nicht nur als Spieler und Schiedsrichter für unseren Verein. Erzähle bitte, was machst du noch alles?

Ich bin derzeit für die Trikots verantwortlich.

Ich war einige Jahre Mannschaftsbetreuer bei den Mädchen.

Seit letztem Jahr pfeife ich auch für die Senioren Nationalmannschaften in verschiedenen Altersklassen, das nennt sich GMH (German Masters Hockey), Länderspiele habe ich noch keine gepfiffen, aber ich würde mich freuen, wenn ich mal für Deutschland pfeifen dürfte.

Ergänze bitte folgende Satzanfänge:

Hockey ist für mich …

Viel Spaß und viel Herausforderung.

Die Schlenzelberger sind …

Eine tolle Truppe und ein ganz wichtiger integrativer Bestandteil unseres Vereins. Wie übrigens auch die Alten Herren und die anderen Elternhockeymannschaften.

Ich wünsche mir viel mehr Schiedsrichter*innen bei Rotation, weil …

Wir in letzten Jahren so stark gewachsen sind, sowohl bei der Anzahl der Spieler*innen als auch in Spielqualität, daher ist es für mich nur logisch, dass in naher Zukunft noch viele gute Rotation Schiedsrichter heranwachsen werden.

Rotation ist mein Verein, weil …

Weil ich mich hier sehr wohl fühle. 

Weil wir soviel Lust haben, was zu bewegen

Weil Rotation ein toller Kiezverin ist