LIVESTREAM Nord-Ostdeutsche Meisterschaften mU14

Unsere wU12 holt sich den Pokal beim 4. Kiwi-Cup in Rissen

Mega-Turnier … inklusive Melone & Macarena

Die Ferien haben zwar noch nicht begonnen und auch die Punktspielsaison läuft noch – aber für den Kiwi-Cup in Rissen lassen wir gerne alles stehen und liegen. Mit unserer dritten Teilnahme beim nunmehr 4. Cup sind wir ja quasi schon Stammkunden, aber so gut wie dieses Jahr ist es tatsächlich noch nie gelaufen.

Legen wir gleich mit dem eigentlichen Turnier los (… in der Bahn passiert ja doch irgendwie immer das Gleiche oder „früher waren die Klimaanlagen auch aus anderem Holz geschnitzt“). Obwohl, ein Novum gab es doch: eines unserer Zelte hat sich im Zug so gut versteckt, dass es heute vielleicht immer noch Bahn fährt. Da heben wir gleich zum ersten Lob auf die Rissener Orga-Eltern an: nicht nur der Shuttle-Service zum Platz war blendend, unseren obdachlosen Mädels wurde vor Ort sogar flugs noch ein Zweimannzelt inklusive Doppel-Isomatte gespendet. Da kann man nich meckern!

Auf dem Platz warteten zum Auftakt die Mädels vom Braunschweiger THC. Nach zögerlichem Beginn kam die Walz langsam ins Rollen. Unsere erste Bude machte Magda, die vom Kreisrand beherzt abzog, der Schuss wurde abgefälscht zur unhaltbaren Bogenlampe. Noch schöner aber war das 2:0 durch Philippa. Also alle mal kurz Kopfkino an: Rolle rolle fängt den Braunschweiger Angriff irgendwo vorm eigenen Viertel ab und sofort läuft der Konter. Thea trägt die Kugel über den rechten Flügel, passt dann nach innen zu Frieda, die 2 Verteidiger auf sich zieht, im letzten Moment Ball zurück nach außen auf Lippi, Hochgeschwindigkeitsrechtskurve um Keeperin und Defense und im Fallen (da haben die Braunschweigerinnen den Ball schon beruhigt über die Grundlinie trudeln sehen) dann der sehenswerte Schuss ins laaaange Eck … Waaahnsinn! Von solchen Toren bekommen Torhüter Alpträume, sag ich euch … wenn sie nicht mitfiebernd an der Seitenlinie stehen.

Nun waren wir also perfekt ins Hamburger Turnier gestartet, nur um im zweiten Spiel auf die Berliner Konkurrenz von TuSLi zu treffen. Mit denen hatten wir noch eine Rechnung offen nach einer (nennen wir es mit diplomatischem Blick auf den gegnerischen Schiri) unglücklichen Niederlage. Es war wohl nicht genau die gleiche Besetzung, aber das war unseren Mädels egal. Sie fanden diesmal schnell den richtigen Gang. Das 1:0 erzielte Thea nach schöner Einzelleistung ins linke Eck – Magda stand da schon am langen Pfosten … nur für alle Fälle. Wenig später war genau das der „Platz an der Sonne“, denn nachdem Friedas Schuss noch pariert werden konnte, staubte Magda lässig ab. Eigentlich fiel dann noch ein sehr schönes 3:0 nach kurzer Ecke, Ablage und kurzem Anlauf durch Yella … nur der Schiri hatte andere Ansichten als wir, was das Stoppen von Bällen bei Strafecken angeht. Kurz vor Knapp musste Merle dann noch einmal eingreifen, dann war auch der zweite Sieg in Sack und Tüten.

Hab ich schon die leckeren und vor allem schier nie ausgehen wollenden Melonenvorräte im Büffetzelt erwähnt?! Ehrlich, die Eltern müssen halb Hamburg leer gekauft haben – bei sicher 28°C im Schatten war das allein schon ein Grund, den Kiwi-Cup zu einem der besten …  ach was, zum tollsten Hockeyturnier überhaupt zu küren. Andere werden begeistert von der Tombola berichten (mit echtem Glücksrad), da wurden so nützliche Dinge wie Hockeytaschen (Sophie), ´ne Powerbank (Magda), Beuteltaschen (Toni) und was weiß ich nicht noch alles gewonnen. (ich hatte ´ne Niete … mit ein-zwei Stückchen Melone ist das schnell vergessen)

… aber zurück auf den Platz: nächster Gegner waren die Lübeckerinnen von Phoenix (manchmal trainiert von Ex-Rotation-FSJler Fred), bis dahin auch noch ohne Punktverlust. Das war dann eine ziemlich enge Kiste. Wir konnten mit unserer 2 Strafecke das 1:0 vorlegen: Helenes Schuss blieb hängen, aber Yella eroberte den Ball zurück und zieht nach rechts, legt dann wieder ins Zentrum und Toni zimmert die Kugel direkt ans Brett. Mit einer weiteren Ecke und zwei knapp vergebenen Torschüssen verpassten wir die Entscheidung, stattdessen gelang Phoenix noch der Ausgleich. Wir liefen in einen Konter (da fiel Einigen der Rückwärtsgang schon recht schwer), fingen uns eine Strafecke und waren dann etwas zu statisch. Unterm Strich war das so Ergebnis okay – allerdings hätten wir gern auf Yellas Umknicken verzichtet – zumindest konnte sie noch selbstständig zum Abendbrot laufen.

Nach dem Abendbrot standen wir den Gastgeberinnen gegenüber (Team Rissen II) – man kennt und mag sich, aber rein sportlich wollten unsere Mädels natürlich nicht zurückstecken. Die Richtung war schnell aufgezeigt: Toni erzielte das 1:0 mit ihrem eigenen Nachschuss und setzte nur wenig später unsere erst kurze Ecke mit Schmackes an den Pfosten. Tor Numero Zwo fiel durch Frieda nach schöner laufintensiver Vorarbeit durch Thea. Das dritte Tor könnte man ganz bescheiden „Tiki-Taka“ nennen: Mati erobert den Ball im Mittelfeld, legt nach außen zu Frieda, die steckt durch auf Toni im Kreis und fertig. Etwas später durfte Thea dann selbst einlochen – irgendwie griff Niemand sie an und dann rutschte ihr Schlag der Torhüterin über den Kicker ins Tor. Philippa wollte auch ein Wörtchen mitreden und stocherte das 5:0 im vollbesetzten Torraum über die Linie. Das halbe Dutzend voll machte dann wieder Toni, diesmal über mustergültig in Szene gesetzt von Helene, die den Ball zuvor über den halben Platz in den Rissener Schusskreis getragen hatte.

Der laue Abend klang mit Small-Talk, Fotos, lecker Limo und „Kindereien aller Art“ aus. Wenn ihr euch überlegt, dass die meisten Kinder (und einige mutige/dickhäutige Erwachsene) in Zelten rund um eine Tennishalle übernachteten (also gefühlt alle Meter eine bis vier Spannleinen) … könnt ihr vielleicht erahnen, wann da wirklich Ruhe im Karton war.  

Nach dem Frühstück (vermutlich haben die Eltern gegen 6 Uhr mit dem Schmieren der Brötchen begonnen) standen noch zwei Begegnungen aus unserem Plan: die vermeintlich leichte Aufgaben Rissen I und das jetzt schon hochwahrscheinliche Déjà-vu mit Phoenix.    

Gegen die erste Mannschaft der Gastgeberinnen waren wir gleich wach (vielleicht lags am Kakao oder an den Nutella-Brötchen?), Thea kombinierte sich mit Frieda zum 1:0 (knackiger Querball von rechts, humorlos im Tor untergebracht aus zentraler Position). Keine zwei Melonenbisse später brachte Toni mit schönem 3D-Pass Philippa in Schussposition – so fiel das zweite Tor. Die Tore 3 und 4 besorgte Toni dann eigenhändig (einmal geschlagen, einmal geschrubbt … die Traineraugen glänzten). Magda netzte per Abstauber zum vermeintlichen 5:0 ein, wurde aber nochmal zurückgepfiffen. War aber egal, kurz darauf legte Helen von rechts auf und Magda machte ihre Bude am langen Pfosten. Weil´s so schön war, schlug sie dann noch einmal zu – mutterseelenallein vor der Keeperin, was soll man da als Stürmerin sonst machen?! Toni krönte ihre tolle Leistung dann noch mit einer weiteren schönen Vorlage, so kam Antje zu ihrem ersten Treffer und das 7:0 war perfekt.

Nachdem unsere Mädels sich die Begegnung Braunschweig gegen Rissen angeschaut hatten ohne sich „fan-technisch“ für ein Team entscheiden zu können, wurden kurzerhand beide Mannschaften angefeuert. Überhaupt war da sehr viel Miteinander zwischen den Teams – echt schön anzusehen.

Vor dem Finale galt es dann, nochmal schön im Schatten zu chillen, die Melonenbestände weiter zu dezimieren und irgendwie war da auch Musik …

Spontane Tanzeinlage über Teamgrenzen hinweg

Dann wurde es ernst (darf eben nur nicht zu ernst werden, richtig?): vor dem Anpfiff herrschte noch viel Nervosität, aber mit dem ersten Ballkontakt waren alle mit Vollblut dabei. Frieda testete mit ihrem ersten Schuss die Flugkünste der Lübecker Keeperin, kurz darauf scheiterte Thea von außen an der Hansestädter Defensive. Die erste Strafecke für Rotation ging in zweiter Welle von Toni Richtung linker Pfosten … May verpasste den Stecher um Haaresbreite. Helene zimmerte unsere zweite Ecke in die Keeperin, aber es gab eine Folgeecke. Diesmal trug Helena die Kugel nach außen, passte knackig vors Tor und Magda hielt (wo? … richtig, am langen Pfosten) die Kelle rein – Eins zu Null!

Thea (wieder mit einem Laufpensum allererster Sahne!) nahm dem Ball auf, nachdem Helene hinten wieder klasse aufgeräumt hatte und flitzte über den Flügel ins Lübecker Revier. Dort kam der Pass zu Toni, die leitete weiter vors Tor und dort netzte Magda mit angekantetem Schlag zum unhaltbaren 2:0 ein – phänomenal! Um ein Haar wäre dann noch ein Steilpass von Lotta auf Philippa zum dritten Treffer gelungen – da fehlten nur wenige Zentimeter.

Zum Ende hin gelang auch Lübeck noch die ein oder andere Aktion, aber unsere Defensive war an diesem Tag einfach nicht zu knacken. Der Abpfiff kam – Jubel, Trubel, Heiterkeit auf Rotationer Seite (und da haben auch einige Rissener mit uns gejubelt) … und die schönste, fröhlichste und nasseste Trainer-Dusche unserer Karriere (Kinder spritzen ja zum Glück noch nicht mit Bier und bei sommerlichen Temperaturen waren wir nach dem Abbau der Zelt schon fast wieder trocken … fast)!

Kinder, das war nicht nur ein erfolgreicher und fröhlicher Kiwi-Cup, das war vor allem auch echt wunderschönes Hockey auf allen Positionen! Fabi hat beinahe das Zelte-Abbauen komplett verpasst, weil er auf dem Weg von so vielen Leuten Komplimente für unsere Mädels bekommen hat.   

Wir sind mega stolz auf unsere Truppe und gespannt, was die in Zukunft noch alles reißen. Ich möchte das jedenfalls um nix in der Welt verpassen!

Turnier gerockt von: Antja, Frieda, Helene, Lotta, Magda, Matilda, May, Merle, Philippa, Sophie, Thea, Toni, Yella