Nach unserem Abstieg aus der 2. Bundesliga im Juni stand für uns das Saisonziel schnell fest: wir wollen die Erfahrungen, die wir gesammelt haben in möglichst viel Zählbares umwandeln und mit Souveränität die Liga dominieren. Dass wir dies nicht auf die leichte Schultern nehmen können und es ein leichter Durchmarsch wird, war uns dabei allerdings von Anfang an klar. Denn in der Regionalliga kann jeder jeden schlagen (das sollten wir selber noch zu spüren bekommen)
Auftakt in die Regionalliga Ost Saison 2026/27 war für uns MHC auf heimischer Anlage. Bei Sonnenschein und mit bester Laune wollten wir direkt einmal zeigen, dass wir jedes Spiel von vorne spielen möchten und wir dabei das gesamte Spiel lenken. Vor zahlreichen Fans gelang uns dies auch über 60 Minuten. Wir dominierten nahezu das gesamte Spiel, ließen nur 2 Torschüsse zu und schossen konstant über die gesamte Spielzeit verteilt die Tore. Und das schönste für unsere Trainer: man sah, dass die Übungen aus dem Training ihre Wirkung zeigen, waren es doch Tore die genauso gefallen sind, wie wir es in den Wochen zuvor trainiert haben. Am Ende gewannen wir das Spiel mit 4:0. Gemeinsam mit allen Fans wurden somit die ersten drei Punkte der neuen Saison gewonnen. Dank des bestens Torverhältnisses standen wir sogar direkt auf dem 1. Tabellenplatz, den wir – Spoiler – auch bis zum Ende der Hinrunde nicht mehr verlassen haben.
Mit großem Selbstbewusstsein ging es eine Woche später auswärts gegen Blau Weiß weiter. Die Mädels aus dem Grunewald hätten in der Saison zuvor aufsteigen können, verzichteten aber auf das Aufstiegsrecht. Demnach erwarteten wir ein Spiel auf Augenhöhe, das uns fordern würde. Aber es kam anders. Zwar kam Blau Weiß zu einzelnen Kreisszenen, bis auf eine Situation in der 2. Hälfte, blieben aber die Hochkaräter aus. Am Ende wurde unser konstantes Pressing belohnt, erst eine Ecke, dann ein Angriff wie aus dem Lehrbuch und dann noch eine Ecke komplettieren den Endstand von 3:0 für uns. Damit konnten wir auch im Grunewald hinten die Null halten, 3 schöne Tore schießen und vor allem 3 weitere Punkte auf unser Konto verbuchen.
Mit 6 Punkten im Gepäck ging es zurück in den Prenzlauer Berg (also eigentlich nach Lichtenberg, aber das Detail ist nicht entscheidend). Auf der Storkower empfingen wir den ATV. Auf unserer Euphoriewelle des Sieges surfend wollten wir die unbedingt 3 Punkte gegen die Leipzigerinnen erspielen – wir hatten schließlich noch eine Rechnung mit ihnen offen. Hatten wir in unserer Aufstiegssaison noch sehr deutlich gegen Leipzig verloren, war es dieses Mal ein Spiel auf Augenhöhe. Mal war Leipzig besser, mal wir drückender. So leicht wir uns das gute Kontakten und der Spielaufbau in den Spielen zuvor fiel, so schwer taten wir uns in diesem Spiel. Mit jeder verstrichenen Minute wurde das Spiel hitziger. Unsere Trainer fanden in der Halbzeit jedoch den richtigen Ton und so konnten wir im 3. Viertel unsere Energie besser bündeln und zahlreiche Chancen herausspielen. Im 4. Viertel dann der Höhepunkt – alle angestaute Energie entlud sich als der fällige Siegestreffer fiel – vollkommen verdient und deshalb noch umso schöner. Da die Verteidigung, wie über das gesamte Spiel schon, stand, konnte Leipzig dem nichts mehr entgegen setzen. Das Spiel endete mit 1:0 und somit hatten wir 9 Punkte auf unserem Konto, bevor andere Teams in unserer Liga überhaupt nur ein Spiel gespielt hatten.
Auf ein Heimspiel folgt bekanntlicherweise ein Auswärtsspiel – am Wahlsonntag zeigte das Navi daher in Richtung Osternienburg. Bei bestem Hockeywetter, gefühlte 15 Grad und Nieselregen, starteten wir hochmotiviert in das Spiel. Wir waren uns bewusst, dass es ein Spiel der anderen Klasse wird, aber unserer Erwartungen wurden um ein vielfaches übertroffen. Mit so viel Körpereinsatz, teilweise rutschend, waren wir lange nicht mehr konfrontiert gewesen. Bereits in der 10. Minuten konnten wir uns nach einer Kombination aus dem Lehrbuch mit dem 1:0 belohnen und behielten selbst bei dem immer höher werdenden Einsatz der OBurgerinnen die Ruhe und ließen uns von der fehlenden Führung der Schiedsrichter nicht aus dem Konzept bringen. Mit dem Sonntagsdreier im Gepäck ging es dann zurück nach Berlin.
In der darauffolgenden Woche wartete das Spitzenspiel auf uns. Bis dahin waren nur noch BHC und wir ungeschlagen. Dies wollten wir ändern – wir wollten die einzige ungeschlagene Mannschaft sein. In unerwarteter spätsommerlicher Hitze kam es direkt von Beginn an zu einem knallharten Schlagabtausch. BHC spielte ein sehr hohes Pressing und konnte damit einige Torchancen erspielen, wir hingegen nutzten die Räume dahinter und konnten einige Konterspitzen setzen. Das erste zählbare High- (oder eher Low-) light des Spiels setzte allerdings der BHC, indem sie eine Ecke verwandelten. Unsere 0 ist damit im 5. Spiel leider gefallen, die Motivation durch den ersten Rückstand der Saison allerdings erst recht gereizt. In den folgenden Minuten wurden die Chancen auf unserer Seite immer mehr, auf BHC Seite immer weniger. Zählbares blieb allerdings vorerst aus. Nach dem Seitenwechsel bissen wir uns immer mehr rein und konnten kurz darauf auch den Ausgleich erzielen. Fortan entwickelte sich ein Spiel „ohne Mittelfeld“ wie es unsere Trainer im Nachhinein nannten. Hin und her. Konter nach Konter wechselten wir uns mit BHC immer ab. Immer seltener wurden es sauber aufgebaute Spielzüge, immer schneller ging es vor und zurück. Wir konnten aber bis zuletzt jeden Angriff von BHC stoppen und erzielten im Gegenzug das 2:1. Selbst danach verteidigten wir die immer verzweifelter werdenden Angriffe von BHC und nahmen schlussendlich überglücklich 3 weitere Punkte mit.
Als damit letzt verbleibendes ungeschlagenes Team fuhren wir in der Woche danach nach Steglitz. Mit einigen spontanen Ausfällen und Nachrückerinnen bei enormer Hitze wollten wir dieses Mal unbedingt die 0 wieder hinten halten und vorne zahlreich scoren. Wir hatten die Rechnung aber ohne STK und deren Platz gemacht. Die Aufsteigerinnen zeigten sich wehrhaft, waren oft vor uns am Ball, spielten mutig nach vorne und verteidigten bis zur letzten Sekunde. Wir hingegen kämpften gegen uns selbst, verstoppten Bälle, ärgerten uns über den tiefen Platz und kamen nicht so recht ins Spiel rein. Trotz einiger Chancen konnten wir dieses Mal kein Tor schießen. Zumindest in der Defensive wurde das Ziel erreicht. Die Null stand in diesem Spiel wieder. Das Unentschieden, was von den Aufsteigerinnen aus Steglitz wie ein Sieg gefeiert wurde, fühlte sich für uns eher wie eine Niederlage an. Es waren schließlich auch die ersten beiden Punkte, die wir verloren haben. Und wie sagte ich bereits, in der Liga kann jeder jeden schlagen (auch wenn es auf dem Papier natürlich keine Niederlage ist).
Erst das erste Gegentor, dann die ersten Punkte verloren, im letzten Spiel der Saison sollte alles besser laufen. Hochmotiviert starteten wir in das herbstliche Spiel gegen SCC. Positives voran: die Herbstmeisterschaft hatten wir bereits einen Tag davor sicher, da BHC unentschieden spielte und wir somit bereits 2 Punkte Vorsprung auf die Zehlendorferinnnen hatten. Wir wollten aber mehr, wir wollten SCC auf 9 Punkte distanzieren und im letzten Spiel nochmal unser bestes Hockey zeigen. Auf uns wartete ein von Anfang an offenes Spiel mit Druckphasen auf beiden Seiten. Die erste Ecke können wir direkt per Flachschlenzer veredeln. Trotz direkt folgendem Druck von SCC können wir uns immer wieder durch unseren Aufbau kontakten. Unsere Angriffe und Konter scheitern leider immer wieder am Pfosten oder der Torhüterin unserer Gegnerinnen. Auch in der 2. Halbzeit waren wir die dominantere Mannschaft. Selbst die zwei Ecken der Charlottenburgerinnen wurden für uns nicht gefährlich und konnten im Team weg verteidigt werden. Im 4. Viertel drückt SCC erneut auf den Ausgleich, aber unsere Defensive verschiebt sich gekonnt, sodass es kein Durchkommen gibt. Am Ende können wir unsere Erfahrung, die wir aus der Bundesliga mitgenommen haben, vollends ausspielen und die 1:0 Führung über die verbleibende Zeit halten. So haben wir im letzten Spiel der Hinrunde unserem größten Aufstiegskonkurrenten 3 Punkte klauen und damit auf 9 Punkte distanzieren können. Ein rundum gelungener Feldabschluss mit einer verdient deutlichen Tabellenführung.
In der Endabrechnung stehen damit 12 geschossene Tore, 1 kassiertes Tor, 19 überragende Punkte und ein absolut verdienter 1. Platz! Herbstmeisterinnen!!
Wir bedanken uns bei allen Fans, die uns in der Hinrunde so tatkräftig unterstützt und mit uns mitgefiebert haben und verabschieden uns jetzt in die Halle. Wir hoffen, wir können euch ab November dann in der Woelckpromenade begrüßen, wenn es heißt: Rolle spielt in der 1. Bundesliga!!
Bis bald – eure 1. Damen 🧡💙
