Seit 2013 heißt es einmal im Jahr: Vier Kölner Top-Vereine gegen vier Berliner Urgesteine. Ein epischer Showdown um die Krone der Hockey-Städte. Beim aktuellen Gesamtstand von 6:5 für die Domstadt war die Mission für die Berliner Jungs von Sekunde eins an glasklar: Der Ausgleich musste her, der Pott sollte an der Spree bleiben! Als Epizentrum des diesjährigen Spektakels dienten die Hockeyarenen des Berliner HC.


Tag 1: Der Wettergott ist (heimlicher) Hockeyfan
Die Wetterprognose im Vorfeld? Sagen wir es höflich: Ein absoluter Albtraum aus grauem Dauerregen. Doch pünktlich zum Warm-up – die Kölner Gäste hatten gerade ihr traditionelles BHC-Nudelessen verputzt – bewies der Wettergott echtes Fingerspitzengefühl. Der letzte dicke Regenschauer verzog sich wie auf Kommando, und für den Rest des Tages blieb es trocken. Vorhang auf für die besten U12-Talente der beiden Großstädte bei absolut erstklassigen Bedingungen!
Vollgas auf dem Dreiviertelfeld
Angesetzt auf zweimal 20 Minuten und souverän geleitet von engagierten Nachwuchsschiedsrichtern, brannten die Plätze praktisch ab der ersten Sekunde. Die Devise für alle Berliner Teams: passen, „beißen“, kombinieren! Es wurde um jeden Zentimeter Kunstrasen gefightet, es gab feinste Stocktechnik zu bewundern, vergebene Großchancen zum Haareraufen und jede Menge Buden, die lautstark bejubelt wurden. Ein erster Spieltag auf allerhöchstem Niveau, der sofort klarmachte: Hier wird sich absolut nichts geschenkt.
Am Abend ging es für die Kölner Kids ab in die Berliner Gastfamilien. Und genau das ist das geheime Erfolgsrezept dieses Turniers: Tagsüber werden auf dem Platz die sportlichen Klingen gekreuzt, abends werden neue Freundschaften geschlossen. Das schweißt die große Hockey-Familie über Stadtgrenzen hinweg noch enger zusammen.
Tag 2: Graffiti-Workshop und Aufholjagd
Der Freitagmorgen startete mit einem echten Knaller abseits des Kunstrasens: Ein exklusiver Graffiti-Workshop mit einem deutschen Hip-Hoper und Graffiti-Writer. Die Jungs durften nach Herzenslust die Sprühdosen schwingen und stellten dabei eindrucksvoll unter Beweis, dass Kleidung tatsächlich sehr schmutzig werden kann. Bei der anschließenden Betrachtung der bunten Kunstwerke kam ein schmunzelnder Beobachter zum Schluss: „Ganz nett… aber es ist gut, dass ihr euch für Hockey entschieden habt!“ 😉

Zurück auf dem Platz zeigten die Gäste aus der Domstadt allerdings eine starke Performance. Bis zum Freitagabend hatten sich die Kölner ein beachtliches Punktepolster herausgearbeitet. Das ließen die Berliner Trainer natürlich nicht auf sich sitzen: In einer langen, intensiven Sitzung wurden die Köpfe zusammengesteckt und ein ausgeklügelter Matchplan für die große Aufholjagd geschmiedet. Die besondere Herausforderung für den Finalsamstag: Die Teams wurden komplett neu zu gemischten Städteteams zusammengewürfelt! Die Marschroute der Berliner Taktikfüchse stand fest: Drei Siege und ein Unentschieden mussten her, um den Gesamtsieg an der Spree zu schaffen.
Während die Trainer brüteten, ließen die Mannschaften den Abend entspannt ausklingen. Da wir als Rotation mangels eigener Kapazitäten improvisieren mussten, erlebten wir die pure Berliner Club-Solidarität: Der TC Blau-Weiß Berlin lud uns und unsere Gastmannschaft von Schwarz-Weiß Köln kurzerhand auf ihre traumhafte Anlage am Rande des Grunewalds ein. Gemeinsam wurde gegrillt, gepadelt, Fußball gespielt und gelacht. Ein riesiges, herzliches Dankeschön an Blau-Weiß für diese großartige Gastfreundschaft!
Tag 3: Geplanter Final-Krimi
Die Berliner Trainer hatten die Dramaturgie perfekt geplant: Das allerletzte Spiel sollte über den Pokalsieg entscheiden. Doch sie hatten die Rechnung ohne die kölschen Strategen gemacht. Köln schickte direkt im ersten Spiel des Morgens ein absolut bockstarkes Team (die „Rhein Rockets“) auf den Platz. Sie ließen unseren „Spree Speedsters“ keine Chance, siegten deutlich mit 6:0 und sicherten Köln damit vorzeitig die entscheidenden Punkte für den Gesamtsieg.

Das tat dem Berliner Ehrgeiz aber keinen Abbruch, im Gegenteil! In den darauffolgenden Partien drehten die Hauptstadtauswahlen noch einmal richtig auf: Die „Capital Kings“ erkämpften ein starkes 2:2, die „Bear Power“ siegte souverän mit 3:0 und die „TV Tower Titans“ brannten mit einem phänomenalen 14:1-Kantersieg gegen die Dom Devils ein echtes Offensivfeuerwerk ab!
Am Ende fehlte Berlin im Gesamtklassement denkbar knapp nur ein Sieg zum großen Triumph. Der Städtewanderpokal wandert somit mit einem neuen Stand von 7:5 Siegen wieder nach Köln. Herzlichen Glückwunsch an den Rhein!
Gänsehaut pur bei der Siegerehrung: Olympiasieger Martin Häner ließ es sich nicht nehmen, den Pokal persönlich zu überreichen! Beim anschließenden Abschlussgrillen wurde dann nicht nur ordentlich geschlemmt, sondern auch die Fan-Freundschaft gebührend zelebriert.
An dieser Stelle ein fettes Shoutout an die mitgereisten Kölner Eltern – Kölle Alaaf, es war einfach Weltklasse mit euch! Genau das macht dieses Turnier so besonders: Während sich auf dem Platz die Teams packende Duelle liefern, entstehen neben dem Platz die schönsten Begegnungen zwischen begeisterten Hockey-Eltern aus Köln und Berlin.
Frisch gestärkt ging es für die Jungs danach direkt weiter an die Seitenlinie, um noch mehr hochklassiges Hockey aufzusaugen. Erst feuerten sie die 1. Damen in ihrem packenden Playoff-Spiel an, bevor das traditionelle Berliner Herrenduell zwischen dem BHC und Blau-Weiß den Tag sportlich abschloss. Nach diesem wuchtigen Programm stand für unsere stolzen Kölner Freunde schließlich die Heimreise an.
Fazit: Hockey ist bunt und verbindet!
Auch wenn der Pokal dieses Jahr die Reise nach Köln antritt, hat das Wochenende eines ganz deutlich gezeigt: Der eigentliche Gewinner waren der Sport und das Miteinander. Die gemischten Teams am Samstag haben bewiesen, dass man sich nicht immer nur als Gegner gegenüberstehen muss. Zusammen zu spielen, gemeinsam zu schwitzen und füreinander zu kämpfen, hat den gegenseitigen Respekt massiv gefördert. Wir hoffen und sind uns sicher, dass dieses Turnier dazu beigetragen hat, dass sich die Kids in Zukunft beim Abklatschen auf dem Platz mit ehrlicher Anerkennung begegnen.
Sensationeller Ausblick: Ein neuer Cup wird geboren!
Frei nach Sepp Herberger gilt zwar: „Nach dem Turnier ist vor dem Turnier“ – aber wir setzen noch einen drauf! Aus einer absolut gemütlichen Runde am Freitagabend beim Grillen mit den Organisatoren von Blau-Weiß Berlin & Köln sowie Schwarz-Weiß Köln ist eine fantastische Idee geboren worden:
Wir rufen den Städtevergleich Köln-Berlin für die MÄDCHEN U12 ins Leben!
Gesagt, getan, der Plan steht: Am Christi-Himmelfahrt-Wochenende 2027 (Donnerstag bis Samstag) wird die große Premiere des Mädchen-Cups in Berlin ausgetragen! Parallel dazu werden die Jungs ihr Turnier in Köln spielen. Die beteiligten Vereine bleiben exakt dieselben.
Ein herzliches Dankeschön an alle Helfer, Eltern, Trainer, Spieler und last but not least den Schiedsrichtern.

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