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Rotation Prenzlauer Berg

Der Hockeyclub im Herzen Berlins

1990 – vor 30 Jahren Start in die Deutsche Hockeyeinheit

Veröffentlicht von Frank Haustein | Abgelegt unter Kalenderblatt, News

12.01.1990 –  Erste Ost-West Gespräche der beiden deutschen Hockeyspitzenverbände nach mehr als 25 Jahren Funkstille

Im vergangenen Jahr feierten wir den 30. Jahrestag der Öffnung der Berliner Mauer. Das war zugleich der Startschuss für die Wiedervereinigung des deutschen Hockeysports. Heute, am 12. Januar 2020 ist es 30 Jahre her, dass es in Ostberlin zu einem ersten offiziellen Treffen der Spitzenvertreter des DHB und des DHSV kam. Mehr als 25 Jahre herrschte zwischen dem DHB und dem DHSV Funkstille. Die bis dahin letzten offiziellen Kontakte der beiden deutschen Hockeyverbände fanden im Jahr 1964 anlässlich der Verhandlungen über die deutsche Vertretung beim Olympischen Hockeyturnier 1964 statt.
Diese Zeit der Wiedervereinigung des deutschen Hockeysports gehört zu den unvergesslichen Höhepunkten in meinem Hockeyleben. Ich durfte diesen Prozess der Hockey-Vereinigung als Mitglied der DHSV Delegation am 12.1.1990 und auch später hautnah miterleben und mit gestalten. Bleibend in Erinnerung ist mir die von Anfang an sehr herzliche und hockey-freundschaftliche Atmosphäre. Danke an meine Weggefährten von damals.
In der Rubrik „100 Geschichten“ zur Hockey-Historie ist bei hockey.de über dieses Treffen zu lesen:

12. Januar 1990:
Erste Ost-West-Gespräche
Bereits zwei Monate nach Öffnung der Berliner Mauer kommt es in Ost-Berlin zu einem ersten offiziellen Treffen zwischen Spitzenvertretern des DHB und des DHSV der DDR. Von beiden Seiten wird später betont, wie konstruktiv, harmonisch und in bestem Einvernehmen diese Tagung (und folgende weitere im Juli in Hamburg) abgelaufen ist. Neben der Vertiefung der Beziehungen auf allen Ebenen und der Verabredung erster praktischer Hilfen (zum Beispiel können sich die DDR-Auswahlteams der Damen und Herren in West-Berlin auf Kunstrasen auf die anstehenden Qualifikationsspiele zur Europameisterschaft 1991 vorbereiten) wird auch der Fahrplan für die Verschmelzung der beiden Organisationen aufgestellt.

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Der Vollständigkeit halber soll hier noch ein weiteres hockeyhistorisches Datum genannt werden. Bereits am 6. Dezember 1989 fand in Westberlin, im Hotel Intercontinental eine „1. Arbeitssitzung der Repräsentanten des Berliner Hockeys (West und Ost) statt. Hier wurde vereinbart:
„Die Vereine Berlin (West) und die Sektionen Berlin (Ost) regeln den Spielverkehr ohne Reglementierung eigenverantwortlich aufgrund freier und direkter Vereinbarung. … Zur besseren Bewältigung der anstehenden Probleme werden Arbeitsgruppen eingerichtet, die in direkten Kontakt zueinander treten.“ Leiter dieser Arbeitsgruppen und damit unmittelbare Akteure der Vereinigung des Berliner Hockeysports waren:
Spielkommission: Marcus Astfalk und Bettina Haustein; Schiedsrichterkommission: Carola Heinrichs und Knut Jürgens, Jugendkommission Wolfgang Herzberg und Rainer Zitzwitz, Pressekommission Jörg Thiel und Dr. Frank Haustein, Regionale Koordinatoren: Jörg Thiel und Werner Schubert.

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Zwischen den Hockeyvereinen in Ost und West gab es seit dem Mauerfall einen wahren Boom an Freundschaftsspielen. Der BSC berichtete in seinen „Informationen Nr.1/1990 vom Februar 1990: „ bereits 25 Spiele haben seit dem 9.11.89 zwischen BSC-Mannschaften und Mannschaften aus der DDR stattgefunden.“ (Das waren immerhin 25 Freundschaftsspiele in gut zwei Monaten). Weiter hieß es dort mit Blick auf die hockeyspezifischen Materialsorgen in den „Ostvereinen“: „Bitte helft alle mit Euren Mannschaften, mit Aktionen, unter Ansprache von Eltern und Freunden bei Kontakten und Spielkontakten mit Schlägern, Bällen und vor allem Torwartmaterial. Das sind wir unserem Hockey-mit Herz-Anspruch sicherlich schuldig“ – so Dieter Schuermann – einer derjenigen, die die Hockeyeinheit mit Herz vorlebten.

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Zu diesen Erstkontakten gehörte auch ein Trainingsspiel der DDR-Nationalmannschaft (Herren) am 29.11.1989 in der Werner-Ruhemann-Halle vor über 300 Zuschauern. Bevor dieses Spiel zustande kam mussten allerdings bürokratische Hürden übersprungen werden, wie die im nachstehenden Schreiben des LSB geforderten Genehmigungsschreiben zeigen.

1989-Dez zum Spiel NM DDR – BSC

Die Aufbruchstimmung in die Ostvereinen kommt gut in dem nachstehendem Leserbrief des damaligen Leiters der Sektion Hockey der BSG Lok Königs Wusterhausen, Hans-Jürgen Süßmilch, an das Informationsblatt des BSC zum Ausdruck.

H-J Süßmilch 1-1990 zur dt. Hockeyeini_0001

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Veröffentlicht am 12. Januar 2020 um 10:13 Uhr

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