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Rotation Prenzlauer Berg

Der Hockeyclub im Herzen Berlins

Störtebeker-Turnier 2019: Rolle rolle punktet vor allem neben dem Parkett

Veröffentlicht von Tina Hähn | Abgelegt unter 2. Damen, 3. Damen, 3. Herren, Bolalas

Die ersten Anekdoten von diversen Vorbereitungsturnieren unter freiem Himmel werden nicht lange auf sich warten lassen. Kurz vor Toresschluss werfen wir hier noch ein Hallenabschlussturnier in die Runde. Eine bunte Truppe aus Rotationer 3. Herren und Damen praktisch jeder blau-orangenen Frauenmannschaft ließ Anfang März die Hallensaison ´18/´19 beim Stralsunder Störtebeker-Turnier ausklingen. Es wurde für uns das klassische „Rausschmeißer-Turnier“: entspannte Ankunft am Freitagabend mit maritimem Flair, man trank das ein oder andere Glas (mitunter sogar alkoholfreie Getränke), schnackte viel, ging tanzen … was man eben zum Vergnügen so treibt. Und das Treiben auf dem Parkett … naja sagen wir mal, für uns stand der Spaß im Vordergrund. :hoppla: Wir haben jedenfalls sportlich keine Bäume ausgerissen, aber die Stimmung steht und fällt schließlich mit den Leuten rechts und links von Dir und da hatten wir genau den richtigen Mix, um diverse sportliche und organisatorische Körnchen im Getriebe wegzustecken.

Los ging es mit der fraktionierten Anreise in die Hansestadt, von einem Großteil des Rotationer Rudels stilvoll in Flo´s knallorangenem Bulli absolviert. Wir sind zwar als Erste in Berlin losgefahren, haben dann aber bei schönstem Sonnenschein reichlich im Stau gestanden (irgendwo bei Joachimsthal hatte es gekracht) und so kamen dann Mittags- und Nachmittagsfahrer praktisch gleichzeitig am Stralsunder Domizil an. Unsere Pension hatte sich beim letzten Mal bewährt. Die beiden Herbergsmütter sind super nett (und haben sich sehr über Annas Blumen zum Frauentag gefreut), das alte Gemäuer urig und die Selbstbedienungs-Bierzapfanlage lädt zu geselligem Beisammensein regelrecht ein. Dazu noch die kurzen Laufwege zum urigen Brauhaus (da sollte man allerdings lange vor Eintreten des ersten Hungergefühls aufschlagen – die Uhren ticken dort eher laaaangsam), zur Gorch Fock I (das immerhin schwimmfähige Original, nicht das momentan für mehrere Vermögen zu restaurierende „Marine-Fass“ ohne Boden) und zur Hafenbar mit dem zünftigen Namen „Goldener Anker“. Und in ungefähr der Reihenfolge spielte sich der Freitagabend dann auch ab. Irgendwann gegen 2 oder 3 Uhr zogen die Party-Hasen unserer Truppe noch weiter in eine Disko (ich bin abgebogen in die Federn), wo man noch kräftig das Tanzbein schwang und zu früher Stunde das Klischee der nächtlichen Frauenbespaßung erfüllt wurde mit dem Auftreten eines „muskulären Herren aus dem Dienstleitungssektor, dem es einfach viiiel zu warm war“ … Schlagsahne inklusive.

Am Samstag musste dann noch ein wenig Hockey gespielt werden, unglücklicher Weise zumindest für die Damen recht früh. Und weil Theorie und Praxis des geschlossenen Aufbruchs in die Halle zwei komplett verschiedene Dinge sind, hatten wir gefühlt 15 Minuten Zeit für die Erwärmung. Damit waren wir dem Gegner „Löwenleber“ aus Braunschweig zwar ein Stück weit voraus (deren Torfrau zwängte sich beim Anpfiff noch in ihre Klamotten). Das half uns aber nicht viel, denn noch vor dem Eintreffen der Keeperin hatten sich die flinken Gegnerinnen (im Schnitt vermutlich halb so alt wie die Meisten von uns) einen 9-Meter erarbeitet und den mit Schmackes eingelocht. Wir vergaben einen Schuss vom Punkt hatten ansonsten aber eher wenige Torszenen und schluckten noch ein Tor aus dem Spiel heraus.
Unsere Männer hatten bei ihrem ersten Auftritt kurioserweise ebenfalls Braunschweig vor der Brust (immerhin Titelverteidiger) und es lief fast genauso ab wie bei uns Damen zuvor … nur mit mehr Toren (wie so oft bei Herrenspielen in der Halle). So ganz hab ich den Überblick bei den Herrenspielen nicht mehr, aber obwohl unsere Jungs (im Gegensatz zu uns) einige Tore schossen, waren sie am Ende oft zweiter Sieger. Die Damen mussten im zweiten Spiel gegen Mormeeland ran. Die Mädels waren ebenfalls mit ihren Herren angereist, hatten exakt fünf Spielerinnen am Start und stellten kurzerhand den Goalie ihrer Männer ins Tor. Nun war es zwar eigentlich ein sogenanntes Spaß-Turnier, aber bei Männern im Tor (gerade in der Halle) hat man als Gegner immer gespaltene Gefühle. Fairer wäre in solchen Situationen sicher eine geborgte Frauenkeeperin gewesen (waren genügend da) oder ein Feldspieler ohne Torhütererfahrung. Sei es wie es sei, wir dominierten diese Partie. Das Zusammenspiel klappte jetzt besser (in der Kombi hatten wir diese Saison noch nie miteinander gespielt) und das Gros der Begegnung spielte sich im Mormeerländer Territorium ab. Die besten Gelegenheiten hatten Dana mit einer Bogenlampe (die zwar den Keeper überflog, dann aber knapp neben dem Tor landete) und Anna mit einer Rückhandrakete Millimeter übers Dach. Am Ende blieb es beim torlosen Remis. Sportlich endete der Tag für uns mit einer hauchdünnen Niederlage gegen den Stadtrivalen aus Köpenick in einer Begegnung, die lange nach Null zu Null roch. Ein knackiger Steilpass an unseren Schusskreis (zum 0:1 in unsere Kiste abgefälscht) brach uns das Genick.

Zurück ins Hostel: Nickerchen, Dusche, ein Bier in der Lounge zum Anglühen und schon waren wir bereit für die Hockeyfete. Jörn spielte den Chauffeur und brachte uns gestaffelt zur abendlichen Feier … von der zunächst Niemand so ganz genau über das Wo Bescheid zu wissen schien. In der richtigen Straße und auf Höhe der fast richtigen Hausnummer begegneten wir anderen Teams, die einen wissenderen Eindruck machten. Kaum ausgestiegen stellte sich das als Trugschluss heraus. Dass der Weg von Nr. 58 (einer Ruine) auf minimal beleuchteter Straße zur Nr. 58c gefühlt einen Kilometer lang war, wäre nicht weiter tragisch gewesen. Hätte man die Richtung gekannt … und hätte es nicht just in diesem Moment angefangen zu regnen. Das Ende vom Lied: wer später losfuhr, erreichte trocken das Ziel und etwa 30-40 Leute stapften eher missmutig und durchnässt ins Gartenspartenlokal im 80er Jahre Stil. Der Abend war gewissermaßen nach oben offen. Das Essen allerdings war lecker, der Alkohol im Preis inbegriffen und im Damen-WC stand ein kleiner, aber mollige Wärme versprühender Heizstrahler. Ich hab dort erst meine Socken und Schuhe getrocknet und dann haben wir Kati „in toto“ dort auf die Leine gehängt.

Musiktechnisch blieb es in den gewohnten Bahnen (zu viel Schlager und zu viel Duff Duff für meinen Geschmack – selbst Proclaimers und Cranberries waren nicht sicher vor künstlicher Hintergrund-Technisierung). Aber wie gesagt: ob man sich Abends amüsiert liegt in erster Linie nicht am „Wo & Was“, sondern am „Mit Wem“ – wir waren also bestens gelaunt. Gin-Tonic alle (etwa halb Elf) – egal, steigen wir auf Likör um (und Nein – bei uns ist Niemand abgestürzt, wir sind Profis)! Und wenn man sich nur oft genug beim DJ was wünscht, spielt er es irgendwann auch. Ich bin wieder so gegen Zwei desertiert und hab am nächsten Tag gehört, dass auch der „Plattenreiter“ nicht viel länger durchgehalten hat.

Unser torloses Auftreten am Samstag bescherte uns ein erneut viel zu frühes Aufstehen am Sonntag (wieder konnten unsere Jungs länger schlafen, seufz!) und diesmal musste ich mich ganz schön sputen, um rechtzeitig in Montur auf dem Platz zu stehen. Gegen die Stralsunder Gastgeberinnen klappte es dann endlich auch mit den Toren: erst zimmerte Dana einen Ball aufs Tor und Tanja war für den Nachschuss zur Stelle. Später waren die Rollen vertauscht als Tanja für Dana das 2:0 auflegte. In der Summe bedeutete das für uns: Spiel um Platz 5 und reichlich Zeit, unsere Männer anzufeuern.

Bei den Herren wurden am Sonntag einige Punkte nicht durch Spiele, sondern (der Zeitersparnis wegen) gleich im Penalty-Schießen vergeben. Twelli (im Kasten trotz Rippenprellung) wären Siebener vermutlich lieber gewesen. :zunge: Am Ende der Hauptrunde fanden sich die Jungs in ähnlichen Gefilden wieder wie wir.
Das letzte Spiel für uns lief gegen die Damen aus Leipzig und es wurde eine ausgeglichene und schöne Partie. Zunächst gerieten wir erneut durch einen Schuss vom Punkt in Rückstand. Uli gelang der Ausgleich aus spitzem Winkel. Dann konnte Vicki in ihrem ersten Reiseturnier einen Ball durch die Hosenträger der Leipziger Keeperin legen. Kurz vor Abpfiff setzte die erfahrene Verteidigerin zum Sturmlauf an und legte im letzten Moment quer. Nach „losem“ Stellungsspiel unsererseits führte das zum 2:2 Ausgleich. Im Siebenmeterschießen unterlagen wir und machten so Platz 6 klar. Für unsere Männer lief es ähnlich und wurde Rolle rolle in geschlossener Teamleistung „guter Dritter“ … wenn man die Tabelle über Kopf liest.

Fazit: Hat Laune gemacht, wird wiederholt werden (nächstes Jahr soll auch die Party an einem anderen Ort stattfinden … zufälligerweise in Steinwurfweite unseres Lieblingsdomizils) und wir sollten noch viel öfter als geschlossenes Herren-Damen-Rudel unterwegs sein.

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Veröffentlicht am 3. April 2019 um 17:31 Uhr

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