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Rotation Prenzlauer Berg

Der Hockeyclub im Herzen Berlins

RL Damen: Sächsisches Wochenende mit deutlichem Aufwärtstrend – It is on, folks!

Veröffentlicht von Tina Hähn | Abgelegt unter 1. Damen

RPB 1 spielt vs. ESV Dresden 4:5 & vs. SV Motor Meerane 5:2

Für unsere 1. Damen stand ein Doppelwochenende in Sachsen an, nie ein leichtes Pflaster für Berliner Teams. Zudem befinden wir uns aufgrund der letzten Ergebnisse inzwischen mitten im Abstiegskampf und genau das war auch an beiden Tagen zu spüren.
In zwei emotional geführten Spielen setzte es gegen den direkten Tabellennachbarn Dresden eine der zuletzt typischen knappen Niederlagen. In Meerane konnte das Ruder dann beeindruckend herumgerissen und der heiß ersehnte Auswärtsdreier eingesackt werden. Die Schlacht um den Nichtabstieg ist und bleibt heiß.

Über das Dresden-Spiel könnte sehr viel geschrieben werden, denn wir haben nach dem samstäglichen Abendbrot eine intensive Videoanalyse gemacht (sicher ein Grund für die Klasse Vorstellung am Sonntag) … aber ich versuch mich mal kurz zu fassen. Der Wille war da, der Beginn kontrolliert, wir hatten in der Summe mehr vom Spiel. Was uns in den entscheidenden Moment die Kante gegeben hat (altes Leiden unsererseits), waren kleine Unachtsamkeiten, die sich zu von den Gastgeberinnen klug genutzten Vorteilen entwickelten.
Es begann gut für uns als ein rotationiger Diagonalpass in die Mitte seine Abnehmerin nicht fand, aber von einer Dresdenerin abgelenkt wurde. Marie in der Spitze nahm das Geschenk dankend an und netzte von rechts zum Auftakt ein. Aber immer, wenn unsere Zuordnung nicht ganz stimmte, die Gegner vielleicht nur auf gleicher Höhe (statt im Ball-Torweg) oder einfach nicht eng genug gedeckt wurden, suchten die Elbestädterinnen den direkten Weg zum Tor. So standen vor dem Ausgleich gleich drei Rotationerinnen auf Höhe der Grundlinie als der Pass nach oben eine freie Stürmerin fand, die per Direktabnahme das 1:1 ins lange Eck setzte. Beim 1:2 war es ähnlich: Dresden stürmte nicht eben „lose“ gedeckt in Richtung Grundlinie, ich ging zu ungestüm auf die Ballführende, die wurde noch ihren Querpass los und fand erneut eine freie Mitspielerin mit völlig leerem Tor vor der Nase. Das waren im Prinzip die einzigen nennenswerten Angriffe der Gastgeberinnen bis dahin (man schrieb etwa die 10. Spielminute), aber die Effizienz war tadellos.
Dann gabs eine sehr schöne Chance für uns als Lea per Steilpass direkt vor der Keeperin angespielt wurde, sich um sie herum drehte und den Schuss nur um Zentimeter am Tor vorbei setzte. Unsere erste Strafecke setzten wir zentral in die Schienen der Dresdener Keeperin. Bis auf eine Ecke und einen Schuss aus sehr spitzem Winkel passierte dann erstmal nicht viel in unserer Hälfte. Sophie holte mit einem Torschuss die nächste Ecke für uns, diesmal wurde eine Ablegervariante gespielt und man blieb in der Defensive hängen.
Es gab noch ein-zwei Szenen, wo durch Pässe exakt in die Vorhand oder die Entscheidung zum Selbst-Schießen (statt nochmal zu passen) mehr Gefahr im sächsischen Schusskreis erzeugt hätten … insgesamt waren wir aber in dieser Phase die bessere Mannschaft. Fehlte eben nur das wichtigste, die Tore. Und dann kam, was oft in solchen Situationen kommt: etwa eine Minute vor dem Pausenpfiff fand ein pfeilschneller Schleuderball aus dem sächsischen Mittelfeld den Weg in die Spitze und unsere Verteidigung war wieder den Tick zu weit weg vom Gegner. Einen Zieher in die Mitte und einen halbhohen Schlenzer später stand es 1:3. Blöd!
Wir mussten also in Hälfte Zwo einen Gang hoch schalten und taten das zunächst auch. Marie tankte sich energisch in den Schusskreis vor, wurde per Schläger gefoult und erhielt dafür einen Siebenmeter. Passend zu unserer bisherigen Saison rutschte ihr der Ball unter der Kelle weg und verhungerte auf dem Weg zum Tor. Kam aber noch schlimmer: wir fingen uns auch noch das vierte Gegentor und wieder war es die Summe kleiner Fehler von uns auf ziemlich allen Positionen. Ein Pass aus der gegnerischen Verteidigung kam durch bis zur Stürmerin (da war unsere Mitte wieder zu offen), die konnte durchstecken auf eine heranflitzende Kollegin (die ihre Bewacherin abgeschüttelt hatte) und aus dem Lauf heraus sauste der ansatzlose Schuss durch meine Hosenträger ins Gehäuse.
Aber Aufstecken gibt´s nicht bei Rotation und so rackerten wir weiter. Die nächste kurze Ecke wurde geholt. Der Torschuss saß zwar nicht, brachte aber noch eine Strafecke. Lisi zimmerte die Kugel zum 2:4 ans Brett. Geht doch!
Dann gab´s die eine oder andere grüne Karte, sie blieben aber für beide Teams ohne Folgen. Mit dem 3:4 durch Lea (mir ist nicht mehr ganz klar wie, aber ich glaube es war ein Nachschuss von rechts) war die Spannung dann auf dem Höhepunkt angekommen (noch gut 20 Minuten bis Buffalo). In der Folge wurde es immer turbulenter (auch auf der Fantribüne kochten die Gemüter hoch). Dresden schoss noch zwei Tore (wieder begünstigt durch unsere Stellungsfehler), die aber korrekterweise vom Schiri wegen hohen Zuspiels nicht gegeben wurden. Lange ging es rauf und runter, in der Schlussphase war es aber wieder die Heimmannschaft, die zuerst Nägel mit Köpfen machte. Eine kurze Ecke gegen uns wurde als Ableger gespielt und schnörkellos zum 3:5 versenkt (wir sind da … sagen wir mal gönnerhaft „unkonventionell“ herausgelaufen).
Damit war mein Arbeitstag beendet und Mara durfte sich als feldspielende Keeperin versuchen. Etwa 2 Minuten vor Knacks gelang Lea noch der Anschlusstreffer. Dann hatten wir einmal Glück (als eine ESVerin am leeren Tor vergab) und zweimal richtig Pech. Erst traf Mara bei einer Ecke nur den Pfosten (das Tor vibriert vermutlich jetzt noch ein wenig), dann klärte eine Gegnerin nach Ecke per Volleyschlag und es ertönte kein Pfiff. (Gut, die Halle war damit zufrieden, aber ich verstehs nicht – selbst auf dem Feld hätte ich dafür eine weitere Ecke gepfiffen).
Half nix – es blieb beim 4:5 und man merkte dem Jubel der Sächsinnen an, dass auch sie genau wissen, wie wichtig jeder einzelne Punkt in der Endabrechnung sein wird.

Wir stiegen also geknickt in unserem schnuckeligen Hostel ab, plünderten den Pizzaofen des nächstgelegenen Italieners, machten besagte Videoanalyse und zur Geisterstunde ging es in die Federn. Nach einem entspannten Frühstück (mmmh … Tomatenbutter auf „Ostbrötchen“!) und einem Spaziergang an der Elbe entlang (mit reichlich Wintersonne) bzw. Tea in englischem Wohnzimmer-Café (komplett mit Marmite-Gläsern, Bildern ungezählter Royals und ´nem Foto von Wallace & Gromit) setzte sich der Tross nach Meerane in Bewegung.

Die Ansprache vor dem Spiel war knackig und kurz, die Erwärmung dynamisch, die Anspannung greifbar. (Ich hab gefühlt die gesamte Partie mit gerunzelter Stirn gespielt und so viel getextet wie das ganze restliche Wochenende nicht.) Alle von uns wussten, was die Stunde geschlagen hat und ich glaube fast Meerane hatte keine Ahnung, was da auf sie zukommen würde.
Wir begannen konzentriert, ohne Hast gegen den erwarteten Fünfer-Würfel. Schon die erste Torszene brachte Zählbares, Lea stocherte „im Nahkampf“ zum 1:0 ein und die Fans auf den Rängen waren erstmal ruhig. Das sollte sich aber noch ändern! Es dauerte nicht lang und die sächsischen Unparteiischen hatten alle Hände voll zu tun und brauchten besonders was die Kommentare von Zuschauerseite anging auch ein enorm dickes Fell (ich glaube, schon beim ersten noch recht unspektakulären Eckenpfiff für uns gab es giftiges Kontra von den Rängen). Wir hatten wir es besonders in Hälfte Zwei mit teils „übermotivierten“ Gegnern zu tun (wenn unsere Stürmerin da einen Ball an die Nase gespielt bekam, war es offenbar nicht gefährliches Spiel, sondern – Zitat: „ihr Kopf war nur zu tief“), hämischen Zuschauern (wenn eine Spielerin nach zwei versprungenen Bällen an Hals/Schläfe den Platz verletzt, gibt es keinen Grund demonstrativ zu lachen – egal wie der Spielstand ist) und auch die Schiris hatten so ihre Mühe. So steht auf dem Spielformular eine grüne Karte für … Trommelwirbel … Schleifer André (in meinen Augen einer der ruhigsten Betrachter des Spiels an diesem Tag … er stand wohl einfach zu nahe bei Felix ;).
Der Schlüssel zum Erfolg für uns war an diesem Sonntag unter anderem, dass wir trotz alldem bis zum Ende ruhig und konzentriert geblieben sind. Keine Hektik und kein böses Blut – nur Hockey. Dass wir fünf Buden mit fünf unterschiedlichen Absendern gemacht haben, hat natürlich auch nicht geschadet. ? Das 2:0 steuerte Marie mit Schmackes nach einem ihrer typischen Sturmläufe in den Kreis bei. Karla setzte das 3:0 mit schönem Heber direkt unters Dach des Meeraner Tores. Sophie tanzte sich von rechts in den Schusskreis, guckte geduldig die Keeperin aus und lupfte zum 4:0 ein. Mara krönte das Ganze mit einem blitzsauberen Schlenzer ins Dreiangel. Vor und nach diesem Schmuckstück fielen die einzigen Meeraner Treffer, beide nach kurzer Ecke und beide ins linke obere Eck.
Das klingt jetzt zwar relativ eindeutig, aber besonders im zweiten Abschnitt brannte es mehrmals lichterloh vor unserem Kasten. Zweimal hatten wir eine Unterzahl zu überstehen, teilweise gegen 6 Meeranerinnen, die dazu ihre Keeperin raus nahmen. Es war die sprichwörtliche Belagerung eines Tores, aber an diesem Tag war Rolle rolle einfach zu bissig und wachsam, um das Ding noch herzugeben. Der Schlusspfiff war eine Erlösung, der Sieg einfach nur verdient.

Fazit: Was soll man sagen, nach der bitteren Niederlage am Samstag folgte der hoffentlich geplatzte Knoten am Sonntag. Mara hat an diesem Wochenende drei Mal Metall getroffen (können auch vier gewesen sein). Wir drücken uns also die Daumen, dass unser Pech für diese Saison aufgebraucht ist. Mannschaftlich geschlossen verlieren konnten wir schon, jetzt haben wir endlich wieder als verschworenes Rudel gewonnen. Ein saugutes Gefühl!
Der Abstiegskampf tritt spätestens jetzt in die heiße Phase, denn nun sind wir punktgleich mit Dresden (haben aber das bessere Torverhältnis) und es sind noch vier Spieltage zu absolvieren. Da bleibt einerseits zu hoffen, dass der Meeraner Spielerinnenkommentar nach dem Abpfiff (man würde im nächsten Aufeinandertreffen eher den Dresdenerinnen die Punkte schenken als uns beim Nichtabstieg zuzusehen) nur der ersten Enttäuschung über eine Niederlage geschuldet und nicht ernst gemeint war. Zum anderen müssen wir jetzt genau an diesem Punkt anknüpfen, nicht locker lassen und weiter solche Spiel liefern. Dann gibt´s noch das ein oder andere Pünktchen für uns bevor Tabula rasa gemacht wird und dann können wir die Liga noch halten … was auch ein beruhigender Gedanke für unsere Zweiten Damen wäre, denn die stehen gerade 1A da für einen möglichen Aufstieg in die Oberliga. Alle für die Zwoten, sage ich!
Also, die Damen & Herren Rotationistas: ich hoffe, wir sehen uns beim nächsten Heimspiel gegen Leuna am 3. Februar (11 Uhr in der Woelckpromenade).

Auf Reisen: Joschy, Karla, Koko, Lea, Lisi, Mara, Marie, Pauli, Sophie, Vicki & icke bestens betreut von Felix & André

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Veröffentlicht am 22. Januar 2019 um 2:01 Uhr

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