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Rotation Prenzlauer Berg

Der Hockeyclub im Herzen Berlins

Nachruf für Dieter Schuermann – der Mann auf der Überholspur.

Veröffentlicht von Frank Haustein | Abgelegt unter Hockey-Route 54 · Unsere Clubgeschichte, News

Am 26. Februar 2019 verstarb Dieter Schuermann.

Dieter Schuermann war im besten Sinne des Wortes eine Institution des deutschen Hockeys, wie es im Nachruf des OHV und des BHV heißt. Ich habe Dieter in der Wendezeit 1990 kennen und schätzen gelernt. Sein Wirken für den Hockeysport  und sein Einsatz, insbesondere auch für den Hockeysport in Ostdeutschland, ist in diesem Nachruf in dankenswerter Weise gewürdigt. Mir ist es ein besonderes Anliegen, Dieter an dieser Stelle mit einigen persönlichen Erinnerungen zu würdigen. Ich suche nach einem Bild, um Dieter auch für diejenigen, die ihn nicht kennen, erlebbar zu machen.  Er ist für mich der Mann, der permanent auf der Überholspur war. Wo habe ich dieses Bild nur her?Im Februar 1996 fuhren wir gemeinsam zur Sitzung des DHB-Ausschusses für Breitensport und Vereinsentwicklung nach Ludwigshafen (Dieter als Vorsitzender dieses Ausschusses und ich als Mitglied in eben diesem Ausschuss.). Auf dieser Autobahnfahrt war Dieter permanent auf der Überholspur. Das trifft es: Auch im Hockey war „Mr. Breitensport“ ständig auf der Überholspur und bewegte so unendlich viel für unseren Sport. Das trifft auch unmittelbar für seinen Einsatz für unsere Hockeyabteilung Rotation PB zu. Als Gründungsvater des Elternhockeys inspirierte er mich 1994 zur Gründung unserer Elternhockeymannschaft bei Rotation PB. Als Initiator des Wuselfestes für C/D-Kinder beim BSC initiierte er 2002 den Neustart mit unseren Dubties bei RPB. Am 22.März 2002 veranstaltete er mit mir gemeinsam in unserem Clubraum auf der Ella-Kay-Straße eine Ideenbörse zur Weiterentwicklung unserer Hockeyabteilung und zur Mitarbeitergewinnung. Das war eben die Zeit in der wir bei RPB durchstarteten. Dieter war damals einer unserer Ideengeber. Diese Ideenbörse war für Dieter unmittelbarer Anlass, Mitglied unserer Hockeyabteilung zu werden. Danke Dieter für dein Engagement für Hockey in Ostberlin und namentlich für Hockey im Prenzlauer Berg.

… und hier der Nachruf des BHV und des OHV:

27.02.2019 – Als Dieter Schuermann 2003 nach 14 Jahren aus dem Amt des DHB-Vizepräsidenten ausschied, wurde er schon als eine „Institution“ des deutschen Hockeys gewürdigt. „Mister Breitensport“ machte sich vor allem um die Vereinshilfe im ganzen Land verdient, insbesondere in den neuen Bundesländern. Er verstand sich außerdem selber als Gründervater der Elternhockey-Bewegung und brachte den DHB ins Internet.

Im Berliner Hockey-Verband übernahm er bereits 1977 das Amt des Jugendwarts und wurde 1979 in den DHB Jugendausschuss gewählt, wo er 20 Jahre sehr engagiert wirkte. Sowohl in Berlin als auch im DHB Jugendausschuss trug er maßgeblich zu der Entwicklung des Kinder- und – gegen alle Widerstände – Kleinfeldhockeys bei, ebenso zur Förderung des Mädchenhockeys. Die Jugendhockeyzeitung prägte er entscheidend.

Er drängte sich nicht danach, aber war dann doch bereit, für drei Jahre Verantwortung als Präsident des Berliner Hockey-Verbands zu übernehmen, als jener sich Anfang der 90iger Jahre in einer schwierigen Lage befand. Gleichzeitig übte er, bis 2007, den Vorsitz in dem von ihm initiierten Ostdeutschen Hockey-Verband aus – und wurde dabei nicht als Besserwessi wahrgenommen.

In seinem Heimatverein, dem Berliner SC, war er Vizepräsident und leitete bis 1996 die Hockeyabteilung. Das „Wuselfest“ (C/D) und in der Halle den „Köppen-Gedächtnis-Cup“ rief er als Vorbild für andere Vereine ins Leben. Parallel zu all diesen Tätigkeiten fertigte er nicht nur auf dem Küchentisch die regelmäßigen BSC Hockey-Informationen, sondern auch von 2000 bis 2003 eine Vereinshilfe im Internet.

Im Jahr 2001 übernahm er das Amt des Teammanagers der Herren-Nationalmannschaft. Er brauchte diese Abwechslung, wie er den Wechsel vom Breitensport zum Leistungssport selbst begründete. „Keinen meiner Titel zwischen 2000 und 2006 hätte ich ohne Dieter Schuermann geholt! Ich bin mir sehr sicher“ würdigt der damalige Bundestrainer Bernhard Peters seinen Mannschaftsmanager. Dieser kümmerte sich um das Wohl und Wehe der Athleten in einem Umfang, den die Geschäftsstelle des DHB nicht hätte leisten können. Als „Mutter der Kompanie“ schätzte die damalige Generalsekretärin des DHB Uschi Schmitz sein Wirken, die parallel auch den „Aufbau Ost“ in den neuen Bundesländern gemeinsam mit ihm bestritt. Mit Peters zusammen initiierte Schuermann das Trainersymposium als Werkzeug der Vereinshilfe, das es heute noch gibt. Mitglied im Ausschuss Breitensport und Vereinshilfe des DHB war seinerzeit u.a. neben dem Bundestrainer auch die Teammanagerin der Damennationalmannschaft.

Dieter Schuermann verstand es, Menschen emotional zu packen und für eine Sache zu begeistern – seien es Nationalspieler oder Mitglieder in den Vereinen oder Verbänden. Nicht: Man müsste mal, sondern: Machen war sein Motto. Er war streitbar, polarisierend, aber auch konziliant und verfolgte seine Ziele konsequent. Er schuf auf vielen Feldern Strukturen und organisierte alles top. Seine Vision blieb es: Das Hockeyspiel um die Ecke und 200.000 Mitglieder im Hockeyverband. Ein Schlaganfall riss ihn 2011 aus seinem bewegten Leben. Am 26. Februar 2019 schlief Dieter Schuermann für immer ein.

Dieter, wir werden dich nicht vergessen.

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Veröffentlicht am 28. Februar 2019 um 11:10 Uhr

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