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Rotation Prenzlauer Berg

Der Hockeyclub im Herzen Berlins

Hockey – eine Zeitreise (Teil XXXV): Hockey – Schiedsrichter gestern und heute

Veröffentlicht von Frank Haustein | Abgelegt unter Hockey-Route 54 · Unsere Clubgeschichte

Beim Stöbern in der Hockey-Vergangenheit fand ich kürzlich folgende Notiz über ein im Oktober 1912 zwischen dem Leipziger SC  und dem Berliner HC stattgefundenem Spiel: „… Schiedsrichter waren die Herren Sigel und Rettberg. Dass letzterer während der Ausübung seines Amtes rauchte, berührte nicht sehr sympathisch und sollte nicht nachgeahmt werden. Man bemerkte, dass die Aufmerksamkeit darunter litt.“ (Quelle: „Sport im Wort“ vom 30.10.1912). Schon kurios, was es alles so gab. Das gehört sicherlich zu den unrühmlichen Kuriositäten.

Kurios mag es auch anmuten, wenn man sich den Wandel der Kleiderordnung der Hockey-Schiedsrichter im Laufe der Zeit anschaut. Als ich den 1960-er Jahren Hockey spielte, liefen die Schiri im dunkelblauen Anzug mit Krawatte auf. Auch hierfür habe ich in meinem Hockeyarchiv Foto- und Filmdokumente gefunden.

… und hier der Link zu einem kurzen Video:

Schiri Dresscode

Als ich meinem Hockeyfreund Heinz Endepols aus Leipzig dieses Bildmaterial zeigte, erinnert er sich, wie die DDR-Schiedsrichter in jenen Jahren ihr dunkelblaues Sakko erhielten. Heinz Endepols –langjähriges Mitglied des Präsidiums des DHSV der DDR- spielte dafür seine geschäftlichen Beziehungen aus. Seine ehemals private Näherei “Bernhard Endepols & Co.” in Leipzig fertigte   Offiziersanzüge für die sowjetische Armee. Der dafür benötigte hochwertige dunkelblaue Stoff  mit 70% Wollanteil wurde von der Wollen- und Seidenweberei aus Gera bezogen.  Von diesen Lieferungen aus Gera   zweigte Heinz Endepols den Stoff ab, der benötigt wurde, um für die Hockey- Leistungsschiedsrichter der DDR blaue Schiedsrichter-Sakkos zu fertigen.

Ehre wem Ehre gebührt.

Ohne Schiedsrichter kann unser Hockeysport nicht ausgeübt werden. Daher nutze ich die Gelegenheit, um die FIH Schiedsrichter aus der  der DDR hier zu nennen.

1. Margarete Worch, geb. Haage – Medizin Mitte Leipzig (FIH-Lizenz 1937, Lizenz-Nr. 41 Margarete Worch war damit die erste weibliche FIH Schiedsrichterin )

  1. Erich Weidenbach – Einheit Zentrum Leipzig (FIH-Lizenz 1955erhalten –  Weidenbach war damit nach meiner Kenntnis der erste deutsche Schiedsrichter, der nach dem 2. Weltkrieg berufen wurde).
  2. Hans Schmidt – Einheit Zentrum Leipzig
  3. Fritz Staake – Lok Magdeburg (kam u. a. als Schiedsrichter bei den Olympischen Spielen 1956 in Melbourne zum Einsatz.
  4. Horst Schlender –Lok Pankow Berlin
  5. Walter Kauerauf – Medizin Mitte Leipzig
  6. Gerhard Böhne – Lok Magdeburg
  7. Peter Haufe – Lok Ost Leipzig
  8. Rudolg Georg Weise – Wissenschaft Halle
  9. Walter Kupke – Rotation SO Leipzig
  10. Martin Peter – Empor Lindenau Leipzig
  11. Dieter Ohme – Einheit Zentrum Leipzig (kam u. a. als Schiedsrichter bei der 1. Europameisterschaft der Herren 1970 in Brüssel zum Einsatz)
  12. Erhard Wendler – Fortschritt Oschatz
  13. Knut Jürgens – (BWF Marzahn Berlin)
  14. Ilona Popp – Motor Köthen

 

 

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Veröffentlicht am 9. August 2019 um 10:35 Uhr

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