Home Kontakt RSS Feed

Rotation Prenzlauer Berg

Der Hockeyclub im Herzen Berlins

Hockey – eine Zeitreise Teil XXIV: Der Hockeyball

Veröffentlicht von Frank Haustein | Abgelegt unter Hockey-Route 54 · Unsere Clubgeschichte, News

In meinem kürzlich vorgestelltem Video “Mein virtuelles Hockeymuseum” zeige ich unter anderem meine Hockeyballsammlung aus längst vergangenen Jahren.

Verweilen wir also heute etwas bei der Geschichte des Hockeyballs.


Aus dem Regelwerk für Hockey aus dem Jahr 1993 ist zu entnehmen, dass der Hockeyball wie folgt beschaffen sein muss:
– Gewicht: 156 g bis 163 g
– Umfang: 23,5 cm bis 22,4 cm
– Beschaffenheit: Der Ball muss hart sein. Er kann massiv oder hohl sein und die Oberfläche muss aus irgendeinem natürlichen oder künstlichen Material bestehen; muss glatt sein, darf jedoch eine Naht oder Kerben haben.

Später ( z. B. im Regelwerk 2007/08) finde ich dann nichts mehr davon, dass der Hockeyball eine Naht haben darf. Mit dem Verschwinden der Naht auf dem Hockeyball ist wieder ein Stück Hockeygeschichte aus dem Blickfeld entschwunden. Ursprünglich wurde Hockey mit Kricketbällen gespielt. Das sind Lederbälle , deren Kern aus einem kleinen Korkkern besteht, der wiederum mit einem Garngemisch umwickelt war. Dieser umwickelte Korkkern kommt in eine Lederhülle, die mittig zusammengenäht wird. … und schon ist sie da, die Naht alter Lederhockeybälle. Diese Bälle hatten allerdings den Nachteil, dass sie sich insbesondere bei Nässe verzogen und mit Wasser vollgesaugt zu schwer wurden.
Später, vornehmlich ab 1945,  wurden dann auch andere Materialien verwendet. (s. g. Compobälle aus einer “Kompositionsmasse” bestehend aus fein zermahlenem Kork, Kautschuk und chemischen Bindemitteln – oft versehen mit einer  Naht, die die Naht des Kricketballs immitierte ,  Korkbälle aus gepresstem Kork )  Alle diese Bälle wurden weiß angestrichen. Da die Farbe in aller Regel aber nur ein Spiel oder eine Trainingseinheit hielt, musste regelmäßig “nachgeweisst” werden. Ich nahm die Korkbälle der von mir trainierten Mannschaft also immer mit nach Hause und strich sie wieder weiß an. Im Deutschen Hockey-Jahrbuch von 1932/33 gibt es dazu unter der Überschrift “Wie weiße ich mein Bälle”eine konkrete Anleitung. Dazu benötigte man ein Nagelbrett in das die Bälle gelegt wurden, um sie dann von allen Seiten “rundum” streichen zu können.

… und nachfolgend wird im zitierten Artikel eine Anleitung zum “Eigenbau” eines Nagelbrettes zum “rundum” Anstreichen  des Hockeyballs gegeben:

Das weiße Anstreichen der Bälle fiel dann weg, als die heute gebräuchlichen PVC-Bälle auf den Markt  kamen.  Ich bin mir nicht sicher, wann diese PVC-Bälle ihren Siegeszug antraten.  Ich vermute, dass das Mitte der 1980-er Jahre der Fall war. In der DHZ vom März 1983 fand ich erstmals explizite Angebote von PVC-Bällen.  Am nachfolgenden Faksimile sind sicher auch die aufgelisteten Preise von Interesse:

Ich möchte mit diesem Beitrag den Blick dafür schärfen, dass es nicht immer so war, dass man beim Training einfach aus einer Balltasche mit vielleicht 50 Bällen “seinen” immer wieder wie neu aussehenden PVC-Ball nehmen konnte. Der Hockeyball war “zu meiner Zeit”eine gehegte Kostbarkeit. Das schreibe ich hier auch mit Bedacht im Hinblick auf unseren heutigen großen Ballschwund nach fast jedem Training.
P.S. Mehr zur Geschichte des Hockeyballs findet man in dem 1956 in der DDR erschienenem Buch “Hockey” von Pepo Richert (S. 68 ff “Der Lebensweg des Balles”) Dieses Buch inspirierte mich, mich ein Leben lang mit der Geschichte des Hockeysports zu beschäftigen. Danke Pepo!

 

Zurück
Veröffentlicht am 9. Juli 2019 um 18:17 Uhr

Schreiben Sie einen Kommentar

Zum Kommentieren müssen Sie angemeldet sein.