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Rotation Prenzlauer Berg

Der Hockeyclub im Herzen Berlins

Wer hat denn bitte dieses Skript geschrieben?! … Der Aufstieg unserer 2. Damen „Hitchcock-Style“

Veröffentlicht von Tina Hähn | Abgelegt unter 2. Damen

Es ist geschafft, der Deckel ist drauf, die Saison ist geritzt, der Film ist im Kasten: die 2. Rotationer Damen klettern in die erste Hallenverbandsliga. Rolle rolle – Rotatioooooon!

Bis es allerdings soweit war, sind am letzten Sonntag diverse Spielerinnen, Trainer und fantastisch lautstarke Fans um diverse Jahre gealtert. Am Ende stand dann tatsächlich so einer dieser Glücksmomente, wie man sie sonst eher aus den allseits bekannten und immer sehr vorhersehbaren Sportfilmen aus der Neuen Welt kennt. Auch ohne Tims Videos werden wir alle uns jedenfalls noch in Jahren daran erinnern und selig grinsen!

Aber rollen wir die Geschichte mal vom Anfang auf: vier Teams kämpften zunächst darum, noch ein zweites Sonntagsspiel – das Finale – bestreiten zu dürfen. Rotation bekam es dabei mit den Reinickendorfer Füchsen zu tun, einer recht jungen und sehr defensivstarken Truppe. Die Fanblocks hatten sich jeweils direkt an den Toren platziert und sorgten für absolute KO-Spielstimmung. Rolle rolle kam schneller in die Partie, sah mehr vom Ball und hatte auch das Gros der Torszenen. Während wir aber lange an uns selbst oder der gegnerischen Defensive scheiterten, setzten die Füchse auf schnelle Konter. Auch unsere Verteidigung musste da absolut auf Zack sein. Der in so einem wichtigen Spiel so wichtige erste Treffer fiel (soweit mich meine rosa verklärte Erinnerung nicht täuscht) durch eine Strafecke, die Sandra halbhoch in die Maschen setzte.
Zum Pausentee fühlten wir uns wie das bessere Team, hatten aber eben nur diesen kleinsten aller Vorsprünge auf der Habenseite zu stehen. Nach dem Wiederanpfiff legten sich die Reinickendorfer Fans nochmal richtig ins Zeug, die Füchse-Stürmerinnen machten jetzt viel früher Druck und unser Spiel wurde zunehmend zerfahrener. So gab es die ein oder andere brenzlige Situation vor unserem Kasten zu überstehen. Dazu gehörte auch ein vermeintliches Gegentor (von den guten Schiris korrekt als Schuss von außerhalb des Schusskreises abgepfiffen) und eine auf der Linie abgewehrte Strafecke (wie Pauli ihre Kelle da noch ins Dreiangel bekommen hat, weiß der Teufel! Hammer!) Als der erlösende Schlusspfiff ertönte, war der Shutout perfekt, die „Maurerbrigade“ um Isa hatte vorm Kasten alles richtig gemacht und unsere Offensive hatte sich an diese vielzitierte Motto mit den springenden Huftieren gehalten. Finaaaaale, ooooooh!

Vorher gab´s allerdings noch ein lecker Buffet im rotationigen Eck der Halle: Salate, Eierkuchen mit Apfelmus (mein persönliches Highlight), Schokokuchen, Gummibärchen, Nüsse … es gab bis zum Showdown immerhin gut drei Stunden zu überbrücken. Langweilig wurde es allerdings nicht, denn nebenbei konnten mehrere Herrenspiele bewundert werden. Gibt wirklich schlechtere Wege, seinen Sonntag zu verbringen!

Am späten Nachmittag war es dann endlich soweit: mein Traumfinale stand bevor. Ich hatte mich nicht nur auf ein Treffen mit den vierten Damen des SCC gefreut, weil sie tolles Hockey spielen und dabei absolut fair bleiben. Wir hatten auch noch eine sportliche Rechnung zu begleichen, nachdem die Begegnung in der Hauptrunde ohne Sieger (dafür mit 14 Toren!) geendet hatte. Die Bühne für ein nervenzerreißendes Finale war also bereitet (wir hätten es also wissen können).

Diesmal gelang den Charlottenburgerinnen der Start besser und ihre Stürmerinnen entwischten bereits in der zweiten Minute unserer Deckung. Ich hab Tims Video konsultiert: es hat keine 15 Sekunden gedauert vom Ballgewinn in der eigenen Hälfte über das rasche Kreuzen der Stürmer bis hin zum freistehenden (clever verzögerten) Torschuss der SCCerinnen. Da hatten sie uns sauber abgekocht, die Ladies in Weiß! Von da an entspann sich eine flotte Partie, in der man als Ballführende nie wirklich viel Zeit zum Überlegen hatte. In der neunten Minuten hatte Rolle rolle die erste große Chance über Laura, die aus spitzem Winkel an der Keeperin scheiterte. Insgesamt aber spielten sich das Geschehen meist zwischen den Schusskreisen ab, wo wirklich um jeden Ball gekämpft wurde. Zum Pausenpfiff war also noch alles drin.
Rein in die zweite Halbzeit und wir müssen konstatieren: erneute Unkonzentriertheit unsererseits in den Anfangsminuten. Erst Ballverlust im eigenen Aufbau, schneller Freischlag Charlottenburg und dann stimmte die Zuordnung nicht so ganz (und ich hatte mich zu weit aus dem Kasten gewagt, um den Rückweg noch rechtzeitig zu schaffen) … Querpass vorm Tor und Rumms: wir mit zwei Toren hinten. In der Folge schaffen es die SCCerinnen meist besser, uns in der Rotationer Hälfte zu beschäftigen und die Minuten rannen uns davon. Nach etwa zehn Minuten musste die gegnerische Keeperin erstmalig eingreifen und wenig später verpasste Laura eine Stecherchance nur knapp. Das Geschehen verlagerte sich gaaaanz allmählich mehr in die Charlottenburger Gefilde. Fehlte nur noch dieser verflixte Anschlusstreffer. Etwa nach drei Vierteln der Spielzeit fiel er dann endlich. Leo klärte im eigenen Schusskreis und spielte einen schönen öffnenden Pass ins Mittelfeld zu Sandra. Kurzes Solo und Querpass zu Seher. Und während die sich noch über die gute Parade ihres Schusses durch die SCC-Torfrau ärgerte, hatte Denise den Rebound schon zurück zu Sandra gespielt und die hatte satt zum 1:2 abgezogen. Jubel, Jubel, Jubel und noch 12 Minuten bis Buffalo!
Nur knapp zwei mal Augenzwinkern später kam wieder so ein langer Ball zu Sandra durch, die sich um die Torfrau zu drehen versuchte. Aber die SC-Keeperin ließ sich nicht vernaschen und so blieb es zunächst beim Rotationer Rückstand. Die Partie war jetzt wieder komplett offen, es ging rauf und runter und beide Goalies hatten gut zu tun. Eine gute Zigarettenlänge vor dem Hammer dann ein Siebenmeterpfiff gegen uns (auch das noch!), aber Fortuna ist mit uns und die Kugel saust an meinem rechten Pfosten vorbei. Puuuh! Keine zwei Fangesänge später gibt’s dann eine grüne Karte gegen Charlottenburg. Angriff wir – Parade der Torfrau – blitzartiger Konter – saftiger Schuss an unseren linken Pfosten! Wir schulden der Glücksgöttin einen Kasten Bier! Und noch vier Minuten bis Buffalo! Tiiief durchatmen … aber der nächste Adrenalinstoß ist schon am Start. Aufbau über Isa, direkt weitergeleitet von Denise und im zweiten Anlauf mogelt Seher den Ball unter der Keeperin hindurch zum Ausgleich in die Charlottenburger Maschen. Wuuuhuuuu! Ach ja, zwei Minuten noch zu spielen … in denen nix mehr passierte.

Ergo: es kam (zünftig für so ein Finale, wie ich finde) zum Penalty-Shootout. Irgendwie auch konsequent und was Feines für alle Beteiligten. :zunge:
Charlottenburg stellte die erste Schützin, Rotation vernagelte den Weg zum Tor – guter Anfang. Sandra stand für Rolle rolle als Erste an der Linie und schickte nach zwei-drei kurzen Schritten einen trockenen Schuss zur 3:2-Führung ins Netz. Dann war wieder SCC an der Reihe, ich konnte der Stürmerin den Ball kurz abnehmen, dann war der Winkel einfach zu spitz und die Zeit verronnen (obwohl man staunt, wie lange Einem diese sechs Sekunden tatsächlich vorkommen können). Unsere zweite Schützin Leo scheiterte an der SCC-Torsteherin und SCC lochte im Anschluss „durch meine Hosenträger“ zum 3:3 ein. Isa hatte es also auf der Kelle, andernfalls würde der Shootout in die Verlängerung gehen. Sie zog auf die linke Seite des Tores und lupfte dann über die rechte Schulter der Keeperin zum Siegtreffer ein (nicht gerade leicht, denn die Torfrau war gut einen Kopf größer als ich).

Tja und dann brachen im blau-orangenen Lager sozusagen alle Dämme. Bombastisches Gefühl, kann ich euch sagen! Der Film läuft in meinem Kopfkino immer noch in Dauerschleife. Das war so wichtig für so viele Leute und hat ganz Rotationistan wahnsinnig happy gemacht.
An der Stelle also erstmal unser Kompliment an die Damen vom SCC für dieses tolle Spiel, denn zu einem mitreißenden Herzschlagfinale gehören nun mal zwei Teams. Das hat echt Spaß gemacht, Ladies – danke dafür!
Eine dicke Umarmung gehört unserem emsigen Coach Tim, dem mit einem Lächeln „schleifenden“ Athletik-Guru André und unserem Final-Co-Trainer Lars. Habt ihr wirklich spitze gemacht, Männers!
Und „last but not least“ eine dreifache Welle für die blau-orangene Rotationer Schal(l)wand – die Kulisse war echt „gänsehäutig“, Leute! Tausend Dank dafür!

Und jetzt alle nochmal: wir singen S – wir singen G – wir singen SG ROTATIOOOOOON ….

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Veröffentlicht am 16. März 2017 um 2:50 Uhr

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