Home Kontakt RSS Feed

Rotation Prenzlauer Berg

Der Hockeyclub im Herzen Berlins

Verschlafene Ferienlektüre Teil 1: Ein nahezu perfektes Turnier im Schweriner „Geburtstags-Sumpf“

Veröffentlicht von Tina Hähn | Abgelegt unter Schlenzelberger

Die Schlenzelberger beim Jubiläumsturnier der Schweriner „Sumpfflitzer“

Es gibt ja im Hockey-Universum von uns Schlenzelbergern inzwischen so einige Teams, denen man immer wieder über den Weg läuft, gute alte Bekannte sozusagen. Die Schweriner Sumpfflitzer, von uns oft liebevoll „Sumpfis“ genannt, gehören definitiv dazu. Sie machen schon seit geraumer Zeit die Hockeyplätze der Republik unsicher … seit nunmehr 25 Jahren, um genau zu sein. Das musste und wollte gefeiert werden und so luden die Schweriner im Juni zum Vierteljahrhundert-Turnier. Das durften wir uns natürlich nicht entgehen lassen.


Für mich hieß das: freitagabendliche Abreise mit dem Auto bei gefühlten 30 °C, Dauerregen auf der Autobahn und Ankunft auf einer herrlich matschigen Wiese neben dem Hockeyplatz (gewissermaßen ein temporärer Rückfall in die Zeiten als der oft „unter Flur“ liegende Rasen dem Schweriner Elternhockeyteam seinen Namen einbrachte). Dennoch wurde es ein fideler Abend. Pünktlich zum Zeltaufbau hatte sich der Regen artig verzogen und ließ sich auch den Rest des Wochenendes nicht mehr blicken. Gemeinsam mit den Brandenburger „Havelfritzen“ und einigen „TiBEXen“ aus Neukölln wurde die „nullte Halbzeit“ eingeläutet: grillen, trinken (es blieb nicht bei der einen Flasche Gin …), ausgiebig schnacken – ein rundum gelungener Auftakt.

Am nächsten Morgen wurden wir alle Zeugen des „kleine Ursache – große Wirkung“-Prinzips, denn weit vor der 5 Uhr-Marke trieb eine hitzige Diskussion unter gefühlt 20 Krähen den Geräuschpegel in krawallige Höhen (der Schalldämmeffekt von Zeltwänden is ja bekanntlich nich so doll). Später durfte ich feststellen, dass eine offenbar nicht krähensicher weggeräumte Tüte Erdnussflips vom Abend nicht ganz unschuldig am (seien wir ehrlich) nächtlichen Gekrächze gewesen war. Merke: wer Flips dabei hat, der isst sie am besten komplett auf.
Keine 2 Stunden später (ich war tatsächlich nochmal eingedöst) startete die vermutlich polnische Baubrigade mit den Fassadenarbeiten am Neubau direkt neben den Zelten und die molligen Innentemperaturen meines Zeltes ließen bereits einen sehr sommerlichen Tag vermuten. Also raus aus den Federn und Frühstück organisiert.

Nach zünftiger Begrüßung auf dem Platz standen wir gleich unserem ersten Gegner gegenüber, den „Hockeybilities“ aus Soest. Wir kamen richtig gut in die Spur und der Auftakttreffer fiel nach einem  wunderschönen Spielzug: Ball von hinten links auf die rechte Flanke, harter Ball von Frank vors Tor, wo Karo am langen Pfosten mutterseelenallein stehend einschieben durfte. Einige abgewehrte Soester Torchancen später befand sich Annett auf bestem Weg zum aussichtsreichen Torschuss, wurde aber im Kreis unsanft von den Beinen geholt. Den fälligen Siebenmeter verwandelte Schlitzohr Moni in ihrer unnachahmlichen Art zum 2:0 für uns (Kicker-Innenpfosten-Tor … Präzision schlägt Schärfe, sag ich nur). Karo sorgte per Laserstrahl noch für den 3:0 Endstand – ging also schon mal gut los.

Kaffee & Kuchen für die Hungrigen, „Fremdspielen“ in anderen Teams für die Sportwütigen … und schon ging es zu unserem nächsten Spiel. Die „Spontis“ aus Rahlstedt/HH warteten schon. Wir hatten mehr von der Partie, aber so richtig flutschte die Kugel nicht für uns. Das spieltenscheidende Tor entstand aus einem Standard heraus: Frank überrumpelte mit einem schnell ausgeführten Freischlag die halbe Verteidigung, spielte einen knackigen Pass in den Kreis und Karo bedankte sich mit ihrem dritten Turniertreffer.
Gegen das „Blaue Wunder“ vom Hamburger SV ging es ebenso eng zu. Es begann famos, einen Pass unseres Top-Vorlagengebers Frank zimmerte Jens unhaltbar unters Dach des Hamburger Gehäuses. Dann blieb es lange ausgeglichen. Das bessere Ende aber hatten wir, eine harte Hereingabe in den Kreis (ich glaube von Fabi) konnte Jens gerade noch berühren und so mit seinem zweiten Treffer den Sack zumachen. Es folgte noch ein hart erkämpftes 0:0 gegen die „Delmehopper“, dann war das sonntägliche Halbfinale gebucht und der Weg frei zur Hockeyparty. Juchhuuu!

Das Essen war von der absolut schmackofatzigen Sorte und es hat auch dicke für alle gereicht. Der DJ hatte sich allerdings wohl durch das Durchschnittsalter der versammelten Freizeithockeygemeinde komplett irreführen lassen und begann seine Playlist mit einem Walzer. Es brauchte einen ganze Weile bis wir ihm klar gemacht hatten, dass wir keine reine Schlagerzielgruppe sind. Bis dann der erste knackige Rocksong lief, war es bereits nach Mitternacht, Stimmung aber wie immer prächtig bis zum Ende. Irgendwie kommt´s mir allerdings so vor als hätten die Discjockeys der Republik einen immer kürzeren Atem, während die Generation 40+ der Elternhockeyspieler immer länger tanzen möchte. Kurz: der DJ war längst auf dem Weg nach Hause als die letzten Nachteulen endlich ihre Drinks geleert und die Belegung der Taxis abgeklärt hatten.

Der Sonntag lachte uns hellstens entgegen und mit ihm das Halbfinale gegen unsere Zeltnachbarn aus Brandenburg. In sengender Hitze schenkte man sich nix und bot eine spannende Partie mit Torszenen auf beiden Seiten. Für die ergebnistechnische Schlüsselszene sorgte einmal mehr unser Dreamteam Frank und Karo: ein Pass ins rechte D von ihm, ein knackiger Kurzgriffschlag von ihr – fertig war das 1:0. So traf man ungeschlagen auf die dritte zeltende Fraktion: „TiBEX“ vervollkommnete das rein Berlinische Finale.
Und das war dann wieder eine rasante und enge Geschichte (vermutlich schön zum Zuschauen, aber verdammt anstrengend für alle Beteiligten). Die besseren Torchancen hatten dann doch die Neuköllner und eine davon führte (unter Mithilfe des Pfostens) zum 0:1. Unser einziges Gegentor des Turnier sollte das einzige des Finales bleiben. TiBEX holte sich verdient den Pott und irgendwie waren am Ende alle zufrieden. Ein gutes – nein, ein fantastisches Elternhockeyturnier eben. Unser Dank gilt also allen Schweriner „Sumpfis“ vor und hinter den Kulissen, auch die Fotos im Bericht sind fast alle ein Geschenk der Gastgeber. War toll & hat echt Laune jemacht, Leute! Auf die nächsten 25! :zunge:

Die Schlenzelberger Vierteljahrhundertgratulanten:
Annett, Fabi, Frank  (Vorlagengott), Hotte, Jane, Jens, Karo (Torschützenkönigin), Mara (Edelfan), Moni, Sven, Tina

Zurück
Veröffentlicht am 19. August 2017 um 1:05 Uhr

Schreiben Sie einen Kommentar

Zum Kommentieren müssen Sie angemeldet sein.