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Rotation Prenzlauer Berg

Der Hockeyclub im Herzen Berlins

Ein Interview mit unserer „Schnupper“-Koordinatorin & Mannschaftsbetreuerin Kathrin

Veröffentlicht von Machine | Abgelegt unter News

Kathrin Samwer

Mit Kathrin hat der Club in den letzten Monaten eine absolut treibende Kraft hinter den Kulissen dazu bekommen und mit ihrer jahrelangen Erfahrung im Hockey- und Leistungssport hat sie uns viele Ideen & Impulse mit auf den Weg gegeben. Zuletzt hat Kathrin mit unserer Jugendwartin Ulrike Bock federführend das Schnupperkinderprogramm entwickelt und mit Hilfe der Trainer in der Praxis angefangen umzusetzen. Grund genug Kathrin um ein Interview zu bitten und Euch ihre Vita und Schaffen ein wenig näher zu bringen. Ich wünsche viel Spaß bei der Lektüre des Interviews.
rotationhockey.de: Magst Du Dich erst einmal kurz vorstellen und erzählen, wie und wann Du zu Rotation gefunden hast?
Hockey hat in meinem Leben immer eine große Rolle gespielt und ich habe einen Großteil meiner Jugend auf Hockeyplätzen verbracht. Mit sieben Jahren habe ich beim MSC in Köln angefangen und bin dann in der Weiblichen Jugend B zu Blau-Weiß Köln gewechselt. Unser größter Erfolg war ein dritter Platz bei der Deutschen Meisterschaft, aber wir haben natürlich von mehr geträumt! Spielerisch hat es zwar zu mehr nicht gereicht, das Wichtigste aber war, dass wir ein super Team waren, vor allem auch außerhalb des Hockeyplatzes – die Verbundenheit untereinander war großartig. Später durfte ich dann bei den 1. Damen mitmischen, Bundesliga immerhin – es war eine tolle Zeit, auch wenn wir eher die unteren Plätze belegten. Zum Studium hat es mich nach Heidelberg gezogen; mit einer Mischung aus Heidelbergern und zugezogenen Studenten war der Heidelberger Hockeyclub eine bunte Truppe, mit der wir gerade so den Aufstieg in die Bundesliga geschafft haben. Später habe ich noch zwei Jahre in Berlin bei den 1. Damen von TusLi gespielt. Irgendwann war aber der
Leistungssport zeitlich nicht mehr mit dem Job zu vereinbaren, und dann habe ich mir auch noch das Kreuzband gerissen.

Sobald meine Kinder das hockeyfähige Alter erreicht haben, habe ich mich umgehört. Ich wollte ihnen zumindest die Möglichkeit geben, herauszufinden, ob Hockey die richtige Sportart für sie ist. Rotation liegt praktisch vor der Haustür, außerdem hat meine kleine Schwester hier vor einigen Jahren mal bei den Damen gespielt.

rotationhockey.de: Welche Aufgaben hast Du bei Rotation im Laufe der Zeit ausgefüllt und aktuell übernommen?
Angefangen hat es damit, dass ich ab und zu das Training der Minis und Superminis oder die Betreuung der Kinder bei den Turnieren übernommen habe, wenn mal einer der Trainer nicht konnte. Das hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht, eine richtig nette Truppe von Kindern war das! Parallel habe ich dann als Betreuerin der Minis / Superminis weiter gemacht und angefangen, mit einem netten Elternteam stärker in die Organisation von Spielfesten und Turnieren für die Kleinen einzusteigen, u.a. haben wir den DUBTI-Cup im März organisiert.

Bereits im Oktober letzten Jahres haben wir zudem festgestellt, dass wir von Anmeldungen überrannt werden, gerade auch im Minis und Superminis-Bereich, und hier Alarm geschlagen; der Vorstand hat daraufhin einen Aufnahmestopp beschlossen: Zwischenzeitlich hatten wir über 100 Kinder auf unserer Warteliste. Mit Ulrike Bock und Johannes Ludwig zusammen haben wir dann ein Konzept entwickelt, wie wir trotz begrenzter Platz- und Trainerkapzitäten damit umgehen können. Es gab dann im März einen Elternabend, bei dem u.a. vorgestellt wurde, was Kinder und Eltern beim Hockey erwartet und was von ihnen erwartet wird: Hockey ist ein Teamsport, der von den Kindern
Zuverlässigkeit sowie Einsatz fordert; ein Sport, der voraussetzt, dass man sich in eine Mannschaft einordnen kann und akzeptiert, dass sportliche Entscheidungen dem Trainer überlassen bleiben. Ein Hockeyverein ist eben kein Fitnesstudio, sondern lebt von dem Engagement seiner Mitglieder, und – im Kinderbereich – insbesondere vom Einsatz der Eltern. Das schien in den letzten Jahren nicht immer für alle selbstverständlich zu sein, und wir wollten einfach klarmachen, worauf man sich einlässt. Der Elternabend kam gut an, viele Fragen konnten damit bereits im Vorfeld beantwortet werden.

Geplant ist nun, solche Veranstaltungen in Zukunft zu wiederholen. Im Nachgang zum Elternabend führen wir nun in allen Mannschaften des CDE-Bereichs eine konzentrierte Schnupperphase durch, mit insgesamt circa 80 Kindern. Für einige Teams wie die Knaben D und Mädchen C haben wir extra Schnuppertermine organisiert; erst anschließend folgt die Integration in die Mannschaften. Klarer Vorteil dieser konzentrierten Schnupperphase ist, dass die Trainer nicht bei jedem Training bei „Null“ anfangen müssen. Auch in Zukunft wird die Organisation der Schnupperphasen eine große Herausforderung; es gibt erneut einen Aufnahmestopp und auch die neue, seit April geführte Liste umfasst bereits mehr als 20 Kinder.

Parallel dazu haben wir versucht, für die CDE-Mannschaften sog. Elterncoaches zu finden, also im Idealfall „alte“ Hockeyhasen, die jetzt die sportliche Entwicklung ihrer Kinder begleiten und die Haupt- und Nachwuchstrainer beim Training unterstützen. Im Kinderbereich haben wir bereits eine sehr engagierte Truppe, die unglaublich viel beiträgt.

rotationhockey.de: Du hast Dich in einer der aktivsten Phasen des Clubs mit Deinem Engagement im Kinderbereich sehr eingebracht. Wie bewertest Du die Entwicklung des Clubs in den letzten 12 Monaten?
Die letzen 12 Monate sind in jeder Hinsicht sehr besonders gewesen. Das zeigen nicht nur die sportlichen Erfolge, z.B. der 1. Herren, sondern auch die steigenden Mitgliedszahlen und die vielen interessierten Kinder. Ein derartiges Wachstum kann wohl kaum ein anderer Club in Berlin vorweisen, muss aber auch erst einmal verkraftet werden. Auch in Zukunft sind sicherlich neue Konzepte zu entwickeln, wie man trotz begrenzter Kapazitäten (Sportstätten und Trainer) Leistungs- und Breitensport unter einen Hut bringen kann und wie man welche Kinder aufnimmt. Denn eins ist klar: einen solchen Ansturm wie letztes Jahr kann man nicht in jedem Jahr meistern. Hier ist ein nachhaltiges Konzept gefragt.

Mit dem neuen Kunstrasen auf der Ella Kay ist zudem ein Wendepunkt für die Zukunft des Clubs angestoßen – alle Vereine, die oben
mitmischen, haben einen Kunstrasen bzw. eine sportliche Heimat mit einem richtigen Clubleben. Der Bau der Ella Kay ist hier schonmal der Anfang und eine tolle Entwicklung, die dem Verein viel ermöglicht!

Auch hat der Verein sich daran gemacht, die weiteren Baustellen anzugehen. Ich denke, hier ist der Club insgesamt auf einem guten Weg.

rotationhockey.de: Was machst Du, wenn Du mal nicht für Rotation im Einsatz bist?
Ich jongliere mich durch den Alltag einer berufstätigen Mutter! Zudem bin ich Rechtsanwältin im Öffentlichen Wirtschaftsrecht bei einer großen Kanzlei; dort führe ich vor allem Rechtstreitigkeiten für Mandanten aus regulierten Industrien. Auch dort geht es recht anspruchsvoll zu. Manchmal weiß ich nicht, wo mir der Kopf steht, aber es ist eine tolle Kombination … .-).

rotationhockey.de: Was möchtest Du mit Rotation zusammen erreichen? Wie siehst Du Rotation in ein paar Jahren?
Mein Bild von Rotation in ein paar Jahren: Ein im Kiez fest verankerter, sportlich erfolgreicher Verein mit optimalen Trainings- und Spielbedingungen, der dem Leistungs-, aber auch dem Breitensport verpflichtet ist; ein Verein, in dem der TEAMSPORT groß geschrieben wird und Zuverlässigkeit und Teamgeist herrschen; ein Verein, der eine nachhaltige Jugendarbeit betreibt, dessen eigener Nachwuchs in die Damen- und Herrenmannschaften aufrückt und die Jugend trainiert; ein Verein, in dem mehrere Generationen Hockey spielen, und die Eltern schon dort gespielt haben, wo jetzt die Kinder spielen, ein „Mehrgenerationenverein“ sozusagen; eine Ella-Kay, die für alle Mitglieder der Hockeyfamilie ein fester Anlaufpunkt ist – und zwar nicht nur, weil man dort Hockey spielt; und – aus meiner Sicht ganz wichtig – ein Verein, in dem man sich untereinander kennt, miteinander kommuniziert und sich gegenseitig respektiert, auch wenn man mal anderer Auffassung ist, und in dem der Umgang mit- und untereinander in jeder Hinsicht und zu jedem Zeitpunkt durch sportliche
Fairness geprägt ist; alles in allem also einen Verein, bei dem in jeder Hinsicht der Sport im Vordergrund steht und alle Energie ins Hockey gesteckt wird – und der dabei und drumherum eine starke Gemeinschaft bildet. Viel davon ist schon jetzt angelegt, in einigen anderen Bereichen bleibt noch eine Menge zu tun – mein Ziel ist es, hier ein klein wenig beizutragen.

Rotation hat in den letzten Monaten gezeigt, welch unglaubliches Potential im Verein steckt, und zwar in zweierlei Hinsicht: Zum Einen sind die steigenden Mitgliedszahlen und das riesige Interesse vieler Kinder – bisher ganz ohne Werbung in Schulen und Kindergärten – ein klares Indiz dafür, dass hier viele neue Hockeytalente schlummern, die entdeckt und gefördert werden wollen. Das ist so einzigartig, kann aber nur gelingen, wenn wir – sobald die Ella-Kay fertig ist – viele weitere gute Trainer für Rotation begeistern können! Denn hier liegt im Moment unser Engpass; – schaffen wir das, hat Rotation eine goldene sportliche Zukunft vor sich! Zum Anderen, und das ist nicht weniger
entscheidend, ist Rotation geprägt durch viele unglaublich engagierte Menschen, die wahnsinnig viel Arbeit in „Rotation“ stecken, andere mitreißen, begeistern und inspirieren. Hut ab!

Wenn wir es hier schaffen, viele weitere Mitglieder einzubinden, wenn jedes einzelne Mitglied ein klein wenig zu „Rotation“ beiträgt, dann wird das was – und jedenfalls in diesem Zusammenhang kann man es ganz mit einem ehemaligen Bundeskanzler, zu dem man im Übrigen stehen kann, wie man mag, halten: „Es geht nicht, nur das zu sagen, was nicht geht. Fragen wir uns, was jede und jeder
Einzelne von uns dazu beitragen kann, dass es geht.“ In diesem Sinne: Rolle Rolle Rotation!

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Veröffentlicht am 4. Mai 2016 um 16:36 Uhr

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