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Rotation Prenzlauer Berg

Der Hockeyclub im Herzen Berlins

MB1: Mixed Emotions. Engagierte Auftritte auf hohem Niveau, doch am Ende leere Hände bei der Meisterschaftsendrunde

Veröffentlicht von rOkA | Abgelegt unter Mädchen B

von Robert Kanold

Mit Volldampf und viel viel Spaß gingen unsere 11 und 12jährigen Rotationistas in ihren Saisonhighlight. Am Freitag wurde nochmal richtig fokussiert trainiert – in den superchicen vom besten Architekturbüro der Welt zur Verfügung gestellten Endrundenshirts – und optimal eingestellt auf die beiden Gruppengegner, den Titelverteidiger und Gastgeber Zehlendorfer Wespen und die „Mannschaft der Stunde“ Zehlendorf 88. Am Samstagmorgen gab es dann noch den „traditionellen“ Einstimmungsbrunsh im Tomasa in Zehlendorf. Hoch motiviert und scheinbar auf den Punkt in Topform trafen unsere Mädels dann am Mittag am Rohrgarten an, wo sie die Auftaktpartie gegen die enorm starken aber in dieser Saison auch bereits zweimal bezwungenen Zettis bestreiten sollten.

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Mit welchem Ziel? Alle waren sich einig: Auch wenn die Meisterschaftsendrundenteilnahmen der Rotationer B-Mädels langsam zur „Gewohnheit“ zu werden scheinen, für diese Mannschaft war dieses Wochenende etwas ganz ganz ganz Besonderes. Zum ersten Mal überhaupt waren sie in dieser Jahrgangskonstellation auf dem Top-Niveau dabei. Angeführt von dem seit den ersten D-Mädchen-Tagen gemeinsam spielenden Kleeblatt Eva, Lotti, Marla und Sarah aus dem älteren 02er Jahrgang wussten die Mädels: „Wenn’s rund läuft, können wir alle schlagen“.

Die vergleichsweise geringe Endrundenerfahrung und der bei uns leider nur qualitativ gute 02er Jahrgang [neben dem Kleeblatt spielt in unserem Club nur die etwas später hinzu gekommene Emma aus diesem Jahrgang etwas länger Hockey und damit auf Meisterschaftsnvieau, während wir in allen Folgejahrgängen bereits heute deutlich breiter aufgestellt sind] waren aber sicher ein Nachteil gegenüber der erfahreneren Konkurrenz. Und wie sich heraus stellen sollte, waren auch die geringeren Erfolgserlebnisse über die ganze Saison in den entscheidenden Momenten eine schwer wiegende mentale Hypothek. Im Feld hatten unsere Mädels die Meisterschaftsendrunde noch mit der Roten Laterne beenden müssen und nur im A-Pokal reüssieren können.

Jetzt in der Halle hatten sie aber mächtig Fahrt aufgenommen. Vom direkt auf ein sehr gutes Herbstcamp folgenden eigenen Werner-Schubert-Pokal an, hatten sie über die ganze Runde mit immer schneller und sauberer werdenden durckvollen Spiel überzeugt. Mit Fug und Recht können sie jetzt an deren Ende sagen, wir sind spielerisch in der Spitze angekommen. Das große Manko war aber von Anbeginn an die Spirale von mangelnder Entschlossnheit und fehlenden Erfolgserlebnissen vor dem gegnerischen Tor. Würde es also gelingen, die Tore an diesem Wochenende mit der nötigen Entschlossenheit zu erzwingen?

Anfangs sah es fast so aus. Gegen die Zettis war es 7 min. lang ein Spiel mit extrem hohen Tempo und vor allem sehr fokussierten Defensivreihen. Doch dann eine erste überhastete Einzelaktion in der Offensive, Ballverlust und zwei Zuordnungsfehler in der zu weit aufgerückten Abwehr … 0:1. Für den zweiten Durchgang nahmen sich unsere Mädels viel vor. Das Spiel sollte auf jeden Fall gedreht werden! Zu viel offensichtlich … Die Mädels verkrampften, machten drei, einfache Fehler in Serie und mit einem Mal waren die beängstigend coolen und effektiven Zehlendorferinnen in einem zuvor ausgeglichenen Match uneinholbar mit 4:0 davon gezogen. Puh! Durchatmen und alles in Spiel zwei gegen die Wespen werfen. Mit einem Sieg gegen die großen Favoritinnen wären wir trotzdem mit mehr als einem Bein im Halbfinale. Und wir wussten spätestens seit der Zwischenrunde: Diese Wespen können wir. Doch auch dieses Match begann „unglücklich“. Orange spielt nicht so präsent wie anfangs gegen die Zettis und eine nicht klar genug gelöste eigentlich ungefährliche Situation im eigenen Kreis führte zum 1:0 für die in dieser Szene entschlosseneren Gatsgeberinnen. Danach passierte wie so oft bei nahezu allen Spielen dieser Endrunde nicht mehr viel. Beide Mannschaften neutralisierten sich weitestgehend auf altersentsprechend hohem Tempo zwischen den Kreisen. Die Pausenansprache weckte dann bei den Rotationistas aber offensichtlich Zusatzenergien. Orange-blau startete mit einem irrsinigen pressing und wenig später gelang nach einer tollen Kombination zwischen Sarah und der ganze Wochenende sehr stark und fokussiert spielenden Doro der verdiente Ausgleich. Das Momentum war auf unserer Seite und die Körpersprache auch. Doch leider nicht lange. Auch bei der Endrunde gelang es unserer talentierten Truppe leider noch nicht, ihr höchstes Niveau lange genug zu halten. Die Nervosität schlug wieder durch und mit einem sonst nicht mehr im Repertoire befindlichen Aufbaufehler wurde den gerade eben noch aus dem Match genommenen Wespen die neuerliche Führung geschenkt. Danach passierte auf beiden Seiten nicht mehr viel.

Nach zwei couragierten aber auf diesem Niveau leider nicht ausreichend konsequenten Auftritten waren unsere Meisjes „Raus mit Applaus“.

 

Am Sonntag ging es dann im Match um Platz 5 gegen TuS Lichterfelde. TuSLi hatte am Vortag das Semifinale nur um ein Haar verpasst und es war den Schwarz-Weißen schon von der Ankunft in der Halle an anzumerken, dass sie sich jetzt erst Recht noch einen guten Saisonabschluss bescheren wollten. Das Spiel hatte dann auch fast wieder die Intensität der Samstagspaarungen. Und es bot aus Prenzelberger Sicht ein ähnliches Bild: Immer wieder gab es tolle Einzelaktionen und Kombinationen, aber allzu oft fehlten nach vorne der Mut und die Entschlossenheit – und mit den mangelnden Erfolgserlebnissen vorne sank auch die Aufmerksamkeit hinten. Wieder waren es wenige grobe und entscheidende Fehler in unserem Spiel, die dem Gegner zwei Tore ermöglichten, während wir vorne noch allzuoft auch vor dem entscheidenden Pass oder dem Torschuss abbrachen.

Bei aller Enttäuschung gerade auch nach der 3. Niederlage können unsere Mädels aber dennoch stolz zurück blicken auf ihre Leistung. Sie haben eine Saison mit viel Spaß und großem Engagement als tolles Team zusammen trainiert. Sie haben irre viel gelernt und sie spielen mittlerweile ein tolles Hockey. Kommen dann in den nächsten Jahren noch mehr Erfharung auf dem Niveau, kommen Konsequenz und Entschlossenheit hinzu und werden diese durch mehr Erfolgserlebnisse fester verankert, dann werden sie auch in dieser Konstallation künftig in Berlin noch etwas weiter vorne mitspielen können. Lust darauf haben die meisten, das wurde auch gleich am Sonntag nach demn letzten Spiel wieder deutlich. Und wir wissen 80% … :ying:  :zunge:

Berliner Meister wurden dann übrigens wieder die Wespen. Im Halbfinale hatten sie die Blau Weissen förmlich überrollt. Nachdem sich dann im zweiten Semifinale auch der Favorit Berliner HC im Feld gegen die top organisierten und vor allem mental sehr starken Zettis nicht hatte durchsetzen können und im 7m-Schießen das Nachsehen hatte, war es ein zu dieser Runde passendes Finale. Kaum einmal konnte sich eine Mannschaft gegen die starke gegnerische Defensive durchsetzen. Den vielleicht etwas entschlosseneren Wespen gelang es ein entscheidendes Mal – und am Ende kannte der Jubel im Wespennest keine Grenzen …

 

Für unsere 02er geht’s dann dann gemeinsam mit dem qualtitativ und quantitativ starken 01er Jahrgang (in dieser Konstallation vor 1 Jahr Berliner Vizemeister) bei den A-Mädchen weiter – zum ersten Anlauf unseres Clubs auf überregionale Meisterschaften und für unsere auch an diesem Wochenende schon sehr vielversprechenden 03er mit guten Aussichten auf vordere Endrundenplätze bei den Bs.

VIEL SPAß DABEI MEISJES!!! Diese Saison war nicht nur mit Blick auf derlei ein toller Vorgeschmack. Sie war vor allem ein großer Spaß und mit Blick auf all das Gelernte ein beachtlicher Erfolg!!! :banane:

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Veröffentlicht am 2. März 2015 um 13:26 Uhr

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