RL-Doppelwochenende der Damen: Spielerisch verbessert, aber die Torflaute hält an | Rotation Prenzlauer Berg
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RL-Doppelwochenende der Damen: Spielerisch verbessert, aber die Torflaute hält an

Veröffentlicht von Tina Hähn | Abgelegt unter 1. Damen

Am Samstag ein 0:5 beim TC Blau-Weiß, am Sonntag ein 0:4 beim MHC

Nach dem torlosen Remis unserer Damen gegen den Regionalligaaufsteiger aus Steglitz vor zwei Wochen war Wiedergutmachung angesagt. Es wurde gut trainiert (allerdings nicht grad „zu Hauf“, wenn ihr mich versteht). Am Samstag musste man im zweiten Spiel der Saison nun ausgerechnet zum Bundesligaabsteiger in den Grunewald reisen. Der sonntägliche Gegner waren die Mädels aus Mariendorf, die letzte Saison ganz oben in der Tabelle mitgemischt haben. Kein Pappenstiel also, aber daran muss man sich in dieser Regionalliga ohnehin gewöhnen, denn das Feld ist noch ausgeglichener als im Vorjahr. Wir handeln hier gleich mal beide Spiel in einem Rutsch ab (is allerdings ´ne Spuuur länger als sonst geraten :hoppla: ), denn es gab einige positive und noch mehr negative Parallelen.

Spätsommerlich warm und neblig (sprich: schwül) war es im Grunewalder Stadion. Der schicke neue Teppich im war noch ziemlich weich (schön für Barfußläufer, eher anstrengend für Hockeyspieler). Die Platzdamen schienen voll motiviert. Kurz, man konnte sich in den Rotationer Reihen getrost auf eine anstrengende Partie einstellen. Mit dem Anpfiff wetzten die Gastgeberinnen los und spielten Pressing. Nach etwa 5 Minuten musste Janna in unserem Kasten den ersten Ball mit der Kelle entschärfen. Kurz darauf allgemeiner Atemstillstand als ein sattes Pfund der Blau-Weißen unseren Innenpfosten traf (ShoutBox-Leser erinnern sich vielleicht an die kürzliche Diskussion um die Torlinie). Während wir immer noch nach unserer Ordnung suchten, erhöhte sich der Druck auf unseren Kreis. Das würde nicht lange gut gehen können. Gerade als wir im Mittelfeld öfter auch mal einen guten Aufbau hinbekamen, ging genau dort ein Ball verloren. Sofort lief der schnelle Konter und keine 10m später sah sich Janna einer völlig freien Stürmerin gegenüber, von der sie zum 0:1 ausgezockt wurde.
Derart nicht gerade ermutigt ließen wir uns viel zu tief in unsere Hälfte drücken, machten die Räume für Blau-Weiß im Angriff groß und für uns selbst in der Verteidigung eng. Es sollte eigentlich genau umgekehrt sein. Trotzdem kamen wir jetzt besser ins Spiel. Nach gut einer viertel Stunde konnten wir uns das erste Mal längere Zeit im Angriffsviertel einnisten und besonders im Mittelfeld gab es viele gute Zweikämpfe. Konnten wir dort den Ball behaupten, dann ging auch was nach vorne – der Abschluss im Kreis ließ allerdings noch auf sich warten. Ging jedoch der Ball im Vorwärtsgang verloren, wurde es stante pede brenzlig vor unserem Kasten und unsere Verteidiger agierten fast immer in Unterzahl. Eine derartige Situation konnte Janna parieren, beim Nachschuss hatten wir Glück. Später kamen wir gut durch eine „grünkartige“ Unterzahlsituation hindurch, blieben dann aber bei einem Freischlag an unserem Kreis zu passiv. Blau-Weiß spielt einen harten Querpass am Kreisrand, ein simpler Block ins Zentrum, wo sich die Stürmerin um Karo herum drehen und zum 0:2 einlochen darf. Lichtblicke waren kurz darauf ein paar orange-blaue Angriffe, Bettina hatte noch die beste Chance. Tja, das war Hälfte Eins.
Im zweiten Abschnitt konnten wir uns steigern. Sehenswert war auf alle Fälle Bettinas starkes Dribbling vom rechten Flügel in den Kreis, der eine Ecke einbrachte. Die allerdings wurde zuerst von uns verstoppt und landete dann auch noch an einem unserer Füße. Yori eroberte in gegnerischer Hälfte einen Ball und startete zum 1 vs. 1 mit dem Torwart durch … der Schuss hatte Schmackes, ging aber zentral in die Schienen. In dieser, unserer besten Phase ereilte uns der Alptraum eines jeden Goalies. Ein langer (ich würde sagen mittelharter) Ball in unseren Kreis verfehlt alle Blau-Weißen, unsere Defensive will die Kugel durchlassen und dann steht da dieser Pfosten im Weg. Das Plaste-Ei springt zurück und die zentrale Blau-Weiß-Stürmerin schaltet am schnellsten – schon steht es 0:3. Gegentor Numero Vier fällt, nachdem wir den Pass von der Viertelgrenze in unseren Kreis nicht unterbunden und vor dem Tor wieder einmal nicht aggressiv genug verteidigt haben. Wir haben noch einmal Glück, dass ein Turnover im eigenen Viertel (unnötiger, weil riskanter Zweikampf) nicht zum fünften Heimtor wird. Es fällt dann aber doch noch nach einem Eckenstecher. Wir haben noch einige Chancen: Yori setzt einen Ball übers Tor, Bettina verpasst einen Pass in den Kreis nur knapp. Allerdings hätten auch die Gastgeberinnen noch nachlegen können, sie vergaben einen Siebenmeter und wir konnten eine letzte Strafecke erfolgreich ablaufen (Pippa). Nun ist so eine Niederlage gegen die letztjährige Bundesligamannschaft natürlich keine Schande, aber sie hätte nicht so hoch ausfallen müssen und vor allem nicht zu Null.

Am Sonntag folgte also der nächster Anlauf beim MHC. Wieder war es recht warm und dieser Rasen war praktisch neuer als neu (sprich: an diesem Tage feierlich eingeweiht). Es war also wieder nix mit knackigen Schrubbern der leichten Art und das Grün lief sich wie Watte (für alle Anwesenden natürlich).
Auch die Mariendorferinnen kamen schon in den ersten Minuten in die Nähe unseres Schusskreises. Insgesamt begann die Partie aber sehr ausgeglichen und spielte sich größtenteils im Mittelfeld ab. Wir konnten eine Zeitlang das MHC-Viertel belagern, spielten aber zu oft durch den Gegner hindurch und fanden keinen zwingenden Abschluss. Etwa in Minute 13 führte ein Abwehrstecher von Jule (ich hätte da auf lange Ecke entschieden) zur ersten Strafecke der Partie. Janna tauchte ab und parierte, dann konnten wir klären. Das war tatsächlich der allererste echte Torschuss des Spiel, keine Mannschaft konnte wirklich dominieren und aus dem Spiel heraus ging zunächst kaum etwas.
Rotation kam dabei immer besser in die Gänge und versuchte sich zum gegnerischen Kasten vorzukombinieren und den Gegner besser anzudrängen, die MHCerinnen griffen immer öfter zur Brechstange und harten langen Bällen in die Spitze. Nach gut 20 Minuten nahmen wir unsere Auszeit, brachten uns aber direkt danach wieder selbst in Schwierigkeiten. Ein überhastetes Stockfoul im Kreis, die nächste Ecke für den MHC und diesmal segelte der Ball (nicht unhaltbar) oben ins Netz. Und es kam noch dicker. Im Mittelfeld blieb es ausgeglichen, aber vor der eigenen Bude machten wir die gravierenden Fehler. Ein vertändelter Ball im Verteidigungsviertel wurde vom Gegner schnell in den Kreis gebracht und sofort ein Rotationsfuß gefunden. Das 0:2 fiel nach einem Eckenstecher. So war ein eigentlich enges Spiel durch zwei völlig vermeidbare Treffer in Richtung der Gastgeberinnen gekippt. Rotation blieb dran, Ehrensache! Über Julchen (rechts vorbei) und Sandra (super durchgetankt über rechts, aber ohne Pass-Abnehmer vor dem Tor) erarbeiteten wir uns gute Chancen. Caro holte kurz vor dem Halbzeitpfiff noch eine Ecke heraus. Es sollte eine Ablage werden, die Herausgabe war gut, aber der Abschluss dauerte einfach zu lang. Ein leichter Ball für den Goalie, die Verteidiger räumten ab.
Im zweiten Abschnitt änderte sich das Bild erstmal kaum. MHC spielte mit harten Schlägen nach vorne und lauerte auf Konter (und Rotationer Fehler), wir blieben bei der Manndeckung und versuchten den Ball ins gegnerische Tor zu tragen (meist zu lange). Wieder dauerte es etwa eine viertel Stunde bis zum ersten Torschuss, wieder waren es die Gelb-Schwarzen und Janna musste eingreifen. Gut 10 Minuten später dann folgte eine gute Druckphase unsererseits, kurzzeitig sah es fast nach einem Powerplay aus. Pippa hätte da um ein Haar den Anschluss erzielt, die Kugel knallte ans Außenblech. Gleich darauf aber verfielen praktisch alle Rotationerinnen in kollektiven Tiefschlaf und schauten dann entgeistert zu, wie drei MHCerinnen Roos und Janna vor unserem Tor keine Chance ließen. Achtbar zumindest, dass das 0:3 hier erst im Nachschuss fiel – ist aber ´n schwacher Trost. Es sollte tatsächlich das einzige Tor aus dem Spiel heraus bleiben. Ein harter Pass von Pippa in den Kreis (von uns viel zu selten gespielt) sah vielversprechend aus, wurde von Sandra jedoch knapp verpasst. Spätestens jetzt setzte der MHC auch die spielerischen Akzente und nagelte uns in unserem Viertel fest. Nach unserer zweiten Auszeit setzten die Mariendorferinnen den Schlusspunkt. Ein satter Torschuss wurde von Janna pariert, wir fingen uns im Gewühl die nächste Ecke. Diesmal gelangt die Kugel per Ableger in unseren Kasten (da müssen wir aggressiver verteidigen und weniger zuschauen). Auch diese Niederlage ging damit voll in Ordnung, aber sie war tatsächlich unnötig. Wir haben es dem Gegner einfach zu leicht gemacht.

Fazit: Wir dürfen an dieser Stelle nicht stehen bleiben. Es gibt wirklich gute Ansätze. Wir haben die nötigen Körner und die meisten von uns sollten es auch technisch drauf haben. Was uns momentan noch im Weg steht, sind unsere eigenen Fehler: den kürzesten Passweg zu suchen (selbst wenn dort ein Gegner wartet), beim Pass den Blick auf dem Ball zu haben (statt oben, um den Mitspieler zu sehen), die Ballführende frontal anzugreifen (statt seitlich zu begleiten, abzudrängen und eventuell per Abwehrstecher den Ball zu erobern), vor des Gegners Kreis quer zu spielen (die Murmel muss in den Kreis und da muss ein Torschuss oder eine Ecke her), durch den Gegner hindurch zu spielen (statt aus dessen Reichweite heraus) und und und. Ohne Ball müssen wir noch mehr tun, dürfen nach der Ballabgabe nicht abzuschalten (gleich wieder freilaufen), Freischläge hinter der Viertellinie können auch mal in den Kreis geknallt werden und am Pfosten muss jemand heiß sein auf den Stecher. Wenn das alles klappt, dann müssen die Verteidiger nicht schon beim Spielaufbau nervös werden, können abgeklärt ihre Pässe nach vorne spielen und kommen nicht so früh unter Druck.
Naja und dann fehlt natürlich noch eines, Mädels: Tore, Tore, Tore!!! Drei Spiele und noch immer keine Bude – das muss anders werden! Selbst wenn wir dreimal zu Null gespielt hätten, würden wir in der Tabelle noch hinter Leuna liegen (dem zweiten Aufsteiger). Also, es ist höchste Zeit, dass wir uns an den guten Aktionen (bspw. von Bettina oder Jule) orientieren und sozusagen selbst aus dem Schlamm ziehen – kann kein anderer für uns machen. Und vor allem, kommt in Scharen zum Training und lasst uns am Torhunger feilen! Wir wollen uns doch nächste Woche in Osternienburg nicht völlig blamieren, seh ich das richtig?!

Auf dem Platz: Bettina, Caro, Heide, Julchen, Jule, Karo, Lies, Maike, Pippa, Roos, Sandra, Sari, Tanja, Yori & Janna

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Veröffentlicht am 23. September 2014 um 0:55 Uhr

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