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Der Hockeyclub im Herzen Berlins

MB: Hockey for B’s bei Klipper Hamburg am 6./7.9.14 – ein Turnier mit (reichlich) Hindernissen

Veröffentlicht von rOkA | Abgelegt unter Mädchen B

von Anja Overbeck

bsAm vergangenen Wochenende hatte der Klipper THC Hamburg wieder zum großen B-Turnier geladen, mit 24 Mannschaften aus ganz Deutschland und über 300 Kindern. Für unsere B-Mädchen war schon der Start eher verhalten, denn von den ursprünglich über 20 gemeldeten und damit für zwei Mannschaften ausreichenden Spielerinnen fuhren letztlich dann doch nur 16 spielfähige Mädels mit – zu wenig für zwei komplette Mannschaften. Dann am späten Freitagabend die nächste Hiobsbotschaft: Die Bahn streikt am Samstag, der lange gebuchte ICE fällt aus! Klaus schaffte es mit viel Organisationstalent in letzter Minute, von ICE um 7.15 Uhr vom Hauptbahnhof auf Linienbus um 8 Uhr vom Ostbahnhof umzubuchen, und erstaunlicherweise stiegen alle rechtzeitig und durchaus guten Mutes in selbigen ein. Dann kam der auf der Strecke schon absehbare Stau, und wir landeten statt wie mit dem Zug geplant um 9.30 Uhr erst gegen 12 Uhr am Hamburger Hauptbahnhof – wo dann auch noch die S-Bahn wegen Bauarbeiten nicht fuhr! Um 12.55 Uhr waren wir dann endlich nach U-Bahn-Umwegen an der Endhaltestelle, und nur der Sprint zum Platz war den Mädels Aufwärmphase für die um 13 Uhr beginnenden, auch noch parallel stattfindenden ersten Spiele. Das musste eigentlich schief gehen, und der Frankfurter SC 1880 hatte mit seinen beiden Mannschaften denn auch jeweils die Nase vorn. Sehr erfreulich war – das ganze Turnier über – die freundschaftliche Unterstützung des personell besser aufgestellten Berliner SCC, der mit Trainer Fabian und zahlreichen sehr motivierten Spielerinnen immer wieder aushalf. So waren es auch vor allem die Charlottenburgerinnen, die unseren B2-Mädels letztlich aus Ergebnissicht zu größerem Erfolg verhalfen als ihn die B1-Mannschaft erspielen konnte – aber dazu später…

Nach den ersten Spielen waren zunächst Ankommen und Orientieren angesagt: Sachen im Zelt verstauen, Gastfamilien für die Nacht kennenlernen, einen Happen im Versorgungszelt einnehmen – die Hamburger Veranstalter stellten sich als recht gut organisiert dar, auch wenn der Zeitplan durch den Bahnstreik ordentlich ins Schleudern gekommen war (Düsseldorf kam noch später an als wir!). Am Nachmittag dann die nächsten Spiele: Gegen Düsseldorf nahmen unsere B1er ein bisschen Fahrt auf, ein Zusammenspiel wurde langsam erkennbar, einige Taktiken gelangen, und eigentlich wäre ein Spielgewinn für unsere ganz junge Mannschaft gerecht gewesen, leider lenkten am Ende doch die Düsseldorferinnen ihren Ball in unser Tor. Es blieb beim unglücklichen 0:1, während die B2er (gut durchmischt mit den weißen Polohemden der Charlottenburger) gegen den HTHC (Harvestehude) ein recht ansehnliches 3:1 erreichten. Schließlich traten beide Mannschaften gegen die Gastgeber an; B1 gegen Klipper II und B2 gegen Klipper III. Beide Partien waren nicht wirklich sehenswert und endeten mit einem 0:3 für die B1 und einem 1:1 für die B2.

Ganz dicke kam es dann jedoch im letzten Spiel des Tages für die B1: Die gegnerischen (sehr großen und überwiegend aus 02er Jahrgängen zusammengesetzten) Mädels des Wiesbadener THC wurden bereits als Favoritinnen gehandelt, aber leider auch ihrem Ruf als sehr robust aufspielende Mannschaft gerecht, indem sie nicht nur durch entschiedenes Beiseitedrängen und verbale Unschönheiten auffielen, sondern gegen Ende des Spiels – das mit 0:7 endete – noch unsere Torwartin Yaara durch einen Knaller auf das Brustbein ausknockten. Dass sie im Tor liegend von den Sanitätern beatmet werden musste, trug nicht gerade zur entspannten Stimmung unserer B1-Mädels bei, zumal sich die Gegnerinnen nicht besonders mitfühlend zeigten. Nachdem zuvor bereits eine der Charlottenburgerinnen mit eingedrückten Zähnen ins Krankenhaus transportiert worden war, hatten die Sanis auch sonst recht viel zu tun an diesem Samstag… Der Tagesausklang war also aus sportlicher Sicht eher mau zu nennen.

Zur versöhnlichen Stimmung trug dann zum Glück der nette Empfang durch die Gasteltern und ihre Hockeykinder bei, und gegen 20 Uhr waren alle Mädels, überwiegend in Dreier- oder Vierergruppen aufgeteilt, zum gemütlicheren Teil des Tages abgeholt worden (O-Ton einer unserer Spielerinnen: „Die Hamburger wohnen ja doch nicht alle in Villen, und die sind ganz normal“).

Am Sonntag waren dann noch jeweils zwei Spiele zu absolvieren, aber die Luft war insgesamt eher raus. Höhepunkte waren sicher die beiden Siebenmeterschießen: B1 gegen Klipper II, ausgetragen im immer dichter werdenden Ring der Zuschauer auf Naturrasen (!), der vor allem später den Anfängerinnen größere Probleme beim Schlenzversuch bereitete.

Erst nachdem einige der Schützinnen bereits zwei Mal dran waren, nach gefühlten 20 Duellen, wurde das Spiel entschieden – leider zu Gunsten von Klipper. B2 unterlag derweil der dritten Mannschaft von Klipper mit 1:2. Die B2-Mädels schafften es dann aber in ihrem letzten Spiel, gegen Frankfurt ein gutes 0:0 zu halten, so dass es auch hier zum Siebenmeterschießen kam: Wiederum war es der Geduld und Ausdauer des Charlottenburger Trainers Fabian zu verdanken, dass einige unserer Anfängerinnen zum ersten Siebenmeter ihrer bisherigen Turnierlaufbahn kamen:

Hier waren letztlich unsere Schützinnen siegreich (5:4), weshalb die Turnierbilanz für die B2 insgesamt besser ausfiel, die immerhin dritte von vier „Beginner“-Mannschaften wurde. Auf welchem Platz der acht „Meister“-Mannschaften unsere B1 landete, die zum Schluss noch ein schwaches 0:5 gegen Düsseldorf fabrizierte, braucht wohl nicht weiter erläutert zu werden…

Im Gedächtnis behalten sollten wir also nach diesem Turnierwochenende wohl weniger die sportlichen Leistungen unserer allerdings auch nach sehr holperiger Saison und vielen Ausfällen ziemlich gebeutelten sehr jungen, hauptsächlich aus Mädels des jüngeren 03er Jahrgangs bestehenden B-Mannschaft, als vielmehr ihren Spaß am „Drumherum“ und den außerhalb des Platzes guten Zusammenhalt. Besonders geschlossen feuerten sie im Finale die Charlottenburger Kolleginnen an, die ausgerechnet gegen die ungeliebten Wiesbadener zur Freude aller das Turnier gewinnen konnten. Hoffentlich haben sich unsere Mädels viel abgeschaut von den überwiegend sehr motivierten und gut organisierten, auch technisch oftmals viel ausgereifter aufspielenden „größeren“ Mannschaften!

Die Rückfahrt jedenfalls konnten wir wie geplant mit dem Zug (IC alter Baureihe) vornehmen, dessen Abteile sehr zum Missfallen des Schaffners von den Mädels geentert und kurzerhand zu Liegewiesen mit Partycharakter umgebaut wurden. Jetzt holten die Mädchen an Leidenschaft und Energie nach, was ihnen auf dem Platz manchmal gefehlt hatte…

Eine Einsicht bleibt: Aus sportlicher Sicht kann es eigentlich nur besser werden!

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Veröffentlicht am 11. September 2014 um 15:52 Uhr

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