1. Damen: Eine gute Partie + eine voller Hektik = zwei vergebene Chancen und ein Punkt | Rotation Prenzlauer Berg
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1. Damen: Eine gute Partie + eine voller Hektik = zwei vergebene Chancen und ein Punkt

Veröffentlicht von Tina Hähn | Abgelegt unter 1. Damen

Letzte Anweisung zum Überzahlspiel gegen Blau-WeißDas Potential für gutes Regionalligahockey steckt auf jeden Fall in dieser Rotationer Damen-Mannschaft, das hat man an den letzten Spieltagen gesehen. Nicht ohne Grund stehen wir als Aufsteiger derzeit auf Rang Drei der Tabelle. Was allerdings auch zu sehen war: an der Verwertung der Torchancen muss dringend geschraubt werden. Genau dieses Manko war einer der Gründe, warum es vor dem Fest eben nicht der heiß ersehnte (wenn auch ambitionierte) Doppeldreier für Blau-Orange wurde. Im spannenden Spitzenspiel gegen TC Blau-Weiß hieß es am Ende 1:3, die emotional geführte Partie gegen den BSC endete mit einem 2:2 Unentschieden. Damit ist der Angriff auf Tabellenposition Zwei zwar fürs Erste missglückt, Platz Drei aber weiter ein rotationiger und der Abstand nach unten immer noch recht beruhigend.

Samstag: Spitzenreiter MHC pausiert, Blau-Weiß und Rotation treffen im Verfolgerduell aufeinander

Am Sonnabend konnte sich der Tabellenführer MHC gemütlich zurücklehnen und auf das Spitzenspiel der Verfolger TCBW und Rotation blicken. Mindestens einer der Kontrahenten würde Boden auf die Führungsposition verlieren. Vor dem Spiel waren beide Teams punktgleich, aber das blau-weiße Torverhältnis (+20) deutete bereits Schwerstarbeit für unsere Defensive an.

Rein ins Spiel: wir beginnen mit Vorwärtsdrang, schon in der ersten Minute kann Maike den gegnerischen Goalie zweimal prüfen. Ein guter Querpass vor dem Kasten von Sandra auf Roos landet an deren Füßen, statt an der Kelle. Heide setzt zum Solo übers komplette Parkett an, wird aber im letzten Moment von einer Verteidigerin gestoppt.

Wesentlicher Unterschied: die Chancenverwertung

Dann ist Blau-Weiß dran. Zunächst segelt ein harmlos aussehender Heber fast von der Grundlinie über alle hinweg an den langen Pfosten. Und dann der große Unterschied zwischen TCBW und Prenzlberg an diesem Tag: Rotation hat nach vier Chancen noch nix Zählbares, der Gegner macht aus dem dritten Torschuss sein erstes Tor. Die Stürmerin überläuft ihre Gegenspielerin, zieht energisch in den Kreis und zwingt Goalie Janna zu einer guten Parade. Danach misslingt der Klärungsversuch und mit dem nächsten Schuss zappelt die Kugel zum 0:1 im Netz. Die Partie ist schnell und unterhaltsam, es geht rauf und runter. Birthe wird am linken Flügel frei gespielt, ein ungenauer Finalpass macht das Zwei-gegen-Eins auf den Keeper zunichte. Am gegenüberliegenden Ende wird eine blau-weiße Doppelchance abgewehrt. Nach knapp einer viertel Stunde eine weitere Schlüsselszene: ein Rotationer Aufbaupass ist zu lasch gespielt und wird vom Gegner abgefangen, es kommt zur ersten Ecke gegen uns. Auch diese Chance nutzen die Grunewalderinnen, der Ball segelt zum 0:2 halbhoch links in den Maschen. Wir setzen zur Antwort zwei Schüsse in die Schienen der TCBWer Torbewacherin. Der Tabellenzweite ist nicht unbedingt spielerisch überlegen, aber gedanklich schneller. Ein rasanter Angriff ruft Janna wieder auf den Plan, die resultierende Ecke geht zu unserem Glück neben den Kasten.
Nach etwa 18 Spielminuten kann Betti mit einer sehenswerten Einzelaktion die erste Strafecke für Rotation holen, die endet allerdings in Ballverlust und grüner Karte. Wenig später sorgt Sandra für Ecke Nummer Zwei, aber der Ablauf ist einfach zu langsam und die Kugel landet bei den Verteidigerinnen. Im Rotationer Kreis gerät Sari unter Druck, weil kein Anspielpartner da ist. Der Notball wird zur Torvorlage, Janna hält und wieder gibt es eine Ecke gegen uns … wieder landet sie neben dem Tor. Nach diesem Muster geht Halbzeit Eins auch zu Ende: einer Chance von Rotation (mittig in die Schienen des Goalies) folgt prompt ein Gegenangriff (Janna ist da).

Steigerung nach der Pause, aber auch Endspurt in Überzahl bringt keine Wende

Halbzeit Zwei sieht eine deutliche Steigerung der Prenzlbergerinnen, was Balleroberung und Spielaufbau angeht. Allerdings entwickelt sich die „Eckengeschichte“ an diesem Tag immer mehr zum Drama. Der Ableger kommt zu langsam oder der Schuss geht direkt in den rauslaufenden Keeper. Drei Rotationer Ecken gehen so dahin, etwa 10 Minuten sind gespielt, da profitieren die Blau-Weißen von der fehlenden Zuordnung im Prenzlberger Rückraum. Die Mittelstürmerin kann zentral frei stehend einen knackigen Querball zum 0:3 ins leere Tor blocken. TCBW drückt wieder und kommt zu einer weiteren guten Chance per Drehschuss knapp am Pfosten vorbei. Tatsächlich ist das aber schon fast die letzte gefährliche Aktion vorm Rotationer Kasten. Danach übernimmt Orange-Blau das Kommando, nur fehlt immer noch dieses verflixte erste Tor. Eine Ecke wird verstoppt, Betti scheitert an der Keeperin, Birthe ebenfalls (da fehlten nur Zentimeter zur Torlinie). Eine Eckenstecher-Variante geht schief und ein Querpass auf die Sturmkollegin vorm Tor kommt diese eine Idee zu spät. Mit der neunten Ecke für Rotation kommt dann endlich auch mal der direkte Schlenzer aufs Tor, Birthe verfehlt den Kasten nur knapp.

Siebenmeter zum Anschluss

Janna unterbindet mit der Kelle einen gefährlichen Querpass, aber Rotation macht das Spiel. Etwa fünf Minuten vor dem Ende ist TCBW mit einer gelben Karte in Unterzahl. Zunächst fällt es den Orange-Blauen schwer, den Ball zu sichern und eine Art Powerplay aufzubauen. Dann aber erzwingt Betti mit ihrem Vorstoße ein Foul im Kreis, Sandra verwandelt den fälligen Siebenmeter zum 1:3 Anschlusstreffer. Endspurt mit Schmackes: Prenzlberg spielt jetzt mit 6 Feldspielern, Blau-Weiß nimmt die Auszeit. Tatsächlich haben wir noch zwei goldene Chancen zu weiteren Toren: Sari holt Ecke Nummer Zehn (die bleibt erneut in der Verteidigung hängen) und praktisch mit dem letzten Angriff pfeffert Betti die Kugel aus vollem Lauf an den Außenpfosten.

Keine schreckliche Niederlage, aber ein Spiel, in dem definitiv mehr für uns drin war. Das sollten wir fürs Rückspiel auf dem Schirm haben!

Sonntag: Mit dem BSC empfängt ein motivierter Gegner im Abstiegskampf Rotations Damen

Die Sonntagspartie gegen den BSC war eher weniger geprägt durch taktische oder technische Finessen und fällt absolut in die Schublade „Kampf, Hektik & Emotionen“. Für die schwarz-Gelben Gastgeberinnen (vor dem Spiel gerade 1 Punkt vor dem Tabellenkeller) ist jeder gewonnene Punkt ein Schritt in Richtung Klassenerhalt und dementsprechend motiviert gingen sie die Sache an. Rotation versuchte mit frühem Druck auf den Gegner dieses Feuer im Keim zu ersticken. Klappte zunächst auch ganz gut: vom Anstoß weg ging der lange Ball zu Birthe und die BSCerin im Tor musste das erste Mal retten. Nach einer Fast-Chance über Roos wurde der Eifer belohnt. Betti führte einen Freischlag zügig aus und im Zusammenspiel mit Birthe fiel das 1:0 für Rotation. Wenig später lag der Ball erneut im BSC-Kasten, dem war leider ein technisches Foul vorausgegangen. War also nix mit dem Doppelpack.

Strittige Schiedsrichterentscheidungen bringen Unruhe in die Partie

Wie schon am Samstag stellten wir uns dann wieder einmal selbst ein Bein und fingen nach einem Schlägerfoul in unserer Hälfte die erste Ecke des Spiels. (Diese vertretbare, aber im Vergleich zu vorher ausgebliebenen Pfiffen harte Entscheidung des Schiedsrichters war nur ein Puzzlestück in den Gemütswallungen, die da noch kommen sollten). Janna im Kasten konnte parieren, der hohe Ball führte zu einer Folgeecke. Selbige ging mit Schmackes Richtung Innenpfosten und fand ihr Ende an Saris Fuß. Der folgerichtige Siebenmeter landete halbhoch zum Ausgleich im Tor. Mit dieser Szene war die Ruhe der Begegnung bereits nach 12 Minuten dahin und das kam BSC viel mehr entgegen als Rotation.

Prenzlauer Berger Bälle landen immer wieder in den Schienen der BSC-Keeperin

Sandra und Pauli durften sich im Anschluss davon überzeugen, dass die BSC-Keeperin zur Zunft der mitspielenden Torhüter zählt. Birthe stibitzte sich einen Ball von ihrer Gegenspielerin und ging zum Angriff über. Unter dem Druck der Verteidigerin spielte sie noch den Querpass auf Betti, er war eine Spur zu steil. In der Folge wurde die Partie zerfahrener, es gab viel Kampf um den Ball im Mittelfeld zu sehen. Kam Rotation doch mal vor den BSCer Kasten, endete der Ball meist in den Schienen der schnell aus dem Tor stürzenden Torfrau. Kurz vor dem Pausenpfiff konnten noch zwei BSC-Ecken abgewehrt werden. Ein Prenzlberger Eckenkonter über Birthe und Betti landete am Pfosten (soooo knapp, seufz!).

Unterzahl nach Strafzeiten raubt Kräfte, bleibt aber schadlos

Hälfte Zwei ging für Orange-Blau denkbar schlecht los und sollte sich danach kontinuierlich verdüstern. Erst führte ein unnötiger Ballverlust zum BSC-er Führungstreffer. Wenig später sah Birthe Gelb (in meinen Augen zu Unrecht), Rotation spielte also in Unterzahl. Trotz dezimierter Truppe gehörte Betti die nächste Möglichkeit. Dann kamen die Schiedsrichter wieder ins Spiel. Zunächst gab es eine erneute Ecke für BSC, die abgewehrt werden konnte. Der nächste Eckenpfiff erschien dem orange-blauen Lager zumindest fragwürdig, Daniels Puls war bereits irgendwo im dreistelligen Bereich. Ein (zugegeben rechtmäßig) unterbliebener Pfiff, nachdem die BSCer ihren Eckenschussversuch innerhalb unseres Schusskreises stoppten (flacher Torschuss abgewehrt und Spiel ging weiter … zunächst) brachte das Pulverfass zur Detonation und Daniel erhielt ebenfalls eine gelbe Karte. Das Spiel mit nur fünf Leuten auf dem Parkett hatte Rotation allerdings gut im Griff (es dauerte in dieser Partie mindestens 12 Minuten). Über Heide und Sandra gelang sogar ein Torschuss, die Torfrau blieb bei ihrer Linie und der Erfolg gab ihr Recht. Erstklassige Chancen der Gastgeberinnen wurden von Janna im Tor und von Pauli per Schläger auf der Linie vereitelt.

Schlussoffensive bringt Ausgleich, verschossener Siebenmeter verhindert Entscheidung

Knapp sechs Minuten vor Toresschluss war Rotation wieder vollzählig, nahm die Auszeit und setzte zur Schlussoffensive an. Birthe legte einen ihrer dynamischen Vorstöße hin und im Nachschuss konnte sie endlich auch die BSC-Keeperin überwinden. Der 2:2-Ausgleich brachte die Halle endgültig zum Kochen, die Spielerinnen hüben wie drüben drangen auf eine Entscheidung, beide Trainer warfen böse Blicke auf die Schiris und letztere zählten innerlich sicher schon die Sekunden zum Schlusspfiff. Ein BSC-Vorstoß zwang Janna noch einmal zu einer guten Parade, der Gegenzug endete im Siebenmeterpfiff für Rotation. In der hitzigen Atmosphäre den Strafstoße zu versenken ist kein Pappenstiel, der Ball segelte knapp am linken Eck vorbei. Einmal noch war Janna rettend zur Stelle, dann war Schluss und bis auf ein vereinzeltes Trotzjubeln und Beifall aus dem Publikum herrschten allseits doch eher zwiespältige Gefühle zur vergangenen Hockeystunde vor.

Zu guter Letzt

Das war es also, unser Hockeyjahr 2014! Es endet für die Rotationer Damen als Regionalliga-Aufsteiger mit Kontakt zur Tabellenspitze (nicht übel, oder?) und diversen Baustellen für 2015 (wie sich das für ein anständiges Unternehmen gehört). War schön mit Euch Mädels, Trainern (Danke Daniel, danke Nils!) und Fans! Also ab in die Festtage mit Euch allen, eine famoses Weihnachten und einen fidelen Rutsch ins Neue! Wir sehen uns dort ;)

Weihnachtsreif: Betti, Birthe, Heide, Janna, Maike, Pauli, Roos, Sandra, Sari, Tina & Daniel

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Veröffentlicht am 16. Dezember 2014 um 23:35 Uhr

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