Die Bodenhaftung gewahrt & die Titelverteidigung "gekonnt vermieden" | Rotation Prenzlauer Berg
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Rotation Prenzlauer Berg

Der Hockeyclub im Herzen Berlins

Die Bodenhaftung gewahrt & die Titelverteidigung „gekonnt vermieden“

Veröffentlicht von Tina Hähn | Abgelegt unter Schlenzelberger

Im Elternhockeydutzend erringen die Schlenzelberger Platz 5 beim Delmepokal

Der Winter liegt in seinen letzte Zügen (seien wir ehrlich sind: so richtig verdient hat er den Namen in diesem Jahr eh nicht) und etliche Krummstabenthusiasten schielen schon sehnsüchtig nach ihrem Feldschläger. Im Schlenzelkalender stand aber noch ein Hallentunier, der 10. Delmepokal der Delmehopper aus … rätätää: Delmenhorst. Wie schon bei unserer Fahrt an die Ostsee vor 3 Wochen reisten wir als Titelverteidiger an, wieder eher schmal besetzt – ein siebenköpfiger Tross zog gen Norden.
Einmal kurz Gas gegeben und schon standen wir eine Stunde zu früh in der Delme-Halle. Zeit genug, um Kaffee oder Tee zu trinken, was zu essen und mit Bekannten zu schnacken. So zum Beispiel mit unseren letzten Gastgebern, den Timmendorfer Gestrandeten. Hatten wir uns im Februar noch gekonnt um ein Duell gedrückt, ließ uns der Spielplan diesmal keine Wahl. In unserem Auftaktmatch hieß es also Karin gegen Peter, Janne gegen Tina, Wibke gegen Inga und so weiter. Wir legten (völlig eröffnungsspieluntypisch) los wie die Feuerwehr und versemmelten souverän mehrere Großchancen. Nach der Anfangsoffensive wurde die Kiste enger, es ging rauf und runter, die letzten 3 Minuten wurden gefühlt in doppeltem Tempo gespielt. Allein, es wollte partout kein Tor fallen oder (wie wir Goalies gerne sagen) die Stürmer scheiterten an großartig aufgelegten Torhüterinnen. Für die Gestrandeten sollte sich da ein Muster entwickeln – sie überstanden den ersten Tag trotz nur eines eigenen Tores tatsächlich ohne Niederlage.
Unsere Feldspieler gelobten Besserung für die zweite Partie und hielten Wort. Gegen die Gastgeber (bekannt dafür, Gastfreundlichkeit über sportlichen Ehrgeiz zu stellen ;) ) gelangen uns 3 Tore bei weißer Weste hinten. Sven hatte zunächst mit einem Lupfer für die Führung gesorgt, legte dann mit einem Strahl vom Kreisrand nach und Inga verwertete einen schönen Pass von Peer zum Endstand. Zeit für Tee und Kekse (die von Jule waren vielleicht lecker!), sowie das ein oder andere Gastspiel in Teams mit Personalsorgen. Das gehört schließlich auch zu einem ordentlichen Eltern- und Freizeithockeyturnier. Unser nächster Gegner waren die Hamburger Altonativen, auch bekannte Gesichter und ein schwieriger Gegner. Peer und Sven kombinierten sich zunächst zur 1:0-Führung, aber in der Verteidigung wurden wir ein ums andere Mal überrascht. Erst konnten wir einen Torschuss nicht energisch genug klären, der Nachschuss brachte den Ausgleich. Dann fiel in der letzten Spielminute auch noch das unglückliche 1:2 als Peter beim Abwehrversuch den Ball unhaltbar abfälschte. Und dann … ja dann waren auch noch Jules Kekse alle. Trinken wir also noch mehr Tee oder eben auch was anderes … .

Vor die Abendveranstaltung hatte der Turnierplan für uns noch de Partie gegen die Hildesheimer Krummstockeulen gesetzt. Man kennt sich und auch diese Mannschaft ist nicht von Pappe, so rein sportlich gesprochen. Es sah ´ne ganze Weile nach einem Spiel ohne Tore aus, die Hildesheimer fanden aber dann doch noch den Weg in unsere Maschen. Ich glaube, es war so ein Angriff über Rechts, den ich flach abgewehrt habe, aber wieder kam dieser vermaledeite Nachschuss. Um so trauriger, weil die Schiris vorher wohl ein Fußspiel des Gegners übersehen hatten. Aber wie sag ich immer: Schiri ist Schicksal! Schließlich hätten wir ja auch Tore schießen gedurft. Irgendwie flutschte es aber nicht mehr so richtig und es blieb beim 0:1. Der Gruppensieg war damit Essig und am Sonntag konnte praktisch ohne Druck gespielt werden.
Zu den Schiris wäre noch zu sagen, die wurden durchweg von der Delmenhorster Hockeyjugend gestellt. Die Jungs und Mädels wollten und sollten auf diesem Weg das Pfeifen erlernen und üben. Ein löbliches Unterfangen und trotz einiger knirschender Zähne bei diesem oder jenem Spieler ob gepfiffener oder eben nicht gepfiffener Situationen …, wer kann sich schon ernsthaft aufregen, wenn die Steppkes an der Trillerpfeife noch keine 12 Jahre sind?! Im besten Fall lernen so auch die Spieler den besonnenen Umgang mit der pfeifenden Obrigkeit – zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, richtig? Mein inneres Kind hätte allerdings noch einen Verbesserungvorschlag: statt Pfeifen sollten Tröten und Blechtrommeln an die Jungschiris ausgeteilt werden. Das würde zu einem Ansturm auf das Schiriamt und vieeeel mehr Spielunterbrechungen … äh, Spielregulierung führen. Ich meld mich dann schonmal freiwillig für den Dienst an der Tröte!
Die Abendveranstaltung … jaaaa, das war so eine Sache. Zunächst gab es da ein paar optimierbare Zeitabläufe bei der „Raubtierfütterung“ (das was es gab, war lecker – hat nur eben nicht jeder sofort was bekommen). Und die Musik … sagen wir mal so: was dem einen sein Aprés Ski – Partykracher, ist der anderen dann eher ihr (zwangsläufig) alkoholisches Getränk. Aber erst die angenehme Gesellschaft macht die Fete und da konnte man sich wieder mal nur pudelwohl fühlen.
Angenehm spät am Sonntag morgen ging es zurück ans Werk, gestärkt durch reichlich warme Getränke und die inzwischen schon traditionellen Delmenhorster Mettbrötchen. Abends hatten wir noch mit ihnen getanzt, nun standen uns Gabis Mini-Mix zum Auftakt auf dem Feld gegenüber. Eine flotte und enge Begegnung wurde wieder durch Schlenzelberger Rückhände entschieden. Erst lochte Peer rücklings ein (von ihm sind wir´s ja gewohnt), dann krönte Inga einen schönen Spielzug durch eine verrückte (!) Direktabnahme, die sogar von der gegnerischen Auswechselbank Beifall bekam. Am eigenen Kasten hing wieder ein dickes Vorhängeschloß und so blieb es beim Zwo zu Null.
Das war auch nötig, um in der Gruppe noch an den Gestrandeten vorbei zu stiefeln. Nun stand also noch das Spiel um Platz 5 auf unserem Programm und der Gegner kam aus Braunschweig. Die Löwenauslese hatte durch ihren tollen Goalie schon für mehrfachen Applaus gesorgt, der wollte also erstmal überwunden werden. Was Laufwege und Pässe anging, war das in meinen Augen unser bestes Spiel – vielleicht sind wir ja eine Sonntagsmannschaft. Nach wiederholtem Anrennen konnte Sven den Ball am kurzen Pfosten in die Maschen stopfen (der Querpass kam von Peter), später gelang Kristina mit sattem Schuss vom Kreisrand noch das 2:0 durch die Hosenträger des Torwarts. Als ich schon vermutete, gänzlich unbeschäftigt aus diesem Spiel zu gehen, machten die Braunschweiger nochmal Dampf. Kurz vor dem Pfiff versuchte es „Teilzeitlöwe“ Mark noch einmal mit einem Heber (ein unendliche Geschichte, die sicher im Sommer ihre Fortsetzung erfährt), zum Glück vergebens. Wir beendeten den Sonntag mit null Gegentoren und dem fünften Rang.

Kurz: Der Pott is wech! Das ist vielleicht ganz gut so, denn nach (sagen wir mal) strukturellen Umwälzungen im Klubhauptquartier müssen sich die Schlenzelberger erstmal einen neuen Platz für Trophäen jeglicher Art suchen. Sven sitzt jetzt auf dem Thron der Schlenzelberger Torschützenkönigin, 4 Tore sind es am Ende gewesen. In Delmenhorst hat in diesem Jahr nicht die feine technische Klinge, sondern eher das schnörkellose und einfache Spiel zum Erfolg geführt. Mit unserer neu entdeckten Liebe zu Rückhandtorschüssen aller Art konnten wir also gar nicht ins Finale kommen, aber man muss Prioritäten setzen. Und völlig zu Recht hat die Delmenhorster Truppe hinter der Kaffee-Tee-und-Leckereien-Theke bei der Verabschiedung den größten Applaus bekommen. Auch wir werden wohl beim 11. Delmepokal wieder in der Halle stehen. So – und nun raus in den Frühling mit euch!

Die Sieben aus´m Prenzlberg: Inga, Jule, Kristina, Peer, Peter, Sven, Tina

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Veröffentlicht am 5. März 2013 um 1:21 Uhr

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