1. DAMEN: Erst Senkrechtstart, dann lange Nix, dann Kampf – am Ende ambivalentes Remis | Rotation Prenzlauer Berg
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Rotation Prenzlauer Berg

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1. DAMEN: Erst Senkrechtstart, dann lange Nix, dann Kampf – am Ende ambivalentes Remis

Veröffentlicht von Frank Haustein | Abgelegt unter 1. Damen

Punkteteilung nach 3:3 der Rotationer Damen in Spandau. Von Kristina Hähn

Nach längerer Zeit zog der Rotation-Tross mal wieder ans andere Ende der Stadt – nach Spandau. Dort liegt ja bekanntlich der schönste blaue Spielfeldrand ganz Berlins. Der wird inzwischen von der coolsten und schnittigsten Beregnungsanlage gewässert (und das meine ich ehrlich). Leider läuft sich der Platz immer noch wie der Schlafzimmerteppich meiner Eltern und man fühlt sich selbst nach dem Wässern wie die eine Hälfte des Klettstreifens. Spandau bleibt damit Sliding-freie Zone für Goalies. Oben drauf der Fakt, dass uns momentan die (Schlüssel-!)Spielerinnen auszugehen drohen. Wir hatten nur eine Wechslerin dabei (der SHTC allerdings auch) und so fand sich die Eine oder Andere auf ungewohnter Position wieder. Unser System wurde umgestellt, im Prinzip auf ein 3-2-3-2. Wir erwarteten eine harte und kräftezehrende Mittelfeldschlacht.

Die Partie begann, wie man es sich nicht besser ausmalen könnte. Vom Anstoß weg rollte ein Angriff gen SHTC-Tor, Angie zog ab und Maike lochte den Nachschuss zu ihrem ersten Tor als Rotationerin ein. Was will man mehr?! Schwungvoll ging´s weiter und nicht viel später hatte der Schiri schon den Pfiff zur Strafecke auf den Lippen, allein unser Schuss nach Vorteil zischte am Kasten vorbei. Wer weiß, was nach so früher 2-Tore-Führung passiert wäre. Ich weiß nur, dass es danach immer mehr Fehler im Pass-Spiel gab, dass wir den Gegner zum Kontern einluden und der sich nicht lange bitten ließ. Relativ aus dem Nichts heraus tauchten die Gastgeberinnen an unserem Kreis auf und holten sofort eine Ecke, die als Ableger versenkt wurde. Danach war Spandau eindeutig im Aufwind und wir agierten zunehmend überhastet und kopflos. Ein vermeidbarer Ballverlust im Spielaufbau und schon rollte der Konter über links in den Kreis, die ungedeckte Stürmerin zog ab zum (nicht ganz unhaltbaren) 2:1 Führungstreffer. Nicht, dass die Gastgeberinnen uns total überlegen gewesen wären, aber sie agierten eindeutig cleverer und vor allem zielstrebiger. Während unsere Angriffe oft am gegnerischen Schusskreis versandeten oder eben statt der Kiste nur die Torfrau trafen, suchten die Spandauerinnen früh den Abschluss oder eben einen Verteidigerinnenfuß. Das klappte vor dem Halbzeitpfiff noch ein weiteres Mal und diesmal landete der Ball direkt am Pfosten zum 3:1. Zwischenzeitlich verletzte sich Evi am Finger und Roos haderte nach einem Körpertreffer mit ihrem Knie. Es sah nicht so richtig gut aus zur Pause.

„Neue Halbzeit, neues Glück“ dachten wir uns und stellten nochmal um. Mehr Unterstützung fürs Mittelfeld, sicher aus der Verteidigung raus spielen und hinter den Spandauer Angriffsriegel kommen, wo dann bei schnellen Angriffen viel Platz sein würde – das war der Plan. Evi und Ross bissen die Zähne zusammen und alle hängten sich nochmal voll rein. Und tatsächlich stieg das Niveau der Partie aus Rotationer Sicht erheblich. Spandau tauchte viel seltener vor unserem Kasten auf, die Ecken gegen uns wurden allesamt abgewehrt und was viel wichtiger war: wir holten uns jetzt auch welche. Eine dieser Ecken brachte dann endlich den heiß ersehnten Anschlusstreffer, Evi knallte einen Ball ins lange Eck. Jetzt schien das Ding wieder drehbar. Yori setzte mit schnellem Dribbling ein ums andere Mal den Spandauer Schusskreis in Brand und holte so eine weitere Ecke. Diesmal war es (glaub ich) Angie, die abzog. Der Nachschuss wurde gedankenschnell von Sandra in die Maschen gestopft. Dann musste noch ein Angriff der Gastgeberinnen abgewehrt werden und danach spielte fast nur noch Rotation. Es hatte zwar was von Kick-and-Rush: den Ball lang zu Yori in die Spitze knallen und dann alle ab in Richtung Tor. Aber es funktionierte auch … fast. Ein zwei Chancen und eine neuerliche Ecke sprangen dabei heraus. Der Ball lief gut vor dem Tor, die Torfrau war bereits ausgespielt. Da kam der Querpass an den langen Pfosten, wo es Angie ein klein wenig zu genau machen wollte – der Ball segelte über Goalie, Verteidigung und leider eben auch Latte hinweg. Kurz darauf war Schluss und auf beiden Seiten war nicht so recht auszumachen, was größer war: die Erleichterung über die Nicht-Niederlage oder der Ärger über den Nicht-Sieg.

Fazit: Natürlich war da mehr drin, wir hatten Chancen für gut 6 Tore. Wir halten den Ball noch zu lange, machen zu viele leichte Fehler (vor allem im Spielaufbau), müssen vor dem Tor noch abgezockter werden und weiter an unserer Eckenabwehr feilen. Auf der anderen Seite haben wir diesmal endlich Ecken (Plural!) geholt, daraus auch Tore (wieder Plural!) gemacht, waren gedanklich wach genug für den Nachschuss und haben trotz Verletzungen (auch Yori hat am Ende noch was ab  bekommen) und Personalmangel bis zum Schlusspfiff geackert. So soll es doch sein. Was wir jetzt noch brauchen ist mehr Präzision im Spiel mit Ball, mehr vorausschauendes Stellungsspiel ohne Ball und vor allem mehr Effizienz vorm Tor. Was nützt der härteste Schuss, wenn er am Kasten vorbei geht oder so viel Zeit braucht, dass er vom Verteidiger locker weggespitzelt werden kann bzw. in die Schienen des wartenden Goalies knallt?! Schneller Abschluss oder nochmal ablegen, dann bessern wir unser Torekonto auf. Und an alle Urlauberinnen, Verletzte oder sonst wie Abwesende: kommt zurück, werdet gesund und strömt zahlreich zur Training, Trainingsspiel (diese Woche beim MHC!!) und Punktspiel!! Wir brauchen Euch!

Die „Unentschiedenen“: Angie, Evi, Julchen, Jule, Julia, Maike, Pauli, Roos, Sandra, Sari, Yori, Tina

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Veröffentlicht am 3. September 2012 um 23:26 Uhr

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