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Rotation Prenzlauer Berg

Der Hockeyclub im Herzen Berlins

KD: Politik, Märchen, Foltergräuel, böse große Jungs … ganz viel Marzipan – und noch mehr HOCKEY!!!

Veröffentlicht von rOkA | Abgelegt unter Knaben D

Trainer Christoph Sydow berichtet von der ersten „großen Fahrt“ unserer Knaben D nach Lübeck

Am Samstag Morgen startete am Berliner Hauptbahnhof die aufregende Reise nach Lübeck, die erste Turnierfahrt für unsere D-Knaben. Wie fast schon zu erwarten war, trödelte die Bahn mal wieder ein wenig und der Anschlusszug in Bad Kleinen wurde verpasst. Also wurde die Marzipanstadt mit einiger Verspätung erreicht – aber die C-Knaben waren ja mit im Zug und somit hatte Langeweile keine Chance.

Endlich an der Trave angekommen zog die orange-blaue Truppe lautstark quer durch die malerische Altstadt zu unserer Herberge, dem Rucksackhotel. Die Zimmerverteilung war schnell geklärt – alle 10 D-Knaben konnten die Nacht gemeinsam in einem Raum verbringen. Also ging es schnell zurück zum Wahrzeichen der Stadt, dem Holstentor. Was die Jungs dort sehen wollten, machten sie schon beim Betreten des altehrwürdigen Gebäudes klar: „Fol-ter-kam-mer, Fol-ter-kam-mer!!!“.

Die nette Dame, die uns durch das Tor führte, zeigte aber noch viel mehr, entführte die Kinder in die Welt des Mittelalters, erklärte was ein Langfinger ist (Victor: „Ein Geburtsfehler?“) und nahm sich viel Zeit für unsere Fragen, etwa die, ob die Lübecker sehr traurig sind, dass ihre Stadt anders als vor 500 Jahren nicht mehr größer Berlin ist.

Danach ging es weiter zum großen Niederegger-Laden, in dem sich ein Teil der Kinder mit Marzipan versorgte, während andere den Stand eine Bürgermeisterkandidaten vor dem Geschäft belagerten und den Herrn in Gespräche über die Kosten windschnittiger Fahrräder verwickelten. Bei den Jungen kam der Politiker gut an, bei den Lübeckern am nächsten Tag weniger – nur 3,2% der Wähler stimmten für ihn.

Dann endlich, die ersten Kinder täuschten bereits Schwächeanfälle vor, ging es in die Pizzeria San Marco, wo sich alle über Pizza und Pasta hermachten als ob es kein morgen gäbe. Spätestens als dann auch noch die so erfolgreichen Mädchenmannschaften den Saal betraten, verstand man sein eigenes Wort nicht mehr, aber alle schienen schließlich zufrieden, satt und müde.

Also höchste Zeit für die Nachtruhe: Es ging zurück ins Hotel. Vor dem verdienten Schlaf las der Trainer noch eine Gute-Nacht-Geschichte vor -“Anna, Max und das Schneewunder“ – und nun sollte von den Hockeywundern am nächsten Tag geträumt werden. Aber es dauert dann doch, bis zehn aufgeregte Jungs irgendwann endlich schlafen und dann waren da ja noch die bösen, bösen c-Knaben, die im anderen Zimmer so großen Lärm veranstalteten….

Gegen 8 Uhr am nächsten Tag sollte der Wecke klingeln, doch schon ab 6 Uhr drang Lärm aus dem Mannschaftszimmer und an Schlaf war nicht mehr zu denken. Es dauerte nicht lange, bis die ganze Truppe ins Trainer-Zimmer stürmte, von Kopf bis Fuß in Hockeymontur und mit gezücktem Schläger und lautstark rief: „Trainer wecken! Trainer wecken!“ Die Jungs waren also heiß auf Hockey und nach dem großartigen und reichhaltigen Frühstück, das die mitgereisten Eltern vorbereitet hatten, ging es endlich in die Phönix-Halle.

Da eine andere Mannschaft kurzfristig abgesagt hatte, konnten wir mit zwei Teams am Turnier teilnehmen, was allen viel Spielzeit bescherte. In unserer einen Mannschaft spielten Benno, Jasper, Jonathan, Richard und Yona, im anderen Team waren Aaron, Dominik, Jannis, Josse und Max. All die Bitten und Bestechungsversuche der Trainer, mit denen sich einzelne Spieler in den Tagen zuvor ihren Platz als Torwart ergattern wollten, erwiesen sich als umsonst: gespielt wurde nämlich auf dem halben Hallenfeld ohne Torwart und auf vier Tore.

Bennos Team startete glänzend ins Turnier. Im ersten Spiel gegen die Gastgeber führten wir nach wenigen Minuten mit 4:0, dann ließ es die Truppe etwas zu gemütlich angehen und Lübeck kam noch einmal auf 3:4 heran. Am Ende wurde der verdiente Sieg aber über die Zeit gerettet. Spiegelverkehrt war der Spielverlauf dann in der zweiten Partie gegen den HTHC aus Hamburg. Schnell lagen die Jungs 0:3 hinten, berappelten sich dann aber und wurden letztlich nur knapp geschlagen. Zum Abschluss der Vorrunde stand uns dann das mit Abstand stärkste Team des Turniers gegenüber. Altona Bahrenfeld hatte seine beiden ersten Spiele gegen den HTHC und Lübeck mit 13:1, bzw 15:2 gewonnen. Umso besser schlugen sich unsere Spieler, die einen großartigen Kampf lieferten, teilweise toll kombinierten und am Ende nur mit 4:9 unterlagen. Unter dem Strich die beste Turnierleistung gegen einen starken Gegner. Am Ende der Vorrunde lag unser Team damit auf Platz 3.

Unser zweites Team startete gegen die zweite Mannschaft von Phönix Lübeck ins Turnier. Am Anfang ging das ganze Spiel irgendwie zu schnell für unsere Jungs und die neue Spielform mit vier Toren war ungewohnt. Aber nach wenigen Minuten kämpfte sich das Team ins Spiel und konnte zum 4:4 ausgleichen. In den letzten Minuten legten die Lübecker aber noch einmal eine Schippe drauf und das Spiel ging knapp verloren. Die ersten Tränen mussten getrocknet werden. Ähnlich verlief das nächste Spiel gegen den Schweriner SC. Unsere Jungs kämpften und hielten lange dagegen – am Ende aber hatte der Gegner das bessere Ende für sich. Gegen unseren letzten Vorrundengegner, den Bremer HC waren wir dann aber chancenlos. Zu sicher und schnell kombinierten die Hanseaten. Dank großem Kampf konnte die Niederlage aber im Bereich des Erträglichen gelassen werden. Damit landete unser zweites Team auf Gruppenplatz 4.

Somit kam es nach der Vorrunde zum Duell der Giganten – dem Aufeinandertreffen der beiden Rotationsteams. Das führte nicht nur dazu, dass dadurch nun vor und nach dem Spiel jeweils zwei Mal ein donnerndes „Rolle, rolle, Rotation“ durch die Halle schallte sondern verwirrte auch den Schiedsrichter, der es irgendwann aufgab, beide Mannschaften auseinanderhalten zu wollen. Am Ende behielt die Truppe um Benno und Richard das bessere Ende für sich. Somit spielte zum Abschluss ein Team um Platz 7 und das andere um Platz 5.

 

Aaron, Dominik, Jannis, Josse und Max gaben noch einmal alles. Max und Dominik konzentrierten sich auf die Verteidigung und hielten hinten die Kästen sauber, vorne wirbelten Aaaron und Josse und machten die Buden. Am Ende stand ein 6:5 Erfolg gegen die Gastgeber. Weniger Glück hatten kurz darauf Benno, Jasper, Jonathan, Richard und Yona. Zwar kombinierte das Team gut, verlagerte geschickt das Spiel und hatte den Gegner lange im Griff. Am Ende aber forderten 4 Spiele in den Knochen und stundenlanges Herumtoben auf Matten und Trampolins ihren Tribut und die Partie ging verloren. Somit standen unter dem Strich ein 6. und ein 7.Platz für unsere D-Knaben.

Aber viel wichtiger war, dass alle großen Spaß hatten, die Spieler noch enger zusammengewachsen sind und wir hockeytechnisch gesehen haben, was wir noch besser machen können. Was wir dabei gelernt haben, können wir bei unseren nächsten Spieltagen und Turnieren zeigen und ganz bestimmt auch beim Marzipanturnier 2012.

Ein herzlicher Dank geht an Barbara, die die Reise maßgeblich organisiert hat, sowie an die D-Knaben-Betreuer Martina, Christian (2x), Pascal und Olaf.

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Veröffentlicht am 12. November 2011 um 9:38 Uhr

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