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Rotation Prenzlauer Berg

Der Hockeyclub im Herzen Berlins

Ekstase in Erlangen oder: die KB 1 auf Reisen

Veröffentlicht von rOkA | Abgelegt unter Knaben B

Das Treiben unserer Jungens aus (soziologisch gschulter) Elternperspektive

Vierzehn Knaben, zwei Mütter und ein Trainer auf dem Weg zum Drumbo-Cup, zu Gast beim TB Erlangen mit Gegnern aus München, Mainz, Nürnberg, Jena und Pillnitz — ein Tor, wer da Beschaulichkeit erwartet. Nein, zwischen nassen Socken und iPod, Gummibärchen, Zeltstange und atemberaubenden Knabenkommentaren, kann es kein Innehalten geben, keine saumselige Plauderei. Es wartet das pralle Leben.

Am Freitagnachmittag sammelte sich die fröhliche Schar der KB 1 auf dem Berliner Hauptbahnhof, um mit dem IC durch Sachsen und das schöne Thüringen gen Süden zu reisen. Die Verteilung auf mehrere Abteile und zwei Wagen erwies sich als eltern- und mitfahrerschonend, da keine unkontrollierbaren Ausfälle aufkommen konnten. Einigermaßen gesittet – Mitreisende lächelten noch nach Stunden – wurden wir trotz einiger Verspätung von den Erlanger Gastgebern bestens in Empfang genommen und zum Turnierplatz gefahren. Es war spät bei der Ankunft, so daß zügig Zelte und Schlafplätze einzurichten waren. Kompliment, das klappte gut. Keiner wurde mit Heringen und Wurfzelten allein gelassen, auch wenn sich nicht sofort erschloß, wie wir in ein Zelt von Schuhschachtelgröße vier Jungs hineinbekommen. Die Jungs nahmen’s mit reichlich Improvisationsgabe.

Bei prächtigem Wetter, prima Versorgung und Organisation durch die Erlanger Gastgeber begann der erste Turniertag unter idealen Voraussetzungen. Wir beeindruckten durch Trainingseinheiten vor dem Frühstück, die von den anderen Gästen von der Terrasse aus anerkennend begutachtet wurden. Wie immer auffallend dabei und auch später unsere anarchistisch anmutende Mannschaftskleidung, die in der Gruppe an ein gemeinsames Konzept erinnert, doch im einzelnen intelligent gebrochen wird durch zweifarbige Strümpfe, verschiedenartige Stutzen, Trikots, deren Rückennummern lustig im Wind wippen und farblich zwischen fast weißem Terrakotta und kräftigem Safrangelb changieren. Da ergab sich, auch rein spielerisch, ein imposanter Kontrast z. B. zu den Münchner Mannschaften, die strahlend farbecht und einheitlich gestaltet ihre ideale Position kannten. Egal, die KB 1 spielten von hier an engagiert, brillant im Zweikampf, schnell, sehr laufstark, wendig und mutig. Ja, ein Manko bleibt noch das weiträumige Spiel, das Aufeinanderverlassen, der Sinn für den Überblick. Also das, was einen Mannschaftssport auch ausmacht. Da waren den Spielern von „Rotation“ die meisten anderen überlegen. Aber es ist ja noch lange nicht aller Tage Abend. Die Mannschaft ist jung und überaus interessant. Vielleicht klappt es dann ja auch mal mit richtigem Orange.

Dann war am Samstag auch der Mannschaftskapitän zu wählen, was prima gelang durch demokratische Abstimmung mit abschließendem Kommentar, der aber aus Urheberrechts- und Kinderschutz-Gründen dem Kapitän vorbehalten bleiben muß.

Überhaupt ergaben sich spannende Situationen und Aussichten, wenn nach Gewitter und Platzregen am Samstag der vollständig durchnäßte Inhalt eines Zeltes zum Trocknen im Freien ausgebreitet wurde, und allein „Rotation“ sein Innenleben, inklusive Dessous, am Sonntag zum Trocknen zur Schau stellte.

Es wurden ortsansässige junge Schönheiten lauthals zum „Knutschen“ aufgefordert, die berechtigt etwas irritiert wirkten. Für die Ritterspiele am Samstagabend wählte die Mannschaft sich zu den „Ecstasies“, treffend, wie festzuhalten bleibt, angesichts unkonventioneller und durchaus extrovertierter Maßnahmen.

Auf der Rückfahrt waren dann alle vereint im ICE. Es wurden brav Rätsel gelöst, es wurde gesungen und gelacht — wobei im Großraumabteil durchaus andere Reisende einstimmten.

Ein gelungenes gemeinsames Turnierwochenende liegt hinter uns. Dank gilt allen, die es ermöglicht haben: den Gastgebern, dem TB Erlangen, dem Trainer, Eltern und dem Verein — einmal allen!

Dr. Sibylle Ehringhaus

 

P.S.: Und hier gibt’s P H O T O S

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Veröffentlicht am 23. Mai 2011 um 15:46 Uhr

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