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Rotation Prenzlauer Berg

Der Hockeyclub im Herzen Berlins

Stiefel und ein bißchen Rute. Unsere D-Kinder mit tollen Leistungen aber unterschiedlichen Resultaten beim TuSLi-Nikolausturnier

Veröffentlicht von rOkA | Abgelegt unter Kinderturnier, Knaben D, Mädchen D

Knaben D nach „Pleiten, Pech und Pannen“ im Mittelfeld. Mädchen D HOLEN DEN POTT :santa:

Auch wenn sie durchaus tolle Spiele gemacht haben – irgendwie war bei unseren Knaben D beim Stelldichein der Berliner Spitzenclubs an diesem Wochenende der Wurm drin. Es begann am frühen Samstagmorgen mit dem Match gegen den Mitfavoriten Zehlendorfer Wespen. Unsere Jungs machten gleich von Beginn an wie gewohnt viel Dampf. Doch hinten fehlte auch gleich die entscheidende Wachheit gegen die schnell und schnörkellos nach vorne spielenden Wespen. Und das hatte durchaus Ursachen: Die halbe Mannschaft (inkl. Trainer) war erst mit deutlicher Verspätung in der Halle erschienen, zuvor war ein im Prenzlberg verabredeter Treffpunkt geplatzt etc. pp … Die Unachtsamkeiten hinten ermöglichten den starken Zehlendorfern eine schnelle Führung und da unsere Jungs vorne nichts treffen wollten, resignierten sie zwischenzeitlich etwas. Das nutzten die Wespen zu einem am Ende allerdings etwas zu hohen 4:1 Sieg. Im zweiten Match waren unsere Jungs dann wacher und konnten eine allerdings individuell deutlich unterlegene zweite Mannschaft von TuS Lichterfelde hoch schlagen. Nun noch zwei weitere Erfolge gegen SCC und Cöthen und die Jungs wären trotz der Auftaktschlappe im Halbfinale. Doch dann kamen noch unsere „Knaben D-Anfänger“ zum parallel ausgetragenen Turnier der noch nicht so lange spielenden Gleichaltrigen. Beziehungsweise: es kamen von unserem Verein nur zwei!!!? Um den Spielplan nun nicht durcheinanderzubringen und um nicht als schlechter Gast dazustehen, ließen wir nun unser um die beiden Jungs verstärktes an diesem Wochenende auch nur 8-köpfiges Fortgeschrittenenteam (soweit wie möglich mit angezogener Handbremse) auch in diesem Turnier mitspielen. Drei lange 20minütige Spiele später, stand dann das zweite Vorrundenmatch gegen den neben den Wespen stärksten Gruppenkontrahenten, gegen den SCC an. Direkt vom Anfängermatch aus der anderen Halle aufs Parkett geeilt, zeigten unsere Jungs eine ganz starke Leistung und bezwangen den SCC in einem wilden Match mit 1:0. Gegen Köthen sollte den Jungs nun ein Remis reichen, um diesen reichlich verkorkst begonennen Tag doch noch mit dem Einzug  ins Halbfinale zu „retten“. Doch auch wenn wir die letzten Male gegen die Anhaltiner immer gewonnen hatten, so war es doch klar, dass das kein einfaches Spiel werden würde. Denn nach einem langen Hockeytag mit viel zu vielen Spielen waren unsere Lütjen doch schon ziemlich am Limit. Hinzu kam, dass einer unser besten Spieler nicht mehr dabei sein konnte, da er auf dem Geburtstag eines guten Freundes unabkömmlich war. Dennoch wurde es ein ordentliches Spiel des wuseligen orange-blauen Ensembnles. Bloß leider zu spät! Denn nach 5 Minuten hatten uns die Köthener schon 5 Tore reingehauen. Gegen den fast immer gleichen Spielzug („beachtlich“ bei 7 bis 8jährigen!?!) waren wir einfach wiederholt zu langsam. Als das Spiel dann entschieden war, wurde es wieder offener, obwohl einige unserer Jungs doch arg mit sich, der Müdigkeit und der Enttäuschung zu kämpfen hatten. Am Ende stand es 3:7 und so hieß es, am Samstagmorgen schon wieder ganz früh auzustehen und um die Plätze 5-8 zu spielen. Dort ging es zuerst gegen den Gastgeber TuS Lichterfelde, dessen Junges nicht minder enttäuscht waren, nicht mehr im Rennen um den Pokal zu sein. Aber einmal auf dem Platz war der Spaß am Spiel bei den alten Bekannten wieder da. Es gin hin und her, zwar mit leichten Vorteilen für die weiß-schwarzen, doch einem am Ende ausgeglichenen Torestand von 1:1. Penaltyschießen! In diesem erwiesen sich TuSLi nun als etwas cleverer oder glücklicher und gewann knapp. Doch dieses Mal konnten sich unsere Jungs besser mit der Niederlage arrangieren, hatten sie doch ein gutes Spiel gemacht. Im Spiel um Platz 7 ging es dann gegen die Mannschaft des Steglitzer TK. Trotz aller Müdigkeit legten die Jungs hier nochmal los wie die Feuerwehr. Sie wollten sich wenigstens mit vielen Toren aus dem Turnier verabschieden. Nach dem anfänglichen Elan ließ der Torhunger gegen Ende dann zwar verständlicherweise nach, doch das 5:0 zum Abschluss belebte die Stimmung dann doch ebenso sehr wie die anschließende Bescherung durch den Lichterfelder Hockeynikolaus.

Diesen verpassten unsere Mädels leider. Doch es war eigentlich der einzige klitzekleine Wermutstropfen auf ihrem Hockeywochenende. Sie hatten zwischen dem gegen den Berliner HC gewonnenen Halbfinale und dem Endspiel gegen SC Charlottenburg einfach vier Stunden freie Zeit, die sie u.a. gemeinsam auf dem Weihnachtsmarkt in der Domäne Dahlem, mit Karussel fahren und – wie sollte es in dieser Zeit anders sein – dem Konsum von allerlei Leckereien verbrachten.

Doch von Anfang an. Die Mädels hatten das Glück, ausschlafen zu können. Und hellwach mussten sie auch gleich sein, ging es für sie doch ebenfalls im ersten Spiel gleich gegen einen der Favoriten, gegen die Mädels vom SCC. Der orange Hockeyexpress ging voller Schwung in ein wirklich hochklassiges D-Match. Anfangs hatten die Rotationerinnen auch deutliche Vorteile und führten lange 2:1. Doch der SCC blieb immer gefährlich und nutzte dann auch zwei seiner schnellen Angriffe resolut. Und damit entschwand unserer Truppe auch ein klein wenig die vorherige Selbstsicherheit. Die Charlottenburgerinnen übernahmen das Kommando und gewannen letzten Endes verdient mit 4:2. Doch in der Kabine wurde beschlossen: „Macht nichts! Da werden wir in den nächsten Spielen einfach vieles besser machen – und, wer weiß, vielleicht sehen wir den SCC dann im Finale ja nochmal“. Und so sollte es ja auch kommen. Im nächsten Spiel gegen die ebenfalls richtig starke Mannschaft des Club zur Vahr Bremen konne zwar noch nicht alles von dem umgesetzt werden, was sich vorgenommen wurde. Dennoch wurde das Spiel verdient mit 2:1 gewonnen. Ganz am Ende des Hockeytages ging es dann gegen die Wepen um den Einzug ins Halbfinale. Und von diesem Spiel an zeigten unsere Mädels richtig tolles Kinderhockey. Alle waren viel in Bewegung, alle hatten tolle Ideen und die kleine gelbe Kugel flitzte nur so quer, steil und diagonal durch die Halle – 4:0, viola! Da hat es richtig Spaß gemacht zuzuschauen.

Auf der langen Fahrt zur Halle war dann am Sonntagmorgen die Vorfreude auf Hockey im allgemeinen und auf das Semifinale gegen den anderen großen Zehlendorfer Verein im auch entsprechend groß. Nach einem kurzen Austausch über geputzte Stiefel und deren Inhalte wurde ausgiebig und auf fachkundigem Niveau über die Feinheiten des Krummstabspiels rässoniert. Besser aber als alle Theorie ist natürlich das Spiel. Und gegen den BHC vermochten die Mädels fast unmittelbar an ihr phantastisches Niveau vom Vorabend anzuknüpfen. Gegen die ebenfalls gut aufgelegten Roten vermochten sie es, sich nach und nach ein Übergewicht zu errennen, zu erpassen und zu erzocken. Und toll war, dass sie auch unbeirrt weiter spielten, nachdem die Kugel etwa ein halbes Dutzend Mal knapp das Ziel verfehlte. In den letzten Minuten fielen dann doch zwei Tore und unsere Mädel zogen freudenstrahlend ins Finale ein.

Und hier sollte ja bekanntlich wieder Charlottenburg warten. Frisch gestärkt vom Weihnachtsmarkt und heißer als der heißeste Kinderpunsch pumpten sich unsere Mädels draußen vor der Halle bei einer kleinen Runde „Steh-Geh“ nochmal ausreichend Sauerstoff ins Blut und dann ging es ab. Im Spiel zweier fast gleichstarker Teams war allen dann aber doch die Aufregung vor den Augen eines richtig großen Publikums (über 30 Mannschaften waren bei dem Turnier und viele von Ihnen inkl. aller Eltern wohnten den Finalspielen bei) anzumerken („Gucken die alle wegen uns zu?“). Und beide Teams wollten ja auch unbedingt gewinnen. Es wurde also um jeden Meter Hallenboden gerungen und dass die Schiedsrichter auch ziemlich profimäßig pfiffen trug auch noch dazu bei, das jetzt, im Gegensatz zu den Matches zuvor, Kampf Trumpf war. Doch auch beißen können die orange-blauen. Und da sie es dabei schafften, auch etwas variabler zu spielen, mehr gute Passmöglichkeiten sahen und dann doch auch mal die eine oder andere Gegenspielerin mehr auszockten, kamen unsere Mädels verdient zu den besseren Einschußmöglichkeiten. Und als dann eine von diesen verwandelt wurde und dann zwei, drei erfolgreiche Abwehraktionen später der Schlußpfiff erfolgte, gab es erstmal ein großes orangenes Freudenknäuel. Unsere Mädchen D hatten ihr erstes großes Turnier gewonnen! Glückwunsch min Deerns. Ihr wart wirklich superklasse!

Vor der Siegerehrung wurde dann das noch spannendere Jungsfinale zwischen den Wespen und Blau Weiss (die Wespen gewannen im Penaltyschießen) mit Interesse – und – das ist wirklich etwas ganz Besonderes an dieser Truppe – mit unvermindertem Lerneifer verfolgt. Fleur (am Sonntag als nicht überwindbarer Torwart dabei) hatte bei der Siegerehrung dann sogar noch das Glück, als Losfee für das Turnierquiz zu fungieren. Perfekt war der Hockeytag als dann noch der große Wanderpokal entgegen genommen werden konnte. Da bereuten auch diejenigen Mädels nichts mehr, die zuvor überlegt hatten, ob sie denn wirklich Adventssingen oder Lebkuchehaus backen für einen zweiten Hockeywochendtag hinten an stellen sollten. Das kleine Opfer hat sich für alle mehr als gelohnt.

Nun mag man sich vielleicht abschließend fragen, ob ein solches Turnier, fast eine Berliner Meisterschaft mit ein paar hochkarätigen überregionalen Einsprengseln, überhaupt schon den (Hockey)bedürfnissen von Kindern diesen Alters entspricht, sollen sie doch erst einmal einfach lernen, lernen, jede Menge Spaß haben. lernen und so langsam beginnen, sich mit Hockey als Ihrem Sport zu identifizieren. Doch auch wenn das Turnier so einige merkwürdige taktische und ergebnisorientierte Blüten zu Tage brachte, so muss diese Frage aus unserer Sicht doch absolut bejaht werden. Denn die Kinder, sowohl die Mädels als auch die Jungs hatten (letztere auch trotz ihrer relativen Erfolglosigkeit an diesem Wochenende) einen Riesenspaß, sowohl am Miteinander in ihren Teams und mit den Kindern der anderen Clubs, die alle schon so langsam beginnen, sich besser kennen zu lernen, als auch am Hockeyspiel selbst. Sicherlich ist es etwas bedauerlich, wenn dann das Gewinnen mal zu sehr in den Vordergrund gerät. Und bei einem solchen Feld sind wir von derlei Ehrgeiz natürlich auch nicht frei. Doch es ist ebenfalls toll, wenn sich lauter erfolgs“verwöhnte“, spielstarke Teams mal an einem Wochenende zusammfinden und viele Spiele auf hohem Niveau (und das ist es bei den D-Kindern mittlerweile wirklich bereits!) absolvieren. Die Kinder lernen irre viel (bei unseren Mädels konnte man das fast von Spiel zu Spiel sehen), sie lernen, sich, ihre Grenzen und Möglichkeiten besser einzuschätzen und mit so einem Wochenende weitet sich der jeweilige Hockeyhorizont doch gleich wieder um ein ganzes Stück. Und dann kommen ja auch bald wieder die halben Hockeytage, an denen es einfach nur heißt: spielen, spielen, sich ausprobieren und spielen. Jedoch: Unsere Mädels zeigten sich nach der Siegerehrung gleich schon wieder ganz erpicht auf die nächsten großen Turniere. :lol:

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Veröffentlicht am 6. Dezember 2009 um 21:27 Uhr

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